Das Naturwissen der einfachen Leut

Ich dokumentiere das Naturwissen der einfachen Leute in Österreich in Form von Feldforschung und befrage möglichst an Alter fortgeschrittene Menschen, mind. 80 Jahr und vorwiegend 90 Jahre und darüber nach ihrem Wissen über Rezepte, Hausmittel, Pflanzenverwendungen/Anwendungen, Brauchtum, Geschichte, Lebenserfahrungen, örtl. Namensgebungen, ich nehme diese Gespräche mit einem Tonbandgerät auf und übertrage tippe sie in den Computer ein, um sie nachher zu analysieren, auszuarbeiten. Damit dieses Wissen nicht verloren geht und für die Nachwelt erhalten bleibt, erweitert werden kann.

Darstellung

Ziele: das altes Lebenswissen nicht verloren geht, generationsübergreifendes Miteinander fördern, generationsübergreifendes Verstehen fördern, Bewusstsein für gesunde Ernährung fördern, Bewusstsein und Wertigkeit der Natur fördern, Artenvielfalt und die Besonderheiten unserer Pflanzen bewusst machen, Kreativität der Jugend spielerisch fördern - indem Kochrezepte/Hausmittel an moderne Zutaten angepasst werden, die Erhaltung/Dokumentation alter Ausdrucksweisen, alter Benennungen Maßnahmen: Ich fahre in die Streusiedlungen, zu den Berghöfen und befrage Personen ab 80/90 Jahre aufwärts nach ihren aus dem Leben, aus der Familiengeschichte entwickelten Hausrezepten, Pflanzenwissen, Naturwissen, Lebensgeschichten, Bräuchen, Rezepten, Erinnerungen, Familiengeschichten. Diese Gespräche nehme ich auf Tonband auf und schreibe sie als Textdatei nieder. Begonnen habe ich in meiner Heimat Waldviertel, mittlerweile bin ich in ganz Österreich unterwegs, woraus sich nicht nur eine spannende Sammlung an Volkswissen ergibt sondern auch eine Landkarte von Pflanzennahmen, Bräuchen, Artenvorkommen, Sichtweisen des Lebens.... Aktivitäten: Das dokumentierte Wissen, arbeite ich in späterer Folge auf. Rezepte nach Zutaten, diese nach ihren Inhaltsstoffen und hinterfrage ob diese jeweils in Zusammenhang mit den Anwendungsbereichen gebracht werden können, unter Berücksichtigung der geographischen Lage, der Familiensituation, der Epoche, aus der die Rezepte stammen... So ergibt sich im Laufe der Zeit, nach vielen Gespräche, Interviews ein interessanter Überblick. Weiters Hinterfrage ich die mögliche, sinnvolle Nutzung dieser Rezepte, dieses Wissens für unsere heutige Zeit, für unsere Kinder und/oder welche alternativen Möglichkeiten wir mit unseren heutigen Zutaten haben. Im Sinnen von Lebenslangen spannenden Lernen, darf sich überliefertes Wissen auch der neuen Zeit anpassen und weiterentwickeln. Das aufgearbeitete Wissen mache ich dann interessierten Menschen, Erwachsenen wie auch Kinder zugänglich.

KooperationspartnerInnen

Freya Verlag, Linz, www.freya.at Verein Naturvermittlung, www.verein-naturvermittlung.at

Schwierigkeiten und Erfolge bei der Umsetzung

Schwierigkeiten ergeben sich vor allem bei Rezepte/Verwendungen von Pflanzen, da die regionalen Pflanzenbenennungen oft nicht mit den botanischen Benennungen Übereinstimmen. Eine andere Problematik besteht darin, dass jene Menschen, welche ihr Wissen aus dem Leben heraus entwickelt haben, und nicht angelesen haben, mittlerweile ein fortgeschrittenes Alter haben, 90 Jahr aufwärts und hier schlichtweg die Zeit davon läuft. Als schönen Erfolg möchte ich neben der vielen Situationen, wo generationsübergreifendes Verstehen möglich wurde eines Berichten: ich schrieb aus meinen Interviews das Buch " der Pepi Onkel - Das Pflanzenwissen der einfachen Leut", welches im Buchhandel erhältlich ist. Hierin berichte ich unter anderem über eine Frau im Burgenland, die viele Erinnerungen an Pflanzenrezepte hatte. 2 Jahre nach dem Erscheinen bekam ich aus Norddeutschland ein Mail, dass mich zu Tränen rührte. Eine Frau mittleren Alters hatte dieses Buch gelesen, und darin ihre Mutter erkannt, welche sie aufgrund trauriger Umstände nie kennengelernt hatte. Es gab dann einige emotionale, spannende und liebevolle Treffen zwischen uns, sie erhielt auf diesem Wege einen Einblick in das Leben ihrer Mutter.

Ergebnisse / Produkte

Ich mache das Wissen, die aufgearbeiteten Ergebnisse in Form von Vorträgen, Seminaren, Workshops, Radiosendungen, TV Berichten und vor allem Publikationen Interessierten zugänglich. "Die Leissinger Oma - Das Pflanzenwissen der einfachen Leut", Freya Verlag 2013 "Der Pepi Onkel - Das Pflanzenwissen der einfachen Leut", Freya Verlag 2014 "Die Hechals - Brauchtum, altes Handwerk und Rezepte", Freya Verlag 2016 "Rezepte durchs Bauernjahr", Freya Verlag, 2016 "Hausmittel im Jahreskreis", Freya Verlag, 2016 Mein nächstes Buch erscheint im Oktober 2017 und soweit es mir möglich ist (meine Recherchearbeit, Aufarbeitungsarbeit und Schreibtätigkeit erfolgt ehrenamtlich in meiner Freizeit) werden noch einige Bücher folgen.

Öffentlichkeitsarbeit

Die Ergebnisse werden abseits meiner Bücher auch über Printmedien - sowohl Regionalmedien wie NÖN, Bezirksblätter, Tagesmedien Kurier, Presse als auch über Österreichweite Magazine wie Naturlust, FNL veröffentlicht. Weiters über Radio und TV-Sendungen. In Schulen (Volksschule, Hauptschule, PTS, ASO) werden die Ergebnisse in Form von lebendig und experimentell gestalteten Workshops weitergegeben. Auch in Gruppen mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen. In der Erwachsenenbildung werden die Ergebnisse in ebenso lebendiger Weise in Form von Vorträgen, Seminaren, Outdoorseminaren über Gesunde Gemeinden, Bildungs- und Heimatwerk, Bundesforstliche Ausbildungsstätten, Naturparke, Mitarbeiterschulungen von Großfirmen weitergegeben.

Finanzierung

privat finanziertEinnahmen durch Mitgliedsbeiträge, Verkauf von Produkten, Kursen etc.

Bezug zu den Kriterien der Bildung für nachhaltige Entwicklung


Wertorientierung am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung
Dieses Projekt fördert die Nachhaltige Entwicklung, indem durch das Hinterfragen von Hausmitteln, deren Pflanzen und wiederum deren Inhaltsstoffe und hier wiederum deren Wirkung auf den menschlichen Körper in das Bewusstsein gebracht werden. Hierdurch einerseits die Achtung, die Wertschätzung zwischen den Generationen gefördert wird, andererseits der Respekt, der Wert der Natur und Umwelt hervorgehoben wird. Das der Gedanke, das Verstehen gefördert wird, dass alles seine Verwendung fand und Anhand interessanter, kurioser und einzigartiger Beispiele welche Verwendungsmöglichkeiten es gab, das Interesse, die Experimentierfreudigkeit die Kreativität gefördert wird. Weiters die Kommunikation gefördert wird, gerade bei Schülern, die, sobald sie neugierig geworden sind, das Gespräch mit Eltern, Großeltern suchen.

Mehrperspektivität/Transdisziplinarität
Für dieses Projekt ist es zur Aufarbeitung der Gespräche notwendig sowohl die geographische Lage, die wirtschaftlichen Gegebenheiten, die familiären Strukturen, die politische Situation, der soziale Stand die Zeitgeschichte mit ein zu beziehen. Bei meinen Seminaren an Schulen rege ich die Schüler in Form von spannenden, experimentellen Aufgabenstellungen dazu an, mit ihren Eltern, Großelten das Gespräch zu suchen, das eigene Familienwissen, die Familiengeschichte, Rezepte, Lebenshintergründe zu hinterfragen, sich damit zu beschäftigen und Erklärungen zu suchen. Dadurch wird nicht nur generationsübergreifendes Versehen gefördert, sondern auch fächerübergreifendes Denken/Lösungssuchen.

Zukunftsorientierung
Zukunftsorientiertes Denken erfordert die vergangenen Generationen zu verstehen, die Brücke zu der heutigen Generation zu spannen und für eine fortschrittliche und weitsichtige Denkweise ein globales, grenzüberschreitendes Denken, Verstehen und Hinterfragen zu entwickeln. Durch ein Hinterfragen, Verstehen der Vergangenheit, der Generationen vor uns aus ihren Fehlern lernen und das wertvolle, positive für die nächsten Generationen mitnehmen, welche es für ihre Zwecke, auf ihre Bedürfnissen anpassen dürfen. Gerade auch im Hinblick auf Gesunde Ernährung, auf natürliche Pflegeprodukte, natürliche Hausmittel, auf den Erhalt der Artenvielfalt, dem Respekt, der Wertschätzung der Natur gegenüber, und dem Verständnis Innerfamiliär, unter den Generationen sowie durch das trainierte Hinterfragen auch das Beschäftigen mit anderen Völkern, anderen Kulturen was wiederum in einem gegenseitigen respektvollen Umgang mündet.

Globale Perspektive
Durch das Hinterfragen von Generationen, begibt man sich automatisch auch in das Hinterfragen anderer Kulturen. Die Wurzeln der Befragten sind nicht immer dort wo sie heute Leben, diverse Lebensumstände brachten Menschen oft dazu, fern der eigentlichen Heimat ihr weiteres Leben zu verbringen. Was das Aufarbeiten der Lebensgeschichten, des Lebenswissens umso spannender macht. Durch andere kulturelle Sichtweisen, gerade bei Flucht- oder Kriegshintergründe ergeben sich spannende, breite Sichtweisen, welche für die globale Entwicklung äußerst interessant sind.

Kritisches Denken und Problemlösen
Mit diesem Projekt soll das kritische, breitgefächerte Betrachten, Hinterfragen und Analysieren in den Blickpunkt in die Praxis geholt werden. Ein in die Tiefe gehen und von allen Seiten betrachten, sei es von Ansichten, Entscheidungen, Pflanzenanwendungen oder Rezepten. Es finden sich z.B. einige Rezepte aus einer sehr armen Zeit, wo die Tradition des Totkochens von Lebensmittel, um sie genießbar zu machen üblich war, solche Rezepte hätten mit unserer modernen Kochzeit von max. 5 Minuten für uns bedenkliche Inhaltsstoffe. Es finden sich jedoch auch andere Rezepte, welche für uns heute von großem Nutzen sind. Hier sind parallel die jeweiligen Inhaltsstoffe, die Geschichte, die Epoche, die Lebensumstände, die genaue Zubereitung, klimatische Bedingungen, Verwendung, mögliche Überdeckung von Namensgebungen der Zutaten zu betrachten. Durch ein spielerischen, spannendes Aufzeigen solcher Zusammenhänge wird die Neugier, das Interesse am kritischen Hinterfragen, die dedektivische Ader sowohl bei Schülern, als auch bei Erwachsenen aktiviert.

Methodenvielfalt
Bei meinen Arbeiten in Schulen, haben die Schüler die Aufgabenstellung ihre Eltern, Großeltern nach ihrem Wissen, Hausmittel, Rezepte, Lebensgeschichte zu fragen und die Antworten dann generationsbezogen in Zusammenhang zu betrachten. Wie war die Zeit, das Umfeld, die Gegebenheiten und welche Auswirkungen hatte dies, welche Schlüsse können daraus gezogen werden, was können die Schüler für sich mitnehmen. Gegebenheiten, Problemsituationen werden hinterfragt, analysiert und Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt.

Lebenswirklichkeit der Lernenden
Die Lebenswirklichkeit des Lernenden ist im Rahmen dieses Projektes darin gegeben, da es sich aus dem Leben, dem Lebenswissen, Lebenserfahrungen der älteren Generationen begründet. Das Verstehen ihrer Lebensweisen, Lebensumstände sowie das Aufarbeiten ihrer Hausmittel, Rezepte, Handwerke, Brauchtum und das Erarbeiten, was hiervon von unserer sowie der Generation unserer Kinder genutzt werden kann, oder was wie verändert werden kann, damit es wieder von Nutzen ist. Ein Lernen aus dem vergangen Leben für das zukünftige Leben. Für unsere Weiterentwicklung, unsere Weitsichtigkeit Denken ist ein lebenswirkliches Lernen wichtig, ein sogenanntes unvoreingenommenes Lernen mit Kopf, Herz und Hand. Bei meinen Seminaren an Schulen rege ich die Schüler in Form von spannenden, experimentellen Aufgabenstellungen dazu an, mit ihren Eltern, Großelten das Gespräch zu suchen, das eigene Familienwissen, die Familiengeschichte, Rezepte, Lebenshintergründe zu hinterfragen, sich damit zu beschäftigen und Erklärungen zu suchen. Dadurch wird nicht nur generationsübergreifendes Verstehen gefördert, sondern auch die eigene Kreativität dahingehend angeregt, dass sich die Schüler jenes herausnehmen/mitnehmen was für sie wichtig ist.

Partnerschaften und Netzwerke
Bei diesem Projekt wird z.B. gerade in Schulen, nachdem Schüler das eigene Familienwissen erfragt haben, dieses in der Gemeinschaft Hinterfragt, analysiert und gerade bei Rezepten, werden Rezepte herausgearbeitet, welche auch für Schüler interessant sind. Diese werden gemeinsam nach der alten Rezeptur zubereitet und anschließend in Gruppenarbeiten versucht die Zutaten durch moderne, der heutigen Zeit angepassten, adäquaten Zutaten zu ersetzen, zu verbessern. So wird die Gemeinsamkeit angeregt, die Kreativität angeregt, die Gruppendynamik, die Zusammenarbeit gefördert sowie die Schüler spielerisch zum aktiven Miteinander herangeführt.
Letzte Änderung: 13.04.2017
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Wirkungsbereiche


Gesamtösterreich

Laufzeit


01.01.2013 - 12.04.2017

Bildunsgbereiche


5.-13. Schulstufe
Erwachsenenbildung
Kommunale Bildungsprojekte
Bildungsprojekte im ländlichen Bereich
informeller Bildungsbereich (NGO, Vereine, etc.)

Themenbereiche


Gesundheit/Ernährung
Klima- und Umweltschutz
Land- und Forstwirtschaft
Natur / Biologische Vielfalt
Stadt & Land nachhaltig entwickeln

Durchführende Organisation

Eunike Grahofer

Sallinger Str. 15

3830 Waidhofen an der Thaya

0664/9380773 office@eunikegrahofer.at
http://www.eunikegrahofer.at
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