Zukunftskarawane

Logo Das Projekt Zukunftskarawane lädt Bewohner*innen von fünf niederösterreichischen und steirischen Gemeinden zum Dialog über die Nachhaltigen Entwicklungsziele ein. Künstlerische Kleinprojekte, die von Studierenden interdisziplinär entwickelt und in den Gemeinden umgesetzt werden, lassen neue Zukunftsideen entstehen und vernetzen die Regionen miteinander.

Darstellung

Wie könnte eine nachhaltige Zukunft für alle aussehen? Zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung gehören Zugang zu sauberem Wasser und Energie, ausreichend Nahrung, und Klima- und Naturschutz - und auch der Aufbau nachhaltiger Städte und Gemeinden gehört dazu. Das Projekt Zukunftskarawane fragt: Was haben diese Ziele mit mir zu tun? Wie steht es in meiner Gemeinde, in meinem Ort um Nachhaltigkeit? Ausgehend von einer Kritik des Bestehenden initiiert die Zukunftskarawane einen Prozess, der ein gutzuheißendes Gegenbild entwirft und gleichzeitig für Zivilgesellschaft und politische Entscheidungsträger*innen und Expert*innen interessant ist. Durch die Kombination von Alltagswissen, Wissenschaft, Kunst und Politik entstehen neue Ideen zur Umsetzung. Maßnahme 1: Die Interuniversitäre Lehrveranstaltung im Wintersemester 2018/19 Oikodrom führte im Rahmen der Zukunftskarawane im Wintersemester 2018/19 eine interuniversitäre Lehrveranstaltung zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung an der Universität Wien durch. 21 Studierende aus drei Disziplinen - Internationale Entwicklung – Universität Wien, Soziale Ökologie – Alpe Adria Universität Klagenfurt und Kunst – die Angewandte, entwickelten partizipative Kleinprojekte in Kooperation mit unseren Partnergemeinden in Niederösterreich (Fischamend, Moorbad Harbach, Pürbach) und der Steiermark (Lieboch, Pöllau). Dabei wurden sie von ExpertInnen aus Wissenschaft und Praxis begleitet und unterstützt. Maßnahme 2: Von der Theorie zur Praxis: Umsetzung der Projekte in unseren Partnergemeinden in Niederösterreich und der Steiermark Im Frühling 2019 setzte die Zukunftskarawane die entwickelten Kleinprojekte in den Partnergemeinden um. • 4. Mai Streuobsttag in Pöllau • 5. Mai Solarkocherworkshop mit Flüchtlingen in Lieboch • 30. Mai Movie Night in Moorbad-Harbach: Konsum und Landwirtschaft • 31. Mai Schöne Grüße aus Pürbach – was will ein Dorf? • 14. Juli Partyzipativ! Öffentlicher Raum für Jugendliche in Fischamend In allen Projekten wandten die Studierenden, unterstützt vom Team der Zukunftskarawane, partizipative Methoden an und entwickelten sie weiter. Die Frage nach einem „guten Leben für alle“ gab den inhaltlichen Rahmen vor, und die TeilnehmerInnen konnten eigene Handlungsspielräume ausloten. Durch Teilhabe an diesen ungewohnten, in der eigenen Wohnumgebung stattfindenden Ereignissen – die also die gewohnte Umgebung für eine kurze Zeitspanne verändern – erlebten Menschen „reale Kleinstchancen“ für Veränderung, die vielleicht auch Mut machen, sich Größeres zuzutrauen. Maßnahme 3: (Über-)regionales SDG-Netzwerk: Gemeinsam Brunchen und Nachdenken zum Thema Nachhaltigkeit Im Herbst 2018 veranstaltete die Zukunftskarawane einen Brunch zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung. Diese Veranstaltung diente als Plattform, bei der sich unsere Kooperationspartner aus den verschiedensten Bereichen treffen und austauschen konnten: regionale Vertreter*innen aus Politik und Zivilgesellschaft, Kunstschaffende, Wissenschaftler*innen und Studierende. Das Essen dazu kam von innovativen Nachhaltigkeitsprojekten, die dazu vorgestellt wurden. Der zweite Brunch, bei dem die Ergebnisse diskutiert werden und Politikempfehlungen entwickelt werden, findet im November 2019 statt.

KooperationspartnerInnen

Universität Wien/Institut für Internationale Entwicklung; Universität für angewandte Kunst Wien; Universität für Bodenkultur Wien/ Institut für soziale Ökologie; Biorama – Magazin für nachhaltigen Lebensstil; Klimabündnis Gemeinden Niederösterreich; Regionalentwicklungsagentur Oststeirisches Kernland; Klima- und Energiemodellregion Naturpark Pöllauer Tal; Jugendzentrum Aquarium der Stadtgemeinde Fischamend. Die Zukunftskarawane ist ein Projekt von Oikodrom und wird von der Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (ADA) und der Landesregierung Niederösterreich/Abteilung Kunst und Kultur gefördert.

Schwierigkeiten und Erfolge bei der Umsetzung

Erfolge - Reges Interesse an der praxisnahen Lehrveranstaltung - Innovatives Konzept - Interdisziplinäre Herangehensweise erzeugte spannende Projektideen - Neue Wege, wie die SDGs kommuniziert werden können, wurden entwickelt - Die Kleinprojekte wurden von allen Partnergemeinden voll unterstützt waren in der Umsetzung sehr erfolgreich (Hohe Besucher*innenzahlen, spannende inhaltliche Ergebnisse, positives Feedback) Hindernisse - Aufbau der Zusammenarbeit mit den Gemeinden braucht viel Zeit - Hoher administrativer Aufwand zur Koordinierung der interuniversitären Lehrveranstaltung

Ergebnisse / Produkte

- Aufbau von Partnerschaften mit fünf Gemeinden in Niederösterreich und der Steiermark - Umsetzung einer interuniversitären Lehrveranstaltung im Wintersemester 2018/19 - Durchführung von fünf partizipativen Kleinprojekten in unseren Partnergemeinden - Organisation von zwei Vernetzungsveranstaltungen in Wien, die alle Partner zusammenbringt - Breite Öffentlichkeitsarbeit zur Zukunftskarawane und der Umsetzung der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung ländlichen Gemeinden in Niederösterreich und der Steiermark

Öffentlichkeitsarbeit

Im Rahmen einer Kooperation mit dem Nachhaltigkeitsmagazin Biorama veröffentlicht die Zukunftskarawane regelmäßig Beiträge: https://www.biorama.eu/themen/zukunftskarawane/ Zusätzlich veröffentlichen wir im Blog „Zukunftsrezepte“: https://www.zukunftsrezepte.at/blog/zukunftskarawane-teil-5-wie-koennte-ein-gutes-leben-fuer-alle-aussehen-eine-zusammenfassung-mit-fo/ In den Partnergemeinden weisen lokale Zeitungen auf bevorstehende Veranstaltungen hin und berichten im Anschluss über Verlauf und Erfolge der Zukunftskarawane. Das Niederösterreichische Fernsehen war beim Fest PartYzipativ! am 14. Juli 2019 in Fischamend anwesend und hat folgenden Bericht veröffentlicht: https://www.youtube.com/watch?v=2v4sBdYqBDM Zusätzlich ist die Zukunftskarawane in sozialen Medien präsent. Über Facebook berichten wir in regelmäßigen Abständen über die verschiedenen Stationen, u. a. über kurze Videoclips: https://www.facebook.com/zukunftskarawane/videos/613243272483074/

Finanzierung

öffentlich finanziert

Bezug zu den Kriterien der Bildung für nachhaltige Entwicklung


Wertorientierung am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung
In den Kleinprojekten der Zukunftskarawane gingen die Studierenden von dem Thema aus, wie ein „gutes Leben für alle“ aussehen kann und was das mit der Wirklichkeit in österreichischen Gemeinden zu tun hat. Ausgangspunkt war daher die Fragestellung, welche Bereiche/Herausforderungen zu nachhaltiger Entwicklung den Alltag der Bevölkerung in unseren Partnergemeinden vor Ort betreffen. Entsprechend den lokalen Gegebenheiten entwickelten sie partizipative Kleinprojekte, die unser jetziges Handeln in Hinblick auf zukünftige Generationen beleuchten.

Mehrperspektivität/Transdisziplinarität
Durch die Koordinierung einer interuniversitären Lehrveranstaltung bot die Zukunftskarawane Studierenden die Chance, ein inter- sowie transdisziplinäres Projekt zu entwickeln und umzusetzen. Das Projekt hat ihnen ermöglicht, eine Forschungsrealität zu erproben, die in den meisten Forschungsprojekten vorausgesetzt wird: über die Fachgrenzen hinaus zu denken, um sich Fragestellungen wie zum Beispiel der Umsetzung der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung in ländlichen Gemeinden über unterschiedliche Perspektiven zu nähern.

Zukunftsorientierung
Die Zukunftskarawane versteht sich als „Laboratorium für die Wirklichkeit“, in dem Ideen für Nachhaltigkeit entstehen. Um eine verändernde Praxis in Gang zu setzen, braucht die Gegenwart einen Funken Utopie: In einem partizipativen Prozess führt die Zukunftskarawane die interessierte Teilöffentlichkeit und Zivilgesellschaft vor Ort mit Personen aus Wissenschaft und Politik zusammen und ermöglicht über die Sprache der künstlerischen Intervention die Teilhabe an einem intersektoralen Denk-, Diskussions- und Umsetzungsprozess rund um die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung. Zukunft wird also inklusiv gedacht und birgt die Möglichkeit zu gestalten.

Methodenvielfalt
Die interuniversitäre Lehrveranstaltung bezog die spezifische Expertise von drei sehr unterschiedlichen Disziplinen und eine breite Vielfalt an Methoden mit ein. Neben wissenschaftlicher Methodik (Interview, Statistik, Literaturrecherche, etc.) wurden auch körperorientierte Ansätze nach Augusto Boal (z. B. partizipatives Theater) oder Methoden wie Fishbowl in die Lehrveranstaltung miteingebunden.

Partizipationsorientierung
In der Entwicklung der Kleinprojekte im Rahmen der Lehrveranstaltung waren die Studierenden an die Vorgabe gebunden, partizipative Methodik anzuwenden und dabei möglichst nahe an den Themen vor Ort zu arbeiten. Dementsprechend kreativ war auch das Resultat von unterschiedlichsten Ansätzen: vom Solardörrer für Streuobst in Pöllau, der mit Geflüchteten gebaut wurde, bis zum Holzschnittworkshop zur Gestaltung von Zukunftsideen für Pürbach oder einer Spray Aktion mit Jugendlichen für ihre Festivalzelte.

Partnerschaften und Netzwerke
Im Anschluss an die Lehrveranstaltung begleitete das Projekt Zukunftskarawane die Studierenden bei der Umsetzung der entwickelten Kleinprojekte in den Partnergemeinden. Die Studierendengruppen arbeiteten hierzu in engem Austausch mit Vertreter*innen aus Politik und Zivilgesellschaft vor Ort zusammen, um das Projekt an lokale Gegebenheiten anzupassen.
Letzte Änderung: 21.09.2019
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Wirkungsbereiche


Niederösterreich
Steiermark
Wien

Laufzeit


01.01.2018 - 31.12.2019

Bildunsgbereiche


Hochschulbildung
informeller Bildungsbereich (NGO, Vereine, etc.)

Themenbereiche


Gesellschaft, Politik
Globales Lernen
Kunst und Kultur
Sonstiger
Stadt & Land nachhaltig entwickeln

Durchführende Organisation

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