Lebenswirklichkeit der Lernenden

Zusammenhang mit dem "Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung"

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Die Orientierung an Lebenswelten und -wirklichkeiten der Menschen, das Herstellen eines Bezuges von individuellen Erfahrungen zum gesellschaftlichen Anliegen einer nachhaltigen Entwicklung unterstützt die Einsicht, dass jede/r Einzelne Teil der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung ist, von dieser beeinflusst wird und mitgestalten kann.1

Was hat das mit BNE zu tun?

Für die Bildung für nachhaltige Entwicklung bedeutet dies, fachliche Zusammenhänge und Erklärungen müssen in die lebensweltlichen Erfahrungen und Fragen der Lernenden eingebettet werden, denn nur so kann die Relevanz des Themas bzw. der Erklärung von den Lernenden wirklich erfahren werden. Erst in der praktischen Umsetzung und Anwendung in verschiedenen Lebenssituationen und Arbeitszusammenhängen erweisen Problemlösungsvorschläge ihre Tragfähigkeit. Die Themen und Inhalte einer Bildung für nachhaltige Entwicklung sind daher möglichst auf konkrete Lebens- und Arbeitsbereiche zu beziehen, d. h. auf die jeweiligen Lebenswelterfahrungen im Privathaushalt, im Arbeits-, Konsum-, Freizeit- und Mobilitätsbereich usw.

Gleichzeitig ist die Vermittlung einer globalen Perspektive zu fördern. Die Hinführung zum persönlichen Urteilen und Handeln in globaler Perspektive schärft die Fähigkeit der Lernenden, Sachlagen und Probleme in einem weltweiten und ganzheitlichen Zusammenhang zu sehen. Dies bezieht sich dabei nicht auf einzelne Themenbereiche, sondern ist eine Perspektive des Denkens, Urteilens, Fühlens und Handelns.2

Beispiele aus der Praxis

 Ein Ei im freien Fall - SchülerInnen erforschen Phänomene aus dem Alltagsleben
Forschendes und entdeckendes Lernen, das neugierig macht und die Kreativität der SchülerInnen weckt, das ist das große Anliegen einer Wiener Lehrerin. Aus diesem Grund hat sie mit Schulbeginn 2007 den ForscherInnenclub ins Leben gerufen.

 „Biojause in der Klassenkiste“ - Einführung einer täglichen Jausenbelieferung in Volks-/Grundschulen
Essen ist ein Grundbedürfnis. Wir lernen es, kaum dass wir auf der Welt sind, und üben es täglich aufs Neue. Essen ist also die normalste Sache der Welt. Und doch ist das Essverhalten (nicht nur) von Kindern verbesserungswürdig.

 

1 Künzli, C.; (2003): Didaktisches Konzept. Bildung für eine nachhaltige Entwicklung. Arbeitspapier Nr. 1 aus dem Forschungsprojekt des Schweizerischen Nationalfonds (Nr. 111-063780) und der Lehrerinnen- und Lehrerbildung Bern (Nr. 0201s004): „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung: Didaktisches Konzept und Umsetzung in der Schulpraxis“
2 BLK-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung, Heft 69, Bildung für nachhaltige Entwicklung – Orientierungsrahmen (1998)

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