Green Jobs for green Girl´s

Green Jobs for green Girl´s eine Workshopreihe für Schülerinnen, der 5. bis 9. Schulstufe, um Begeisterung für Umweltberufe zu wecken und einen MINT-Bereich der Berufsorientierung gezielt erschließen.

Darstellung

Das Gesamtziel des Projektes war es gezielt einen MINT Bereich in der Berufsorientierung zu erschließen und Material zu entwickeln, dass getestet auch anderen Personen, Lehrkräften und Bildungseinrichtungen zur Verfügung steht. Umweltberufe als Chance für Mädchen und junge Frauen einen MINT Beruf zu ergreifen und hier einen Zukunftsjob zu wählen. Das SGD Gleichstellung der Geschlechter war bei der Entwicklung mit handlungsleitend. Ein Workshopkonzept, ein Methodenkoffer - acht Testläufe in städtischen, ländlichen Neuen Mittelschulen und an einem Polytechnischen Lehrgang. Die Workshops mit den Schülerinnen fanden direkt in den Schulen statt und die Workshopleiterinnen wählten je nach Vorwissen, Gruppengröße und Zugang der Teilnehmerinnen zum Thema das Setting. Das Methodenset bot genau diese Möglichkeit. Pilothaft wurden alle Teile erprobt und begleitend schriftlich und durch teilnehmende Beobachtung evaluiert. In allen Workshops wurden Berufsbilder vorgestellt und interaktiv mit den Schülerinnen diskutiert, die Thematik Klimaschutz und Zukunft dazu in Bezug gesetzt. Es wurden Berufsspiele mit Genderblick betrachtet und als High-Light in allen Workshops baute jede Schülerin ein eigenes Solarwindrad. Alle gesetzten Maßnahmen in den Workshops führten ins Tun. Die Evaluierung zeigte, dass die Schülerinnen durchwegs vor dem Workshop keine Idee zu den Berufen hatten und nach den Workshops deutliche Vorstellungen. Die teilnehmende Beobachtung durch eine Assesorin zeigte, das TUN und das Arbeiten in Gruppen und ohne Druck kam sehr gut an bei den Mädchen.

KooperationspartnerInnen

Prof. Margit Pichler MA Pädagogische Hochschule Baden

Schwierigkeiten und Erfolge bei der Umsetzung

Unerwartete Möglichkeiten ergaben sich durch die Offenheit der teilnehmen Schulen. So lud die HTL St. Pölten die gesamte 3. Klasse der NMS Phyrra ein in der HTL direkt den Workshop für Mädchen zu bekommen, während die Burschen in den Werkstätten waren. Die Schulen waren so unterschiedlich - so nahmen im Polytechnischen Lehrgang in Wiener Neustadt beinahe Erwachsene teil, während in der NMS Schwarzau die gesamte Gruppe aus Mädchen sehr klein war und ihr Zugang ein ganz neugierig forschender war. Die Erfolge konnten in anderen Projekte, die Elke Szalai darauf folgende durchgeführt, deutlich gesehen. Die NMS Gloggnitz und NMS Schwarzau / Gebirge nahmen im Schuljahr nach den Green Jobs Workshops an einem Klimaschulenprojekt teil und betreuten beim Abschlussfest im Juni 2019 den Stand mit den Solarmodellen. Sie übernahmen damit Verantwortung für den Bau von Modellen und leitetet jüngere Kinder an. Empowerment ist gelungen. Hindernisse sind immer die knappen Zeiten, die die Schulen für solche Aktivitäten und Workshops zur Verfügung stellen können. Die zwei Stunden Workshop waren knapp bemessen, aber mit flexibler Umsetzung durchaus inhaltlich gut durchführbar.

Ergebnisse / Produkte

https://portal.ibobb.at/unterrichtsthemen/sekundarstufe-i/ Die getesteten Materialien sollen in weiterer Folge in einen Methodenkoffer umgesetzt werden. Aktuell ist es möglich, Informationen und Unterlagen zu den Workshops bei Elke Szalai abzurufen

Öffentlichkeitsarbeit

Szalai Elke, Pichler Margit, Erhard Franz (2019): Green Jobs for green green girls. Berufsorientierungsmaßnahme für Mädchen mit dem Fokus Umweltberufe im MINT Workshop MINT und Industrie 4.0 April 2019 in Salzburg zahlreiche facebook Postings und Websiteeinträge auf der Website der Niederösterrischen Forschungsförderungsgesellschaft nFb GmbH

Finanzierung

öffentlich finanziert

Bezug zu den Kriterien der Bildung für nachhaltige Entwicklung


Wertorientierung am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung
Eine gute Ausbildung ist relevant und wichtig für alle Menschen, um sich an einer Entwicklung zu beteiligen. Ein Beruf im MINT Bereich wird als gut dotiert und sicher genannt, jedoch zeigt sich hier eine starke Geschlechterseggregation. Dieser Aspekt, mehr Geschlechtergerechtigkeit in Verbindung mit dem dazu passenden SDG war handlungsleitend bei der Projektentwicklung und Durchführung. In den Workshops wurde vermittelt, dass Klimaschutz ein Zukunftsthema ist insbesondere für die zukünftige Generation, die in den Workshops vertreten war. Durch den Zugang Berufe vorzustellen, die einen sehr lebensweltlichen Zugang haben, wurde ein eindeutig geschlechterbezogener Zugang gewählt. Es ist aus der Forschung bekannt, je lebensweltlicher Technik und Naturwissenschaft inhaltlich vermittelt wird, umso eher werden Mädchen und junge Frauen angesprochen. In den Workshops wurden jedoch auch explizit eneuerbare Energien, nicht nur als Beruf, sondern auch als Beitrag zum Klimaschutz angesprochen. Es konnten also soziale, ökologische und ökonomische Aspekte inhaltlich für zehn bis 15jährige verpackt, vermittelt werden.

Mehrperspektivität/Transdisziplinarität
Die Transdisziplinarität war eindeutig gegeben, da Berufsorientierung, Mädchenförderung und Umwelt/Klimaschutzwissen verwoben in den Workshops angeboten wurden. Das Team der Workshopleiterinnen kam aus unterschiedlichen Disziplinen, was an der Materialienvielfalt sichtbar ist. Es wurden Berufsorientierungs-, Biologie, NaWi Lehrkräfte eingebunden. So konnten gesellschaftliche Faktoren, wie Einkommen, Berufswahl in engem Bezug zu Naturwissenschaft gesetzt werden.

Zukunftsorientierung
Durch die offene Debatte um Zukunftsberufe und die Darstellung der Breite an Berufsbildern im Feld Umweltberufe wurde der Gestaltungsspielraum für die Schülerinnen geöffnet. Die Methoden und die Themen wurden im Laufe der Workshops von den Teilnehmerinnen mitbestimmt und es wurden sehr konkrete Ideen von Berufen in der Zukunft entwickelt. Umweltberufe und das Wissen darüber stärkt Wissen zu Nachhaltigkeit, da Gestaltungsspielräume für die Zukunft entwickelt wurden.

Globale Perspektive
Insbesondere die Auswirkungen des Energieverbrauchs und es Konsums wurden von den Lernenden durch die Auseinandersetzung mit Energieerzeugungsarten und Verfügbar deutlich reflektiert. Sie wurden durch die Methode "analoges WIKI" dabei unterstützt, eigene Antworten zu finden, die mit Hilfe eines Kurzvortrages richtig gestellt oder diskutiert wurden.

Kritisches Denken und Problemlösen
Das kritische Denken wurden in unterschiedlichen Workshopsequenzen angeregt. Bei den WIKIs wurden Schätz- und Wissensfragen gestellt, die nach der Auflösung durchaus kritisch diskutiert wurden. Ebenso wurde reflektiert, welche Berufe es in dem privaten Umfeld der Schülerinnen gibt, die unter "Umweltberufe" einzuordnen sind. Dieses Wissen ist nach und nach im Workshop aufgepoppt. Weiters wurde Problemlösungswillen beim Bau der Solarmodelle sichtbar. Je nachdem, wie stark dieser ausgeprägt ist, desto rascher wurde das Modell zu Ende gebaut. Die Wissensquellen, die die Teilnehmerinnen heranziehen konnten, waren mitgebracht Unterlagen, Spiele, das Internet oder eben ihr Alltagswissen.

Methodenvielfalt
Alle Lerneinheiten wurden offen gestaltet. Es wurde in Gruppen gearbeitet oder auch allein, jedoch halfen sich immer alle auch bei Einzelarbeiten, wie dem Bau des Solarmodelles beim fertigbauen. Für die Lösung aller Aufgaben waren kommunikative Kompetenzen unbedingt erforderlich, da es sonst keine Ergebnisse gab. Die gesamte Workshopreihe war ergebnisoffen - das Ziel war neugierig zu machen auf Umweltberufe. Viele Arbeitsschritte lösten die Schülerinnen ganz alleine als Gruppe und freuten sich über gemeinsame Ergebnisse. Methodisch wurden Rätsel, Spiele (wie Berufslotto, Berufsmemory), Schätzspiel zu Energieverbrauch, "Was bin ich", WIKI und Bau eines Solarmodells angewandt. Begleitet wurden die Workshops methodisch mit einem Vorher-Nachher Fragebogen.

Partizipationsorientierung
Die Lernenden konnten sich an keinen konkreten Planungen beteiligen, jedoch den Ablauf, die Themen, die Methodenwahl mitbestimmen. Die Abstimmung erfolgte durch Punktierung oder eine Aufstellung. So wie es sich nach dem Projekt an zumindest zwei Projektschulen gezeigt hat, wurden die erarbeiteten Inhalte weiter genutzt und selbstständig für die Betreuung eines Standes genutzt.

Lebenswirklichkeit der Lernenden
Alle Erfahrungen, die die Schülerinnen mit in den Workshop gebracht haben, hatten Platz in der Diskussion und Auseinandersetzung mit dem Thema. Die Einbettung in ihre Berufsorientierungsunterricht erfolgte entlang der Berufe, die vorgestellt wurden und ihr Lebensalltag wurde durch Fragen zu Berufen im eigenen privaten Umfeld nochmals deutlich in den Raum geholt. Sie können alle Erfahrungen, die sie gemacht haben, in eine Berufswahl, aber auch in ein Hand-on Projekt, wie Bau eines Solarmodells, mitnehmen.

Interne offene Lernprozesse
Die Lernenden bekamen die Möglichkeit durch die Fragebögen zweimal in schriftlichen Kontakt mit den Workshopleiterinnen zu kommen. In der Schlussrunde jedes Workshops wurde, wie bei einem kleinen Kaffeehaustalk ihre Gedanken und Empfindungen abgefragt. Es gab auch zwischen den Wechseln in den Themen Zeit kurz mal zu sagen, war war, wie geht es mir und was tu ich mit dem neuen Wissen. Dazu wurden Kärtchen bereitgestellt.

Partnerschaften und Netzwerke
Kein Teil des Workshops konnte alleine umgesetzt werden. Die Teamfähigkeit wurde insbesondere deutlich beim Bau des Solarmodells, da in jeder der acht teilnehmenden Klassen alle darauf geachtet haben, dass jede ein FUNKTIONSTÜCHTIGES Modell fertig hat. Die strahlenden Gesichter auf den Abschlussfotos zeigen, dass es immer auch gelungen und geglückt ist. Die Lernenden wurden insbesondere in den spielerischen Phasen ermuntert einen eigenen Zugang zur Lösung zu finden.
Letzte Änderung: 05.07.2019
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Wirkungsbereiche


Niederösterreich

Laufzeit


01.02.2018 - 30.11.2018

Bildunsgbereiche


5.-13. Schulstufe

Themenbereiche


Gesellschaft, Politik
Gleichstellung von Frau und Mann
Klima- und Umweltschutz
Wirtschaft

Durchführende Organisation

Planung & Vielfalt

Zehnergürtel 110/3

2700 Wiener Neustadt

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