Holzpädagogik

Logo Mit dem Thema Holz lassen sich Begriffe wie Nachhaltigkeit und CO2 Speicher, aber auch naturwissenschaftliche Grundlagen spielerisch vermitteln. Die Wertschöpfungskette vom Wald zum Betrieb wird erlebt. Durch die Erstellung eines Werkstücks, steigt die Wertschätzung für Holz aus unseren heimischen Wäldern.

Darstellung

Österreich ist eines der waldreichsten Länder Europas. Der Werkstoff Holz hat das Leben in unserem Land seit jeher begleitet. Bis vor wenigen Jahrzehnten wurde Wissen zur Holzverwendung wie selbstverständlich von einer Generation zur nächsten weitergegeben. Heute ist es in den Lehrplänen jedoch kaum mehr verankert. Lernende und Lehrende sollen Kompetenzen erhalten um den Begriff der Nachhaltigkeit und den verantwortungsvollen Umgang mit dem natürlichen Rohstoff Holz leben und vermitteln zu können. Ziel ist es, die Eigenschaften des Werkstoffs Holz greifbar und verständlich zu machen und den globalen Nutzen einer nachhaltigen Forstwirtschaft zu begreifen. Das Verständnis für nachwachsende Materialien soll das zukünftige Konsumverhalten nachweislich prägen. Die Vorteile von Holz als Werkstoff sollen deutlich werden. Gerade in der heutigen Zeit ist ein globales Verständnis für Klimazusammenhänge eine Grundlage für das zukünftige Leben auf dem Planeten Erde. Dabei soll das Wissen um den lebensnotwendigen CO2 Speicher Holz und die globalen Folgen des großräumigen Abholzens bereits bei den Kindern verankert werden. Ab der Sekundarstufe lassen einfache Berechnungen von CO2 Bilanzen, einen Vergleich zwischen den Werkstoffen zu. Bereits im Kindergartenalter lässt sich durch den spielerischen Umgang mit den forstlichen Begriffen „Holzernte“ und „Aufforstung“ erstmals den Begriff der Nachhaltigkeit erfahren. In Workshops wird der Weg vom Wald in den Betrieb spielerisch vermittelt, gemeinsam wird erarbeitet, dass unterschiedliche Holzarten ihren Eigenschaften entsprechend eingesetzt werden müssen. Ein zentraler Punkt sind Experimente, welche die Werkstoffeigenschaften von Holz deutlich machen. Hier werden Grundlagen in den Fächer Physik, Chemie und Biologie mit den erworbenen Erkenntnissen verflochten. Eine hohe Zugfestigkeit, Elastizität und geringe Wärmeleitfähigkeit sind Beispiele von Eigenschaften, die bei den Experimenten deutlich werden. Die Kinder erfahren, dass Holz einen Bezug zu ihrem eigenen Alltagsleben haben kann. Durch die Erstellung eines kleinen Werkstücks, wird Holz als Material erfahren. Den Kindern wird vermittelt, dass mit Totholz aus dem Wald Spielzeug, Musikinstrumente und Bastelmaterial hergestellt werden kann. Dies soll zu einem veränderten Blickwinkel und einer neuen Wertschätzung für unseren heimischen Wald und das darin wachsende Holz führen. Im Schuljahr 2018 haben bereits viele Kindergärten, Schulen und Gemeinden (Ferienspiele) von dem Angebot Gebrauch gemacht. Ab dem Schuljahr 2019 sollen zusätzlich Lehrerfortbildungen dazu führen, dass noch mehr Kinder im Unterricht zum Thema Holz erreicht werden. Ein Kindertischlerei in Gumpoldskirchen soll den Kindern mehr Verständnis für das Material Holz bringen und sowohl von Bildungseinrichtungen als auch von privaten Personen genutzt werden. Finanziert werden die Workshops von den Eltern, der Gemeinde bzw. der Pädagogischen Hochschule. Zusätzlich wird das Projekt von pro:Holz Niederösterreich unterstützt und gesponsort.

KooperationspartnerInnen

pro:Holz Niederösterreich Wirtschaftskammer-Platz 1 3100 St.Pölten

Schwierigkeiten und Erfolge bei der Umsetzung

Gemäß Schulunterrichtsgesetz darf der Lehrer zwar externe Referenten in den Unterricht einbeziehen, von den Eltern jedoch kein Geld dafür verlangen. Für Vorträge dürfen laut Schulveranstaltungsverordnung jedoch Kostenbeiträge eingehoben werden. Diese Diskussion zum Thema Schulgeldfreiheit in Pflichtschulen führt zu Unsicherheiten bei den Lehrenden. Dazu ist es selbstverständlich, dass Kinder von einkommensschwachen Familien, nicht zu stark belastet werden sollen. Trotzdem fallen durch die Abhaltung der Workshops Kosten und Zeitaufwand an. Neben der Programmentwicklung bedeutet, dass erreichen von Bildungseinrichtungen in ganz Niederösterreich, einen großen zeitlichen und finanziellen Aufwand, der das Projekt beinahe scheitern hätte lassen. Pro:Holz Niederösterreich, die Arbeitsgemeinschaft der niederösterreichischen Holzwirtschaft, hat sich bereit erklärt die Workshops zu sponsern und die Fahrtkosten zu übernehmen. Dies hat zu einem erfreulich engen Kontakt zwischen der Antragstellerin und pro:Holz Niederösterreich geführt. Vorträge und zusätzliche Workshops, initiiert durch die Arbeitsgemeinschaft, folgten und folgen.

Ergebnisse / Produkte

Durch die Workshops werden Kinder und Jugendliche erreicht um ihr Wertverständnis für Wald und Holz zu verbessern und ihnen einen neuen Blickwinkel auf Holz aus unseren heimischen Wäldern zu geben. Die SchülerInnen werden nachhaltig zu dem Werkstoff Holz hingeführt und sehen die österreichische Holzwirtschaft als Arbeitgeber und als Produzenten hochwertiger Produkte. Ein globales Verständnis von Klimaschutz und die Aufgabe des Waldes darin soll zu einem Umdenken führen. Holz wird als lebensnotwendiger CO2 Speicher gesehen. Im Rahmen des Projektes wurde Unterrichtsmaterial entwickelt, dass auf der Homepage von Pro:Holz Niederösterreich zum Download bereit steht. Die Lehrenden als Multiplikatoren werden geschult, um im Regelunterricht das Material Holz den Kindern näher bringen zu können.

Öffentlichkeitsarbeit

Workshops, Prospekte für Schulen, Lehrerfortbildungen, Vorträge, Ferienspiele, Unterrichtsmaterial

Finanzierung

privat finanziertSponsoring, Spenden, Stiftungen

Bezug zu den Kriterien der Bildung für nachhaltige Entwicklung


Wertorientierung am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung
Mit kaum einem anderen Thema lässt sich der Begriff der Nachhaltigkeit besser darstellen als mit dem Thema Wald und Holz. In den Workshops wird bereits Kindergartenkindern deutlich, dass das Fällen eines Baumes um Holzspielzeug herzustellen, auch bedeutet, dass neue Bäume gepflanzt werden müssen, damit auch ihre Enkelkinder mit Holzspielzeug spielen können. SchülerInnen der Sekundarstufe sehen bei der Berechnung einfacher CO2 Bilanzen, dass Holz als nachwachsender Rohstoff und CO2 Speicher im Hinblick auf Nachhaltigkeit unschlagbar ist. Das Verständnis dafür, dass das Abholzen von großen Waldflächen diese Speichermöglichkeit reduziert, legt einen Grundstein für klimabewusste Menschen und beeinflusst das Konsumverhalten.

Mehrperspektivität/Transdisziplinarität
Das Thema Holz lässt sich sehr gut mit Grundlagenwissen aus den Fächern Physik, Chemie und Biologie verknüpfen. Begriffe wie Festigkeit, Elastizität, Wärmeleitfähigkeit, aber auch der biologische Aufbau von Holz werden durch einfache Experimente erfahren. Dabei wird der Zusammenhang zwischen dem Aufbau von Holz und den Holzeigenschaften deutlich. Das interdisziplinäre Denken wird dadurch gefördert. Mit einfachen Aufgaben werden die Ergebnisse aus den Experimenten hinterfragt. Holz dient als CO2 Speicher und ist in diesem Sinne ein wichtiger Klimafaktor. Den SchülerInnen wird der Zusammenhang zwischen Leben, Arbeiten und Werken mit Holz und Natur- und Klimaschutz klar. Sie lernen spielerische die Wertschöpfungskette vom Wald in den Betrieb kennen und sehen die Berufsmöglichkeiten in diesem Bereich. So wird den Kindern deutlich, dass ihre eigenen beruflichen Entscheidungen und ihr Kaufverhalten einen Einfluss auf globalen Klimaschutz haben.

Zukunftsorientierung
Mit dem Thema Holz lässt sich der Begriff der Nachhaltigkeit gut verdeutlichen. Den Kindern wird klar, dass für jeden gefällten Baum, ein neuer Baum gepflanzt werden muss, damit auch zukünftigen Generationen Holz ernten können. Dafür benötigt ein Baum 60 bis 100 Jahre. Wir müssen bereits heute an die Generation unserer Enkelkinder denken. Im Spiel fällen Kinder Bäume, transportieren sie ab und pflanzen neue Stämmchen. Den Kindern wird deutlich, dass dieses "Spiel" das reale Leben und Arbeiten der Förster darstellt. Ohne Bäume wäre das Leben auf dem Planeten Erde nicht möglich. Das heißt auch im Sinne des Klimasschutzes muss die nachhaltige Forstwirtschaft an die zukünftigen Generationen denken.

Globale Perspektive
Knapp die Hälfte der Gesamtfläche Österreichs ist mit Wald bedeckt. In Österreich wachsen mehr Bäume nach als geerntet werden. Das ist nicht überall auf der Welt so. In anderen waldreichen Gegenden, vor allem in den Tropen werden große Waldflächen gerodet, um Ackergebiete zu schaffen. SchülerInnen lernen Holz als CO2 Speicher kennen und vergleichen es in einfachen Berechnungen mit anderen Materialien. Durch das Wissen über das CO2 Speichervermögen von Holz, erkennen die Kinder die Gefahr der großflächigen Waldrodungen.

Methodenvielfalt
Die Experimente werden zum Teil in Kleingruppen durchgeführt. Dabei erfolgt lediglich eine Anleitung, die Geschwindigkeit und genaue Art der Durchführung gibt den Kleingruppen individuell Zeit um das Experiment zu erleben. Aufgabe ist es dabei immer, die Erkenntnisse aus dem Experiment in das reale Leben überzuführen. Die Kinder machen sich dabei Notizen und Besprechen die Ergebnisse zuerst in der Kleingruppe. Im Anschluss an die Experimente werden die Erkenntnisse in der Großgruppe besprochen und reflektiert. Gerade für junge Kinder ist es häufig eine neue Erfahrung, diese Reflexion in ganzen Sätzen vor der großen Gruppe durchzuführen. Die Endreflexion wird immer mit einem Schwerpunkt durchgeführt. Entweder wird das "Neue" herausgehoben oder das "Besondere". In jedem Fall schließt eine kurze Blitzlichtrunde den Workshop ab.

Lebenswirklichkeit der Lernenden
Den Kindern wird gezeigt, wie ganz einfach aus Totholz das im Wald liegt, Spielzeug, Musikinstrumente und Bastelmaterial erzeugt werden kann. Anstatt sich die Steinschleuder aus Plastik im Spielzeugwarengeschäft zu wünschen, können die Kinder in den Wald gehen um sich eine Astgabel zu suchen. Diese Erkenntnis steigert das Wertverständnis für unseren Wald.

Letzte Änderung: 23.08.2019
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Wirkungsbereiche


Niederösterreich

Laufzeit


01.09.2018 - Projektende offen

Bildunsgbereiche


Kindergarten
Vorschule + 1.-4. Schulstufe
5.-13. Schulstufe

Themenbereiche


Globales Lernen
Klima- und Umweltschutz
Land- und Forstwirtschaft

Durchführende Organisation

Holzpädagogik

Thallernstraße 5

2352 Gumpoldskirchen

069914145943 andrea.weber@holzwissen.at
http://www.holzpädagogik.at
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