Ökobildung Lieboch

Das Projekt will durch gemeinsames Lernen und Umsetzen aller Bevölkerungsgruppen die ökologischen Schätze in der Gemeinde sichern, die gemeinsame Nahrungsgrundlage durch gesunde lokale (Wild-)Gemüse Angebote stärken, die Artenvielfalt erhalten und insbesondere Menschen mit weniger Chancen einbeziehen und neue Möglichkeiten öffnen.

Darstellung

Projektausgangspunkt war der Wunsch vieler GemeindebürgerInnen im Einklang mit der Natur zu leben zu lernen. Bei uns gibt es kein Angebot lokaler biologischer Lebensmittel und keine Wissensvermittlung zu Wildkräutern und -gemüse, Permakultur, biologischem Gärtnern oder Biodiversität. Folgende Teilziele wurden definiert: Information der Bevölkerung über Umweltschutz, Biodiversität und Artenvielfalt und Möglichkeitenen selbst aktiv zu werden, Entwicklung von Projektgärten zum Informations- und Pflanzentausch, Miteinanderlernen und für Veranstaltungen, jährlicher Samen- und Pflänzchentauschmarktes für heimische Pflanzen, Wiederbelebung des Ökokatasters unter Einbindung der ursprünglichen Akteure, Förderng des biologischer Gartenbaus, bzw. der biologischen Landwirtschaft durch Information und Austausch.Einbeziehung aller Generationen und Bevölkerungsgruppen, der Gemeinde und der Wirtschaft. Bewusstseinsstärkung für den Wert unserer Naturprodukte. Langfristig wird eine fixe Verkaufsstelle für landwirtschaftlichen Angebote geschaffen, das Thema in der Klimabündnisgemeinde verankert und eine Plattform für Information und Austausch geschaffen. Das Projekt wurde mit Hilfe einer einfachen, nachhaltigen Projektstrategie entwickelt. Dazu wurden die gesammelten Projektideen an den Perspektiven Finanzen, Zielpersonen, Prozesse und Bildung geprüft und Anforderungen und mögliche Maßzahlen besprochen. Die größten Risiken im Rahmen Projekts wurden identifiziert. Für alle Bereiche wurden die Nachhaltigkeitskriterien, ökologisch, ökonomisch, sozial und gesellschaftlich geprüft. Maßzahlen für die Erfolgsmessung in den verschiedenen Bereichen konnten, mangels Vergleichszahlen und aussagekräftiger Definitionen nicht festgelegt werden. Die Projektaktivitäten sollen beschrieben und bewertet und so vergleichbare Daten für die Zukunft entwickelt werden. Im Rahmen des vom Forum Umweltbildung geförderten Basisprojektes, wurden folgende Aktivitäten bereits erstmalig umgesetzt: Kräuterwanderung mit mehreren Generationen, Bau von Wohnraum für Nützlinge gemeinsam mit dem Naturschutzbund, erste Wiederbelebung des Ökokatasters Lieboch, Durchführung von Pflanzen- und Samenmärkten am Tag der Sonne mit dem Ziel diesen als regelmäßige Veranstaltung zu etablieren, Neue Chancen mit Naturprodukten im sozialen Wiedereingliederungsprojekt miraleben und der Entwicklung eines Projektkonzeptes für Menschen mit Lernbehinderung oder Lese- und Sprachschwierigkeiten. In der Phase der Planung und des Netzwerkaufbaus befinden sich Maßnahmen und Teilprojekte, wie alte Obstsorten wieder anpflanzen, ein Liebocher Gemüsekisterl anbieten, Umsetzung des Projektes ZunanE, nachhaltige Veranstaltungen mit Wildkräuterbuffets zu organisieren und zu unterstützen. Als Beraterin zum Umweltzeichen Tourismus und für Green Events denke ich an die Entwicklung eines Wettbewerbs für Catering- und Gastronomie. Ein Patenprojekt für gefährdete heimische Arten wurde beim Gemeindewettbewerb Vielfalt leben 2012 eingereicht. Im Rahmen der Ökobildungsaktivitäten haben wir uns im bisherigen Projektzeitraum (2011-2012) an verwandten Projekten und Veranstaltungen beteiligt, bzw. haben diese vor Ort, im Namen der Klimabündnisgemeinde, hauptverantwortlich geplant und umgesetzt. Dies waren vor allem Klimatour, Mobilitätswoche, Fair Tradewochen, Kindermeilen in Schule und Kindergarten. Wir haben versucht möglichst viele Interessensgruppen anzusprechen und neue Kooperationen zu initiieren. Wir haben eine umfangreiche Wissenssammlung in unserer Bibliothek verfügbar gemacht und begonnen Bausteine am Ökobildungsblog zu posten. Unsere Kommunikationsmittel im Projekt sind, orientiert an den einzelnen Zielgruppen, Gartenzaungespräche, Flugblätter , Veranstaltungskalender, Zeitung und Webseite der Gemeinde, regionale Printmedien und Radio, unser Weblog Ökobildung Lieboch mit Anbindung an unsere Social Media Kanäle, Facebook und Twitter, sowie unsere kleine Nachhaltigkeitsbibliothek als Begegnungsort.

KooperationspartnerInnen

In der Gemeinde kooperieren wir mit der Gemeindevertretung selbst, Vereine und Organisationen, Pfarre, Tourismusverband, Unternehmen und HeimgärtnerInnen. Überregional kooperieren wir zu Projektthemen mit Klimabündnis Steiermark, dem Interkultureller La

Schwierigkeiten und Erfolge bei der Umsetzung

Besonders schwierig war der Anfang, weil die Menschen nur zögerlich die Angebote angenommen haben, ihr Interesse auch nicht öffentlich zeigen wollten. Es bedurfte vieler Gespräche und eines intensiven Vertrauensaufbaues. Das führt zur zweiten großen Schwierigkeit, der fehlenden Finanzierung. Wir wollten das Projekt unbedingt umsetzen, auch als wir bereits wussten, dass wir nur einen geringen Teil der Leistung gefördert bekommen würden. Andere Fördermittel waren nicht erreichbar, weil das Vertrauen in den Sinn der Aktivitäten noch nicht da war. Weniger Intensität war nicht möglich, weil wir dann die Menschen, insbesondere die Schlüsselpersonen, wir Vertreter der Gemeinde, des Naturschutzes, der Heimgärtnerinnen oder der Bauern, wieder verloren hätten. Der große Erfolg ist, dass es tatsächlich gelungen ist Mauern einzureißen und Brücken zu bauen. Immer öfter kommen Menschen aktiv auf mich zu und wollen mitmachen.

Ergebnisse / Produkte

Durch erste Aktivitäten in den Heimgärten, erste Motivationsgespräche mit den LandwirtInnen und GastronomInnen und Veranstaltungen, wie Kräuterspaziergang, Pflanzenbörse, konnte die gemeinsame Nahrungsgrundlage durch gesunde lokale Wildgemüse Angebote gestärkt werden. Die Aktivitäten werden fortgesetzt. Zur Erhaltung der Artenvielfalt wurde jede Möglichkeit zur Bewusstseinsbildung ergriffen und durch ExpertInneninformation unterstützt. Das Patenprojekt für heimische Arten wurde entwickelt. Zwei Pilotprojekte zur Inklusion von Menschen mit verminderten Chancen sind in Umsetzung, bzw. in Planung. Die Bevölkerung wurde über Aussendungen und Webpage informiert und zum Mitmachen eingeladen. Die Entwicklung von Projektgärten wurde begonnen. Der Samen- und Pflänzchenmarkt wurde bereits zweimal durchgeführt und soll nun weiter entwickelt und ausgebaut werden. Der Ökokataster wurde ausgegraben und mit dem verantwortlichen Ersteller neu diskutiert. Es konnte, in unterschiedlicher Intensität, in allen Bevölkerungsgruppen und Generationen Bewusstseinsstärkung für den Wert unserer Natur erreicht werden. Manchmal werden bereits Ideen aktiv an uns herangetragen. Ein Weblog mit Social Media Anbindung und die kleine Bücherei sind die ständigen Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten

Öffentlichkeitsarbeit

Um unser Thema, den Schutz unserer ökologischen Grundlagen und der Artenvielfalt und damit die Sicherung unserer Lebensgrundlagen, zu kommunizieren, haben wir uns bemüht möglichst alle anwendbaren Kommunikationsmittel und-Wege einzusetzen. Wichtig war es uns möglichst viel persönlichen Austausch zu haben und die kommunizierten Inhalte gleichzeitig dauerhaft verfügbar zu machen, durch Gartenzaungespräche zur Ist-Analyse, des nachbarschaftlichen Austausches und der persönlichen Motivation, Flugblätter der Gemeinde und online-Veranstaltungskalender der Gemeinde zur Information über kommende Veranstaltungen, Veranstaltungseinladungen über online-Veranstaltungsplattformen, Printmedien und Radio, Veranstaltungsberichte in der Gemeindezeitung und in Printmedien, letztere leider mit geringer Veröffentlichung, Weblog Ökobildung Lieboch zur Information, Berichterstattung und eventuell auch Gedankenaustausch und durch das Angebot des Treffpunktes in der kleinen Nachhaltigkeitsbücherei. Öffentlichkeitsarbeit passiert auch durch die Teilnahme an verwandten Projekten und Veranstaltungen.

Finanzierung

öffentlich finanziertprivat finanziert

Bezug zu den Kriterien der Bildung für nachhaltige Entwicklung


Wertorientierung am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung
Unser Projekt will vor allem die Lebensgrundlage Natur für uns und die zukünftigen Generationen erhalten. Die passiert unter Einbeziehung aller Generationen, jung und alt sind angesprochen voneinander zu lernen und ihre Bedürfnisse und Erfahrungen auszutauschen. Die Vielfalt unserer Natur ist nicht nur unser Schatz für die Zukunft, sondern kann auch eine Lebenschance für sozial, gesundheitlich oder gesellschaftlich benachteiligte Menschen sein. Dem tragen wir Rechnung. Unsere Bemühungen sind in unterschiedlichen Initiativen global vernetzt.

Mehrperspektivität/Transdisziplinarität
Wir sind fest davon überzeugt, dass nachhaltige, zukunftsfähige Entwicklung nur mit dem Blick auf das Ganze, unter Einbeziehung des Wissens und der Erfahrung aus der Vergangenheit und Abwägung der Forschungsergebnisse von heute, sowie einer konsequenten Technik- und Entscheidungsfolgenabschätzung möglich ist. Aus diesem Grund bemühen wir uns immer verschieden Meinungen und ExpertInnen einzuladen und Diskussionen und Reflexionen anzuregen. Ethik und sozialer Verantwortung fühle ich mich als Global Compact Mitglied und Mitglied von repACT Austria, sowie der AREGE proEthik, verpflichtet.

Zukunftsorientierung
Zukunftsorientierung heißt für uns unter anderem, Interesse am Morgen zu haben und am Wohlergehen der Generationen nach uns und durch das eigene Handeln sich bewusst dafür verantwortlich zu erklären. Es heißtim Projekt, dass gemeinsam nach neuen, zukunftsfähigen Wegen gesucht wird. Dabei setzen wir bei allen Stakeholdergruppen an und führen die unterschiedlichen Initiativen wieder im Projekt zusammen. Wir bleiben gemeinsam stehen und prüfen die Ergebnisse unserer Aktivitäten und gestehen es uns und anderen zu, dass Verbesserungen notwendig sind und führen diese auch durch.

Globale Perspektive
Wir leben auch im Projekt die Prinzipien der Fair Trade Gemeinde,lokal vor regional-global und in jedem Falle, insbesondere dort wo es nicht so leicht prüfbar ist, nachgewiesen fair. In der WEltgruppe ist unsere Gemeinde mit Projekten in Afrika und Südamerika vernetzt. Wir selbst sind mit Menschen aus der ganzen Welt im Gespräch und Austausch und bemühen uns nach Möglichkeit auch im Rahmen der Projektveranstaltungen den globalen Blick zu ermöglichen.

Kritisches Denken und Problemlösen
Ich bin überzeugte Umwelt-, Qualitäts- und Risikomanagerin und habe meinen Bürolehrling zu Weiterbildungen in nachhaltiger Entwicklung und Menschenrechten geschickt. Gerne begleite ich Diplomarbeiten oder Ausbildungen und nütze dabei die Gelegenheit mit Menschen um die Ecke und im Kreis zu denken und zu diskutieren und positive Lösungen zu finden. Das ist auch die Grundstruktur aller Projektaktivitäten. Es gibt kein Wissen, das allein richtig ist, aber auch keines, das es nicht Wert ist mit Respekt und Wertschätzung bedacht, diskutiert und gegebenenfalls auch verworfen zu werden.

Methodenvielfalt
Unter dem Motto gemeinsam voneinander Lernen versuchen wir mit verschieden Methoden Bildung für nachhaltige Entwicklung umzusetzen. Dazu gehören gemeinsames Erfahrungslernen durch Aktivitäten die für alle oder einige neu sind, Workshops,Informationsveranstaltungen, Spiele, Wettbewerbe, Wissenserwerb in ungewöhnlichem Umfeld, und vieles mehr

Partizipationsorientierung
Partizipationsorientierung ist in dem Projekt einmal gegeben, weil jede Aktivität von den TeilnehmerInnen gemeinsam gestaltbar ist. Vorgegeben, aber nicht unumstößlich sind Strukturen, die gemeinsam befüllt werden. Kein Projektergebnis ist im Projekt erledigt und vergessen, sondern es wird immer überlegt, wie die Ergebnisse weiter in die Gesellschaft integriert werden können, durch Vorschläge an die Gemeinde, durch Umsetzung in Organisationen und Unternehmen, durch Kooperation mit neuen PartnerInnen. Jeder Mensch wird respektvoll und mit Wertschätzung behandelt unabhängig von seinem Geschlecht, seiner Religion, Herkunft oder psychischen und physischen Gesundheit,. Bewusst wird nach Möglichkeiten der gemeinsamen Verständigung und Kooperation auch von scheinbar gegensätzlichen Menschen gesucht.

Lebenswirklichkeit der Lernenden
Wir haben die Sicherung der Artenvielfalt und der ökologischen Schätze als Lebensgrundlage für unsere Zukunft zum Ziel. Entsprechend müssen wir an vielen Schräubchen der unterschiedlichen Lebenswelten drehen und die Projektaktivitäten so aufbereiten, dass alle Stakeholdergruppen darin einen Sinn finden, wie z.B. Wildkräuter als gesunde und billige Nahrung, als Alleinstellungsmerkmal im Restaurant oder Handel, als Thema für die Regional- und Ortsbildplanung,...

Interne offene Lernprozesse
miraconsult ist ein kleines Unternehmen mit meist maximal zwei angestellten MAInnen und einem dichten Netzwerk von Freelancern, PraktikantInnen und KooperationspartnerInnen. Bildung ist ein wesentlicher Schatz und unsere Lebensgrundlage. Wir lernen in Institutionen und im ständigen Austausch mit unseren StakeholderInnen. MAInnen erhalten alle Möglichkeiten, können ihren WEg (im Rahmen unserer Arbeit) selbst bestimmen, aber die aktive Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit, CSR und ETHIK ist Pflicht

Partnerschaften und Netzwerke
Partnerschaften und Netzwerke sind uns wichtig. Lokal ist miraconsult vernetzt, im Sinne von Beteiligung-Zugehörigkeit-Verantwortung, mit der Gemeinde (Klimabündnisgemeinde, Faire Gemeinde), Pfarre, Schule, Kindergarten, Tourismusverband, Vereinen, Landwirten und der Pfarre; überregional als Klimabündnisbetrieb und Mitglied unterschiedlicher Experts Groups der Wirtschaftskammer und MediatorInnennetzwerke, von respACT Austria, ARGE pro Ethik und zertifiziert als Certified Management Consultant, global im fachlichen Austausch zum Thema nachhaltige Entwicklung mit Menschen in vielen Ländern und als Mitglied des UN Global Compact oder des UN-Dekadenprojektes Drehscheibe für Nachhaltige Entwicklung

Weiterführende Dokumente


Bericht Projekt Ökobildung Lieboch
Letzte Änderung: 20.03.2015
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Wirkungsbereiche


Steiermark

Laufzeit


01.04.2011 - 31.12.2013

Bildunsgbereiche


Außerschulische Jugendbildung
Erwachsenenbildung
Betriebliche Aus- und Weiterbildung
Kommunale Bildungsprojekte
Bildungsprojekte im ländlichen Bereich
informeller Bildungsbereich (NGO, Vereine, etc.)

Themenbereiche


Abfall und Beschaffung
Gesellschaft, Politik
Gesundheit/Ernährung
Globales Lernen
Klima- und Umweltschutz
Konsum
Land- und Forstwirtschaft
Medien
Natur / Biologische Vielfalt
Wasser
Wirtschaft
Stadt & Land nachhaltig entwickeln

Durchführende Organisation

miraconsult e.U.

Packer Straße 69

8501 Lieboch

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