Wald und Naturpark im Klimawandel

Der Klimawandel ist nicht erst seit der „Friday for Future“ Bewegung ein Thema der Schlagzeilen. Wie aber geht der Wald damit um? Bäume können nicht „übersiedeln“, sie sind auf Jahrzehnte oder Jahrhunderte an ihren Standort gebunden. Welche Möglichkeiten nutzt ein Naturpark als Teil eines Forstbetriebes um den Wald klimafit zu machen? Begleiten Sie uns im Naturpark Sparbach auf einer geführten Tour, wir zeigen Ihnen wie vielfältig der Wald im Naturpark Sparbach aussieht, mit welchen Maßnahmen wir dem Wald helfen, auch zukünftigen Generationen als klimafitter Wald, als Wirtschafts- und Erholungswald zur Verfügung zu stehen.

Darstellung

„Wald und Naturpark im Klimawandel“ stellt ein neu entwickeltes Führungsprogramm dar, wir wollen damit das aktuelle Thema „Klimawandel“ für unsere interessierten Gäste erlebbar machen. Im Rahmen dieser Führung, die entweder vom Förster oder von fachlich versierten WaldpädagogInnen geleitet wird, begibt sich die Gruppe auf eine Tour durch die verschiedenen Wald- und Bewirtschaftungstypen des Naturparks Sparbach. Bei ausgewählten Plätzen werden Fakten zum Klimawandel aus der Sicht der Meteorologie behandelt, was bedeutet Klimawandel für den Wald? Begriff Klimahüllen, Klimabilanz – Wasser – Temperatur – Anpassungsmechanismen werden vermittelt und erklärt. Teil des Inputs ist auch die Phänologie – die Lehre der Naturerscheinungen – was zeitigt wann – am Beispiel der „Fieberkurve“ des Schwarzen Holunders. Im Rahmen der Führung werden verschiedenen Aufforstungsflächen besucht, dabei das Thema Baumartenwahl und Waldgenetik angesprochen, die Notwendigkeit im Naturpark eine Aufforstungsfläche einzuzäunen behandelt – und die auf diesen Flächen anzutreffende Biodiversität erläutert. Die Baumriesen des Naturparks stellen Bäume mit ihrem nahe des Erntezeitpunktes notwendigen Platzbedarfs dar, hier lässt sich die Vielfalt der pädagogischen Möglichkeiten des Eintauchens in die Geschichte als Solche umsetzen. Beim Besuch der Wiesenflächen des Naturparks, die aus naturschutzfachlicher Sicht Hotspots der Biodiversität darstellen, lässt sich hervorragend über die Biodiversität der Pflanzen und Tierwelt diskutieren, inklusive des Themas Arten auf Wanderschaft. Wäldchen auf der Dianawiese: hier liegen Bilder aus den 60-er Jahren aus dem Landesarchiv vor, ein Blick in die Vergangenheit – ein Blick in die Zukunft. Der Heuberg bietet die Möglichkeit über den Eisbruch des Jahres 2014 zu berichten, was das für den Forstbetrieb bedeutet, wie man mit topografischen Ungunstlagen umgehen kann. Der Ausblick vom Köhlerhaus bietet die Möglichkeit Waldbewirtschaftung „von oben“ zu betrachten, der Weg über die Ruine Johannstein zurück bietet Diskussionsstoff zu den Themen Wegesicherheit und wie der Naturpark damit umgeht – hier kann das Verweilen unter den Baumriesen den Eindruck der Führung vervollständigen. Interessierte können vor dem Rückweg zum Ausgang noch die ehemalige Kastanienallee beim Damwild – und Muffel Gehege aufsuchen. Als Erinnerung an diese Führung bekommen die TeilnehmerInnen eine Phänologische Scheibe und die Broschüre „GENial – Wald im Klimawandel“.

KooperationspartnerInnen

Fachlich konnten wir auf das know how folgender Organisationen zurück greifen: BIOSA: GENial – Wald im Klimawandel, PEFC, LIECO, BFW, Für die Zukunft geplant: Land Niederösterreich für das zukünftige Projekt (Schwerpunkt der neuen Förderperiode der Ländlichen Entwicklung: Klimaschutz)

Schwierigkeiten und Erfolge bei der Umsetzung

Da wir erst am Beginn der Umsetzung stehen, können wir hier noch nichts berichten.

Ergebnisse / Produkte

Da wir erst am Beginn der Umsetzung stehen, können wir hier noch nichts berichten.

Öffentlichkeitsarbeit

Das Programm ist seit Saisonstart 2019 auf unserer Homepage platziert, im Besucherzentrum haben die Gäste die Möglichkeit einen Handzettel dazu mitzunehmen, es gibt eine Kooperation des Vereins der Niederösterreichischen Naturparke mit dem für die landwirtschaftlichen Schulen verantwortlichen Inspektor, hier wurde dieses Angebot ebenfalls vorgestellt.

Finanzierung

öffentlich finanziertsonstige

Bezug zu den Kriterien der Bildung für nachhaltige Entwicklung


Wertorientierung am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung
Der Wald stellt seit mehr als 300 Jahren als Symbol für gelebte Nachhaltigkeit dar – 1713 hat Hans Carl von Carlowitz den Begriff geprägt. Bis heute darf nicht mehr Holz aus dem Wald entnommen werden als zuwächst. Das Wiederaufforstungsgebot mit Standort gerechten / geeigneten Baumarten sind ebenso wie die Entnahme im Forstgesetz in der geltenden Fassung verankert. Wald stellt DAS Beispiel für generationenübergreifendes Handeln dar. Die Holzentnahme von heute ist von mehreren Generationen von Förstern begleitet worden. Daher sind auch die heutigen Forstleute gefordert den Wald der Zukunft zu pflanzen und zu pflegen. Als gelebtes Beispiel sei hier die im Jahr 2017 mit den Kindern unserer Naturparkschule aufgeforstete Fläche „HEUTE für MORGEN genannt (siehe dazu das gleichlautende Projekt auf der Bildungslandkarte). Zusammenhänge von natürlichen Prozessen und Entwicklungen erkennen und begreifen, sind gerade beim Thema Klimawandel unabdingbar. Der respektvolle Umgang mit den Gütern, die die Vorgenerationen für uns gepflegt haben, soll uns Auftrag sein, es ihnen gleichzutun und durch vorausschauendes Handeln die Ressourcen für zukünftige Generationen zu sichern.

Mehrperspektivität/Transdisziplinarität
Die Struktur des nun entwickelten Führungsplanes erlaubt neben der Vermittlung fachlicher Kenntnisse aus den Bereichen Forstwirtschaft, Naturschutz, Schutzgebiete u.a.m. auch das Erleben vor Ort. Die Wegführung ist so gewählt, dass die bereits bei anderen Punkten dieser Einreichung vorgestellten Inhalte an ausgewählten Plätzen erlebt werden können. Durch Anregung von Diskussionen in der Führungsgruppe ist der Austausch über die erlebten und vermittelten Kenntnisse sowie der politischen, gesellschaftlichen und sozialen Faktoren möglich.

Zukunftsorientierung
Wie schon in der Projektbeschreibung und beim Punkt Wertorientierung am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung ausgeführt, ist das Thema bestens dazu geeignet über Zukünftiges nachzudenken und zu reflektieren.

Globale Perspektive
Wissen um lokale Handlungsweisen (Bewirtschaftung des Waldes) stellt die Basis dafür dar, über globale Handlungsweisen zu reflektieren. Aktivitäten, die in der Region zur Bewirtschaftungsweise beitragen, können andernorts fehlen, wodurch andere Handlungsweisen notwendig und angezeigt sind. Bewirtschaftung, die aus der Region für die Region entwickelt wurde, trägt zur nachhaltigen Entwicklung dieser Region in den vielfältigen Feldern der Nachhaltigkeit bei.

Kritisches Denken und Problemlösen
Das Thema Klimawandel und Wald/ Naturpark im Klimawandel ermöglicht im Rahmen des derzeitigen Führungsprojektes immer wieder an ausgewählten Orten die Denkweise der Lernende in Diskussionen einzubeziehen, kritische Fragen zu stellen und so weiter zu entwickeln. Daraus lassen sich Problem Lösungen für die Zukunft entwickeln, diese können ebenfalls im Rahmen der Gruppe diskutiert werden.

Methodenvielfalt
Neben dem klassischen Vermitteln durch erzählen bzw. berichten an einer geeigneten Örtlichkeit im Rahmen der Führung kommen die phänomenale Drehscheibe und die Broschüre GENial – Der Wald im Klimawandel zur Anwendung. Diskussionen und Gespräche im Rahmen der Führung stellen einen weiteren Schwerpunkt des Lernprozesses dar.

Partizipationsorientierung
In die Planungsprozesse des Naturparks/ Forstbetrieb lassen sich TeilnehmerInnen nur schwer einbinden. Allerdings haben die Lernenden die Möglichkeit, die hier erworbenen Kenntnisse in ihrem eigenen Umfeld oder aber weiteren Projekten einzusetzen und umzusetzen.

Lebenswirklichkeit der Lernenden
Siehe dazu Partizipationsorientierung.

Interne offene Lernprozesse
Siehe dazu Beschreibung der Punkte: Mehrperspektivität, Zukunftsorientierung, Globale Perspektive, Kritisches Denken, Methodenvielfalt und Partizipationsorientierung.

Partnerschaften und Netzwerke
Eine der Kernbotschaften nachhaltiger Wald- und Forstwirtschaft ist, dass Ergebnisse nur durch jahrelanges Miteinander – im Sinne der handelnden Personen, aber auch der Mensch- Natur Beziehung – zu bewerkstelligen ist. Neben der Qualifikation der im Wald – Fortbetrieb handelnden Personen, sind die gestellten Aufgaben der Vergangenheit aber auch für die Zukunft nur durch gemeinsames Handeln zu bewerkstelligen.
Letzte Änderung: 30.07.2019
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Wirkungsbereiche


Niederösterreich

Laufzeit


01.04.2019 - Projektende offen

Bildunsgbereiche


5.-13. Schulstufe
Hochschulbildung
Außerschulische Jugendbildung
Erwachsenenbildung
Betriebliche Aus- und Weiterbildung
Kommunale Bildungsprojekte
Bildungsprojekte im ländlichen Bereich
informeller Bildungsbereich (NGO, Vereine, etc.)
Sonstiger

Themenbereiche


Gesellschaft, Politik
Gleichstellung von Frau und Mann
Globales Lernen
Klima- und Umweltschutz
Land- und Forstwirtschaft
Natur / Biologische Vielfalt
Wasser

Durchführende Organisation

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