WILMA WIr Lernen durch MAchen

kreative Erfinderwerkstatt für Kinder, die ihre Phantasie fördern, sie für die globalen Nachhaltigkeitsziele sensibilisieren und zu Lösungsfindern machen soll

Darstellung

Kinder brauchen neben den Grundkompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen technische und digitale sowie nicht-automatisierbare Fähigkeiten, sogenannte Soft Skills, um für eine sich immer schneller verändernde Zukunft ausgestattet zu sein. Bei WILMA können die Teilnehmer*innen solche Soft Skills entwickeln. WILMA steht für WIr Lernen durch MAchen und ist eine Erfinderwerkstatt, in der Kindern der Raum und die Möglichkeiten zur Verfügung gestellt werden, ihren Ideen freien Lauf zu lassen und sie umzusetzen. Sie erforschen Probleme, entwickeln konkrete Ideen und setzen diese gemeinsam in die Tat um, in dem sie ausprobieren, was funktioniert und was nicht. Scheitern ist erlaubt und wird als Verbesserungsmöglichkeit gesehen. Anhand der Design Thinking Methode soll der Erfindergeist der Kinder wachgerüttelt werden. Die Kinder werden in drei Phasen – Erforschungsphase (Ideen und Recherche), Entwicklungsphase (skizzieren und machen) und Ergebnisphase (teilen und reflektieren) – und mit verschiedenen Methoden durch diesen Gestaltungsprozess begleitet. Die Teilnehmer*innen werden dafür ausgestattet, mit den Herausforderungen, mit denen sie in ihrer Zukunft konfrontiert sein werden, umgehen zu können. Dafür brauchen sie Werkzeuge und neue Blickwinkel, die sie zu verantwortungsvollen und lösungsorientierten Bürger*innen heranwachsen lassen. Bei WILMA wird die eigene Umgebung verstärkt wahrgenommen, globale Ziele und Problemstellungen auf das eigene Umfeld heruntergebrochen. Kinder werden dafür sensibilisiert, dass sie partiell mächtig und selbstwirksam sind. Den Welthunger können sie allein nicht stillen, aber sie können durch die Erfindung eines Hungererkennertellers etwas gegen die Lebensmittelverschwendung im Familienrestaurant machen und ihre eigene Umgebung für solche Themen sensibilisieren. Der Hungererkennerteller ist bei einem WILMA-Workshop 2018 entstanden. Die Umsetzung einer WILMA Erfinderwerkstatt kann in einem 2-3 stündigen Designworkshop erfolgen, in dem die Kinder zu Erfinder*innen werden und ihre ersten Ideen auf Papier bringen. WILMA kann aber auch als eine mehrtägige, sogar mehrwöchige Veranstaltung organisiert und umgesetzt werden, bei der (funktionierende) Prototypen entstehen. WILMA ist modular aufgebaut und in verschiedenen schulischen und außerschulischen Settings umsetzbar. Die Erfinderwerkstatt wird in Kooperation mit lokalen Betrieben umgesetzt. Lehrlinge dieser Betriebe werden in der Erfinderwerkstatt zu Lehrenden du Vorbildern und helfen den jungen Tüftler*innen bei der Umsetzung ihrer Ideen. Mit WILMA kann der Erfinder- und Entdeckergeist geweckt und gefördert und die Herangehensweise an eine Problemstellung aufgezeigt werden. Zudem wird das Herunterbrechen komplexer Problemstellungen, die Wahrnehmung des eigenen Umfelds und das Stellen der richtigen Fragen anhand von praktischem Tun vermittelt. Die Kinder werden aufmerksamer und verstehen Problemstellungen als Herausforderungen und nicht als Hürden. Der lösungsorientierte Ansatz hilft Kindern dabei, mit einer optimistischen Einstellung an eine Herausforderung heranzugehen, auch bei der Lösung von eigenen Alltagsproblemen. Der positive Ansatz eröffnet Möglichkeiten. WILMA hilft zu erkennen, dass eine Veränderung im Bereich der großen (globalen) Herausforderungen unserer Zeit auch im Kleinen (bei einem selbst) beginnen kann.

KooperationspartnerInnen

Marktgemeinde Lustenau Betriebe der Region (Bsp sind BLUM, Bayer Kartonagen, Alge electronic, Carini, Walter Bösch, KRAL) alle Volksschulen in Lustenau HAK Lustenau

Schwierigkeiten und Erfolge bei der Umsetzung

Schwierigkeiten: - Fördergelder finden - Terminkoordination zwischen Schulen und Betrieben - das Zusammenbringen der verschiedenen Kompetenzen, die dieses Projekt erfolgreich machen, mit einem sehr kleinen Projektteam ist eine Herausforderung. Projektmanagement, Pädagogik, Medienkompetenz, Organisation, Begleitung der Lehrlinge und der Schüler*innen /Lehrer*innen, Erfüllung der pädagogischen Ziele.... Insgesamt macht die Kombination dieser Komponenten das Projekt zum Erfolg. Der Weg dahin ist mit einem kleinen Team eine spannende Herausforderung Erfolge: - Begeisterung aller Beteiligten. Dass das Angebot von Schulen so gut angenommen wird, haben wir erwartet. Dass aber auch die Unternehmen immer wieder Lehrlinge zu unserem Projekt schicken und den Mehrwert, der das Projekt auch für sie als Unternehmen darstellt, erkennen, hat uns sehr gefreut. - Die unglaublichen Ideen und die Vielfalt, die jedes Mal wieder in den Workshops entstehen - Die Dynamik zeichen Lehrlingen und Schüler*innen. Die Lehrlinge gehen in ihrer Rolle als Lehrende richtig auf - dass das Projekt ganz klar aufzeigt, dass dieser freie Lernraum für jede(n) einen Platz bietet, dass jede(r) deine Stärken einbringen kann und dass einer Fehlerkultur kein Platz gegeben werden muss - Nachfragen aus anderen Orten, die entweder unsere Erfinderwerkstatt besuchen oder selbst eine installieren möchten

Ergebnisse / Produkte

- Nach jedem Workshop gibt es unzählige Erfindungen, die gemeinsam im Team erarbeitet wurden. - die Anzahl der angebotenen Workshops immer weiter ausbauen - angefacht waren anfangs nur Workshops für Schulen. Inzwischen haben wir die Erfinderwerkstatt schon zwei Mal als ein-wöchigen Programmpunkt in unserem Ferienprogramm angeboten. Zudem gibt es nun auch "freies Erfinden" an angekündigten Terminen - Veröffentlichung eines Handbuches, das unter der creative commons license von unserer Homepage herunterladbarer ist.

Öffentlichkeitsarbeit

- Die Erfinderwerkstatt wird regelmäßig auf unserer Homepage, Facebook und Instagram dokumentiert: https://w-ort.at/2017/02/wilma-wir-lernen-durch-machen/ - Anfangs wurden wir von der Initiative "Tuascht Mit?" der Marktgemeinde Lustenau gefördert. Das Projekt erschien daher auch auf der Homepage und der Facebookseite der Marktgemeinde sowie im Gemeindeblatt: https://www.lustenau.at/de/neuigkeiten/kreativwerkstatt-wilma-kinder-selbst-erfahrungen-machen-lassen - Die Neue Vorarlberger Tageszeitung schrieb einen Bericht über WILMA - Die IG Kultur schrieb ein Profil über die Erfinderwerkstatt als Beispiel: https://igkultur.at/artikel/greta-thunberg-inspiration-jugend-gabi-hampson-wort - WILMA wurde als Teil eines Projektes zum Thema Energie durchgeführt. In diesem Zusammenhang wurden die Workshops auf der Homepage des Energieinstitut Vorarlberg dokumentiert: https://www.energieinstitut.at/e5-energiebuch/e5-energiebuch-blog/ - Steven Marx und Gabi Hampson, die Initiatoren von WILMA, haben einen Beitrag im Buch "chance MakerSpace - Making trifft auf Schule" veröffentlicht - Das Handbuch zur Erfinderwerkstatt, das von Steven Marx und Gabi Hampson zusammengestellt wurde, kann von der W*ORT Homepage gratis heruntergeladen werden - WILMA ist nun Teil der "Youth Start Entrepreneurial Challenges" von IFTE (Initiative for Teaching Entrepreneurship) und wird als Teil ihres Programmes in verschiedenen Sprachen angeboten. http://www.youthstart.eu/de/challenges/the_wilma_inventors____workshop/

Finanzierung

öffentlich finanziertSponsoring, Spenden, Stiftungen

Bezug zu den Kriterien der Bildung für nachhaltige Entwicklung


Wertorientierung am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung
Nachhaltige Entwicklung ist ein zentrales Thema unserer Zeit und der Kern von WILMA. Die UN haben 17 Nachhaltigkeitsziele definiert. Kinder und Jugendliche sind die Gesellschaft von morgen. Sie sollen für die Herausforderungen, mit denen sie in ihrer Zukunft konfrontiert sein werden, vertraut gemacht werden. Dafür brauchen sie Werkzeuge und geöffnete Blickwinkel, die sie zu verantwortungsvollen und lösungsorientierten Bürger*innen heranwachsen lassen. Kinder und Jugendliche brauchen neben den Grundkompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen technische und digitale Fähigkeiten sowie nicht-automatisierbare, sogenannte «Soft Skills», um für eine sich immer schneller verändernde Zukunft ausgestattet zu sein. Bei WILMA können die Teilnehmer*innen solche Soft Skills entwickeln. WILMA inspiriert, den Erwerb dieser Kombination an Fähigkeiten spielerisch und professionell in den Unterricht oder in eine Freizeitwerkstatt einzubauen. Die eigene Umgebung wird verstärkt wahrgenommen, globale Ziele und Problemstellungen auf das eigene Umfeld heruntergebrochen. Kinder werden dafür sensibilisiert, dass sie partiell mächtig und selbstwirksam sind. Den Welthunger können sie alleine nicht stillen, aber sie können durch die Erfindung eines „Hungererkennertellers“ etwas gegen die Lebensmittelverschwendung im Familienrestaurant machen und ihre eigene Umgebung für solche Themen sensibilisieren. “Der Hungererkennerteller“ ist eine Idee, die bei einem WILMA Workshop in Lustenau 2018 entstanden ist. Das Video dazu ist online unter https://youtu.be/D1nIZC6ol0g abrufbar. Durch die Zusammenarbeit mit Lehrlingen entsteht eine besondere Zusammenarbeit der Generationen. Lehrlinge werden zu Lehrenden, Erwachsene zu Begleitern, die Kinder lernen auf Augenhöhe. Eine Dynamik, die das Miteinander und das Gesellschaftsklima positiv beeinflusst.

Mehrperspektivität/Transdisziplinarität
Die Nachhaltigkeitsziele werden den Kindern auf Augenhöhe nährgebracht, diskutiert, über die Themen philosophiert. Die Nachhaltigkeitsziele werden vom globalen Umfeld auf das lokale Umfeld heruntergebrochen. Der Design THinking Prozess kommt zum Einsatz. Die Kinder lernen kreative Lösungsfindung und Umsetzung, Handwerk und das arbeiten mit digitalen Medien, indem sie kleine Videos machen, um die Idee zu erklären. Oft entstehen Geschichten über die Erfindungen, die entweder erzählt oder auch aufgeschrieben werden. Während die Erfindung entwickelt wird und vor allem auch am Ende wird der Prozess reflektiert und immer wieder über den Impakt nachgedacht.

Zukunftsorientierung
Zukünftige Lösungen und Herangehensweisen für die Nachhaltigkeitsziele werden erörtert, diskutiert und erarbeitet. Dies passiert als Gesamtgruppe und in den einzelnen Gruppen, die sich jeweils mit einem Lösungsansatz beschäftigen. Die vermittelten Fähigkeiten des kritischen Denkens, Kreativität, Kooperation und Kommunikation werden als 21st Century Skills bezeichnet und sind somit zukunftsorientiert.

Globale Perspektive
Wir starten mit den globalen Nachhaltigkeitszielen der UN und brechen diese dann Schritt für Schritt auf das lokale Umfeld herunter. Da zur Zeit Klimastreiks und Fridays for Future Thema sind, wird gerade das in der Erfinderwerkstatt thematisiert - ein politischer Kontext ist gerade zu einer Zeit, in der Greta Thunberg international so aktiv ist und viele politische Foren besucht sowie in einer Zeit, in der hier in Vorarlberg in den nächsten 6 Monaten nicht nur zwei, sondern 3 Wahlen anstehen, unumgänglich und wichtig.

Kritisches Denken und Problemlösen
Kritisches Denken wird als Teil des Design Thinking Prozesses gefördert und ist im Erfinderdasein unumgänglich. Die entstehenden Erfindungen werden immer wieder kritisch analysiert und Herangehensweisen hinterfragt. Die Teams besuchen die Werkbänke untereinander und geben Input. Lehrlinge stehen als kritische Erwachsene zur Seite, hinterfragen Schritte und regen zur Reflexion an. Am Ende jeder Erfinderwerkstatt steht ein Reflexionsprozess. Im Vorfeld recherchiert der Workshopleiter das aktuelle Thema, das in der jeweiligen Erfinderwerkstatt erarbeitet wird. Die Erfinderwerkstatt wird recht analog durchgeführt. Es stehen Bücher zur Verfügung. Ansonsten greifen wir uns auf das Wissen der Beteiligen zurück - Workshopkeiter, Lehrlinge und die Kinder selbst. Wenn nötig unterstützen digitale Medien die Recherche. Kritischen Denkens, Kreativität, Kooperation und Kommunikation gehören zu den zentralen Kompetenzen, die dieses Projekt vermittelt.

Methodenvielfalt
Die Lösungsfindung ist völlig frei. In der Erfinderwerkstatt gibt es keine Grenzen für die Phantasie der Kinder. Sie dürfen ihren Ideen freien Lauf lassen. Der Prototyp für einen "Hungererkennerteller" ist in diesem Umfeld genau so realisitsch wie ein Turnschuh, der sich während des Gehens auflädt, damit man am Abend sein Handy damit laden kann. Der Müllschluckende Roboter, der aus dem Müll Ziegel macht steht gleichberechtigt neben einer (heutzutage) nicht unvorstellbaren Lieferdrohne. Erwachsene, Jugendliche und Schüler*innen stehen im ständigen Austausch - ein Austausch zwischen Generationen. Zudem präsentieren die Kinder während der Erfinderwerkstatt ständig ihre Ideen. Von der ersten, völlig freien Ideensammlung bis zur genauen Beschreibung eines Problems, wenn sie um Hilfe bitten möchten gibt es viele Schritte, in denen die Teilnehmer*innen ihre Kommunikationsfähigkeiten einsetzen und verbessern können. Ihr Wortschatz wird ganz nebenbei bereichert, indem Themen bearbeitet werden, die nicht in jedem Haushalt zu den Alltagsthemen gehören. Zudem präsentieren die Teilnehmerinnen ihre fertigen Prototypen in denen Videoclip.

Partizipationsorientierung
Die Erfinderwerkstatt liegt ganz in Kinderhand. Die globalen Ziele werden vorgestellt, dann entscheidet jede(r) einzelne, an welchem Thema er/sie weiterarbeiten möchte. Ideen werden gemeinsam gesammelt, dann arbeitet man an der Idee, die einem am besten gefällt. Dies muss nicht die eigene Idee sein. Wenn sich Teams bilden wird innerhalb dieser Teams eine Arbeitsteilung vereinbart, oder auch alles gemeinsam gemacht und entschieden. Am Ende einer Erfinderwerkstatt wird stets Feedback eingeholt, das dann in die Weiterentwicklung von WILMA fließt. Zuerst wurde WILMA nur für Schulen durchgeführt. Dank des Feedbacks der Teilnehmer gibt es jetzt auch eine Erfinerwerkstatt in der Freizeit.

Interne offene Lernprozesse
Reflexion ist ein wichtiger Teil des Design Thinking Prozesses. In unserer Erfinderwerkstatt gibt es keinen starren Zeitablauf - Zeit für Reflexion wird als wichtig und förderlich gesehen. Das Team trifft sich an Anfang in der Mitte (in der "Kekspause") und vor allem auch am Ende der Erfinderwerkstatt am gemeinsamen Tisch und reflektiert gemeinsam. Wir arbeiten in einer offenen Werkstatt, die Kommunikation einfach macht und diese gar fördert.

Partnerschaften und Netzwerke
Jeder darf seine eigenen Ideen einbringen, gearbeitet wird fast ausschließlich im Team. Die Teams können von den Kindern selbst zusammengestellt werden und orientieren sich meist an den Erfindungen und Inhalten, an denen sie arbeiten möchten, nicht unbedingt an existierenden Freundeskreisen - somit entstehen neue soziale Beziehungen. Zusammenarbeit und vor allem auch Teilen von Ideen ist eine Regel in der Erfinderwerkstatt. Man darf Ideen abschauen - es wird ihnen vermittelt, dass es auch in der realen Welt nur wenige wirklich innovative Ideen gibt und dass beim "Abschauen" oft ganz einfach nur Impulse zur Weiterentwicklung der eigenen Idee gegeben werden. Es gibt auch Probleme, die wir den Kindern präsentieren, bei denen sie Teile des Ganzen in Gruppen erarbeiten, die Gesamtlösung aber nur als ganze Gruppe umsetzen können.
Letzte Änderung: 20.09.2019
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Ausgezeichnet mit:
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Wirkungsbereiche


Gesamtösterreich

Laufzeit


01.03.2016 - 10.09.2019

Bildunsgbereiche


Vorschule + 1.-4. Schulstufe
5.-13. Schulstufe
informeller Bildungsbereich (NGO, Vereine, etc.)

Themenbereiche


Abfall und Beschaffung
Energie
Gesellschaft, Politik
Gesundheit/Ernährung
Gleichstellung von Frau und Mann
Globales Lernen
Interkulturelle Bildung und Friede
Klima- und Umweltschutz
Konsum
Kunst und Kultur
Menschenrechte
Mobilität
Natur / Biologische Vielfalt
Wasser
Sonstiger
Stadt & Land nachhaltig entwickeln

Durchführende Organisation

W*ORT

Raiffeisenstr 18

6890 Lustenau

0660 6846672 gabi.hampson@w-ort.at
http://w-ort.at/
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