Essbare Stadt Dornbirn

Im Frühjahr 2019 startete der Pilotgarten der Essbaren Stadt Dornbirn im Kulturhauspark. In Kooperation mit der Stadt Dornbirn und verschiedensten Institutionen, Kindergärten, Spielgruppen & Schulen und Interessierten jeden Alters wurde ein biologisch bewirtschafteter Garten, der zum Mitmachen für Alle einlädt, angelegt.

Darstellung

Wir sind eine Bürgerinitiative, die sich zum Ziel gesetzt hat, Dornbirns öffentliche, ungenutzte Flächen unter biologischer Bewirtschaftung aufblühen und essbar werden zu lassen, sie ihrem Potenzial nach Stück für Stück in einen lebendigen und erlebbaren Ort für Dornbirns Bewohner- und BesucherInnen zu verwandeln und damit auch einen Beitrag zur Erhaltung der Insekten- und Vogelwelt zu leisten. In Kooperation mit der Stadt Dornbirn und verschiedensten Institutionen ist dieser Pilotgarten entstanden - der Samen einer essbaren & blühenden Stadt Dornbirn, der zum Mitmachen für Alle einlädt und von Allen bewerkelt und beerntet werden darf. Schulklassen, Kindergarten- & Spielgruppen haben die Möglichkeit, Hochbeetpatenschaften zu übernehmen, selbst anzusäen, zu pflegen und zu ernten. Mit dem Pilotgarten der Essbaren Stadt Dornbirn wird ein Ort geschaffen, welcher im Zuge von Exkursionen & Workshops von den verschiedensten Institutionen, Schulen & Kinderbetreuungen zu den verschiedensten Themenbereichen erlebbar gemacht werden kann. Es wird ein Ort geschaffen, der ein Lernen und Erfahren mit allen Sinnen ermöglicht, der zum Experimentieren und Erforschen, zum Verweilen in wohltuender Atmosphäre, einlädt. Unsere Vision ist es, in Dornbirn nach und nach ein Netz an vielen kleinen essbaren und blühenden Flächen entstehen zu lassen, die von einzelnen (Nachbarschafts-) Gemeinschaften bewirtschaftet werden können.

KooperationspartnerInnen

Krautblog Bodenfreiheit Bodenseeakademie Conrad Amber Dornbirner Jugendwerkstätte Energieinstitut Vorarlberg Terre Swiss Faktor Natur inatura Klimacent Nautrschutzbund NenaV Obst- und Gartenverein österreichisches Ökologieinstitut Querbeet Tag eins – Büro für Wandel Winder Beeren youngCaritas Lebenshilfe Mädchentreff Kindergarten Forach Spielgruppe & Interkulturelle Kleinkindbetreuung Panama Volksschule Dornbirn Markt Sonderschule Dornbirn Markt Eltern-Kind Zentrum marie Strassenzeitung Energieinstitut Arche Noah VAI - Vorarlberger Architekturzentrum Stadtgärtnerei Dornbirn Stadtplanung Dornbirn Bürgermeisterin Andrea Kaufmann & Stadtrat

Ergebnisse / Produkte

Unser Ziel für 2019 ist die Anlage eines Pilotgartens - sozusagen das Herzstück der "Essbaren Stadt" mitten im Stadtkern. Dieser beinhaltet 15 smarte (sich selbst durch Solar bewässernde) Hochbeete, ein Gartenpavillon, ein Miniacker, Kräuterbeete, Strauchbeete und Blühelemente für die Bienen- und Vogelwelt. Diese Kleinanlage hat einerseits positive Effekte auf das städtische Mikroklima (Temperatur, Wasseraufnahme, Feinstaubbelastung,…) und soll weiters durch den bewusstseinsbildenden Charakter als Multiplikator für viele Themen dienen. Diese sind: biologisch-saisonal-regionaler Konsum, Know How zu Kompostierung, Saatgutvermehrung & Co, rücksichtsvoller Umgang mit der Natur & Boden, Müllvermeidung, Insekten- und Vogelsterben & Bestäubung, Ausgleich für Körper & Geist,… Die smarten Hochbeete bewässern automatisch und sparen so Wasser. Wir freuen uns über regen Zulauf und eine starke Nutzung durch Spielgruppen, Familientreffpunkte, Kindergärten, Schulen, Jugendtreffpunkte und Vereine (zb.: Obst & Gartenbeiverein, Eltern Kind Zentrum, Verein "Füranand - Arbeit mit beeinträchtigten Personen", Naturschutzbund, Jugendwerkstätten, Lebenshilfe, Caritas....). Uns erreichen täglich Mails von Menschen, welche beschreiben, wie sie sich genau ein solches Projekt, einen solchen Ort, gewünscht haben. Verschiedenste Hilfsangebote unterschiedlichster Menschen und Institutionen zeigen uns, dass das Projekt die Bedürfnisse der Menschen anspricht. Unterschiedlichste Gruppen, wie Senioren aus der Nachbarschaft, einige Kindergärten, Schulen und Spielgruppen, das Eltern-Kind-Zentrum, die Flüchtlingshilfe, die Jugendwerkstätten, sind vor Ort dabei. Der Auftrag für den Bau der Hochbeete ging an die Dornbirner Jugendwerkstätten und wir bekamen die Rückmeldung, dass die Jugendlichen die Mitarbeit an einem hippen „Urban Gardening-Projekt“, das sie aus größeren Städten kannten, richtig toll fanden.

Öffentlichkeitsarbeit

Die bisherige Resonanz, wie etwa die Verleihung des Klimaschutzpreises für die beste Klimaschutzidee Vorarlbergs, liegt schon weit über unseren Erwartungen. Die Medienberichterstattung über das Projekt und der Bekanntheitsgrad ist dankenswerterweise enorm und wird über Newsletter, Gemeindeblätter, soziale Medien verbreitet und immer wieder mal darüber berichtet und auf dem Laufenden gehalten.

Finanzierung

öffentlich finanziertSponsoring, Spenden, Stiftungen

Bezug zu den Kriterien der Bildung für nachhaltige Entwicklung


Wertorientierung am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung
Garten verbindet. Es ist ein Ort, wo Menschen aus ganz untersch. Hintergründen/Schichten zusammenkommen u. auch mit dem Gedankengut eines ökologisch solidarischen Lebensstils in Kontakt - sie schaffen sich Sinn, durch sinnvolles Tun. Die Wertschätzung gegenüber biologischen, regional-saisonalen Lebensmitteln wächst, lässt uns miterleben, wie Lebensmittel entstehen, Verständnis f. Naturkreisläufe. Vorallem Kindern wird die Möglichkeit zur Primärerfahrungen geschenkt (vs. 'Leben aus zweiter Hand'; konv.Unterricht/Medien). Zu erfahren, wie die selbst in die Erde gesetzten Samen sprießen,sich unter der eigenen Pflege verändern, lässt Kinder eine Verbindung zur Natur entwickeln, welche zum Maßstab für ihre eigene Haltung der Umwelt gegenüber wird. Die neuen Medien können und dürfen die unmittelbare Auseinandersetzung mit Umwelt nicht ersetzen.

Mehrperspektivität/Transdisziplinarität
Garten verbindet nicht nur Menschen - er verbindet auch Themen und Bereiche aller Art. Aufgrund der Tatsache, dass wir mit der Stadt, dem Stadtrat, der Stadtplanung, verschiedenen Parteien und politischen Gremien in Zusammenarbeit bzw. Kontakt und Austausch stehen, ergibt sich dies automatisch. Die partizipierenden Personen - seien es Erwachsene, Jugendliche oder Kinder bekommen mit, wieviele Diszipline da mitwirken bzw. sind selbst Teil dieser verschiedenen Prozesse. So wird beispielsweise gemeinsam überlegt, wie und wofür und zu welchen Teilen das verfügbare Budget (Spenden, Sponsoring und Crowdfunding) durch unsere ehrenamtliche Arbeit eingesetzt wird. Wo es Sinn macht und wirken kann (zb. Solar-Bewässerung der Patenschafts-Hochbeete durch Schulen und Kindergärten, mehrsprachige Schilder etc. Wir sehen das Projekt auch als Gesellschafts-Experiment - so ist immer wieder spannend zu beobachten, wie die Leute darauf reagieren, dass alles frei und für alle ist - dass keine monetäre Gegenleistung erwartet wird und jede/r einfach ernten und mitmachen darf. Wir waren auch gespannt darauf, ob die von Vielen prognostizierten Diebstähle eintratren - was nicht der Fall war. Im Gegenteil - als die ganzen Salate begannen auszuschießen, weil niemand sich traute, sie zu ernten, begannen einige Kinder und Jugendliche sie im Park zu verschenken und Schilder mit 'Nehmt euch gern einen Salat mit' aufzustellen. Spannend ist auch zu sehen, wieviele Gespräche sich mit Passanten und Interessierten über ökologische Themen, wie Insektensterben, Lebensmittelverschwendung und Spritzmittel etc. an so einem Gartentag ergeben. Danach wird im Sitzkreis unterm Baum das Buffet aus mitgebrachten Leckereien errichtet und oft gesellen sich Passanten hinzu - staunend über die Einladung der Kinder zu unserem Buffet.

Zukunftsorientierung
Angesichts dessen, dass die Alarmglocken unserer ökologischen Systeme auf vielen verschiedenen Ebenen weltweit immer lauter und schriller läuten und gleichzeitig die Menschen aufgrund Überreizung allerart Schreckensmeldungen immer abgestumpfter werden, war es unsere Intention, mit der Essbaren Stadt Dornbirn einen Ort zu schaffen, der geradezu Lust macht, sich mit der Zukunft unseres Planeten und aller Lebewesen, die darauf wohnen, zu beschäftigen. Dieser Garten und das Projekt rundherum schafft es, Zukunftsthemen wie ökologisches, soliadarisches (Land)wirtschaften, Umgang mit Ressourcen wie Boden, Wasser, Energie, Insektensterben, Umgang mit Integration und Menschenrechte & sozialen (Rand)schichten, alternative Tauschsysteme, Naturverbindung... auf ‚leichte‘ Art und Weise anzusprechen – aus einem gemeinsamen, beschwingenden Wunsch heraus, Teil der Lösung zu sein – ohne Angst und Vorwurf. Zusammenfassend kann man sagen, dass das Projekt Essbare Stadt Dornbirn all die Fragen anklingen lässt, die schlussendlich wichtig sind zur Sprache zu bringen, damit wir es schaffen, enkel&urenkelfreundlich handelnd in die Zukunft zu schreiten. Dies alles versuchen wir durch Workshops und Aktionstage, durch verschiedene Feste und Aktionen, über Newsletter, Social Media und Medien, nach außen zu bringen. Die Reaktionen von den Menschen rundherum sind mutmachend und motivierend und lassen uns immer neue Tatkräfte entwickeln und immer wieder aufs Neue Sinn darin finden.

Globale Perspektive
Menschen kommen in Kontakt mit Menschen, mit denen sie sonst wahrscheinlich nie in Kontakt kommen würden - einfach, weil sie aus total verschiedenen Welten, sozialen Schichten, Kulturen, kommen bzw. verschiedenen Alters sind. Das bereichert unheimlich, bringt Verständnis fürs Andere, fürs Unbekannte und eröffnet neue Perpektiven für Lebensweisen und Tätigkeiten... Durch Themen, wie sie in 'unseren' Kreisen alltäglich sind, werden Teilnehmende in Kontakt gebracht - beispielsweise, dass wir durch unseren Konsum, wie durch einen 'Stimmzettel' tagtäglich bestimmen, welche Auswirkungen dies auf andere Teile der Welt bzw. unsere Nachkommen hat.

Kritisches Denken und Problemlösen
Ein Garten ist Staun- und Lernort. Allen Mitmachenden steht es frei, Dinge auszuprobieren, zu tüfteln und Lösungen zu finden. So staunte beispielsweise eine Lehrerin dermaßen beim ersten Aktionstag mit ihrer Klasse, weil ihr 'Problemschüler', der für und zu nichts zu begeistern sei, dermaßen geschickt und ausdauernd im Garten herumtüftelte und in seiner Begeisterung und Ideenfindung kaum zu bremsen war. Das war so unheimlich schön mit anzusehen - Garten (und andere Naturräume) eröffnet einen ganz neuen Raum, den Kinder leider meist nicht als Erfahrungsort zur Verfügung steht - welcher aber ganz neue Potenziale und Talente zum Vorschein bringt und Kinder bereichert, die vieleicht sonst nicht zum Strahlen und Begeistern gebracht werden. Die Kinder- und Jugendgruppen experimentieren, ob die 'Guten Nachbarschaften' der Pflanzen aus der Fachliteratur, auch bei ihnen im Hochbeet zutrifft. Es gab immer wieder Situationen, wo dem nicht so war und sie die Pflanzen umreihten bzw. ihnen mehr Abstand gaben und sie dann besser gediehen. Als Schädlinge, wie Läuse auftraten, und sie hörten, dass das die Lieblingsspeise von Marienkäfern sei, kamen die Jugendlichen auf die Idee, sich Marienkäferlarven von überall im Park einzusammeln und auf die befallenen Pflanzen zu setzen - und siehe da: ein paar Tage später waren sie bekämpft und die jüngeren Kinder hatten riesigen Spaß daran, zu beobachten, wie die Ameisen widerum die Läuse beschützen wollten - sind sie doch große Liebhaber der Ausscheidungen der Blattläuse. Das war ein schönes Beispiel, wie Jugendliche selbst auf eine Idee kamen, die in der ökologischen Schädlingsbekämpfung ein beliebtes Mittel ist, sie aber keineswegs kannten.

Methodenvielfalt
Wir sehen Garten als erbgenisoffener, selbstorganisierter Lernprozess überhaupt. Wie am oben genannten Beispiel der Marienkäfer: Als Schädlinge, wie Läuse auftraten, und sie hörten, dass das die Lieblingsspeise von Marienkäfern sei, kamen die Jugendlichen auf die Idee, sich Marienkäferlarven von überall im Park einzusammeln und auf die befallenen Pflanzen zu setzen - und sieheda: ein paar Tage später waren sie bekämpft und die jüngeren Kinder hatten riesigen Spaß daran, zu beobachten, wie die Ameisen widerum die Läuse beschützen wollten - sind sie doch große Liebhaber der Ausscheidungen der Blattläuse. Austausch beim Buffet Mitwirkende können in vielen verschiedenen Bereichen mitwirken, sich engagieren: im Planen und der Umsetzung des Gartens, in der Kommunikation (Social Media, Website & Newsletter bzw. Verfassen von Statements und Beiträgen für Medien, SChilder vor Ort gestalten, Fotos machen), im Organisieren von Aktionstagen, Workshops, Vorträgen und Festen, in Aktionen wie auf Leute im Park zugehen und Gemüse verschenken, im Zubereiten der Ernte ... Im wöchentlichen stattfindenen 'Offenen Garten' wird gemeinsam gegessen im Anschluss, sich ausgetauscht, geplant, Ideen gesponnen, sich vernetzt - Personen aus unterschiedlichen Institutionen (Lebenshilfe, Caritas, Jugendarbeit, Obst- und Gartenbauverein, Naturschutzbund, Offener Kühlschrank, Wandeltreppe, Gemeinschaftsgärten, Menschen, die in ihrer Region auch etwas ähnliches aufziehen möchten etc.) kommen, um sich zu vernetzen und Erfahrungen auszutauschen. Und einmal monatlich treffen wir uns im für alle offenen Team-Treffen, um dasselbe zu tun. :)

Partizipationsorientierung
Die Mitwirkenden dürfen sich je nach Lust und Interesse an den verschiedensten Planungen beteiligen: im für alle offenen Kernteam, im Offenen Garten, der Pflege und Ernte der eigenen Hochbeete (Schulklassen, Spielgruppen und Kindergärten), im Planen von Festen, Aktionen, Workshops etc., in der Gartenplanung, in der Kommunikation (Social Media, Website & Newsletter bzw. Verfassen von Statements und Beiträgen für Medien, Fotos machen)

Lebenswirklichkeit der Lernenden
Immer wieder hören wir von Leuten, die nachdem sie 'Garten kennengelernt' haben, zuhause oder auch in der Nachbarschaft ihren eigenen Garten oder ein Hochbeet, angelegt haben. Öfters warens auch Kinder, die so begeistert waren und ihre Eltern dazu gebracht haben, selbst ein Hochbeet in Garten oder Balkon zu stellen. Kindergärten und Schulen haben begonnen, ihre Freiräume zu bepflanzen - es zieht Kreise. Primärerfahrungen, also unmittelbare Erfahrungen in direktem Kontakt mit der eigenen Umwelt, werden speziell für Kinder, aber auch für Erwachsene, immer wertvoller. Im Gegensatz dazu stehen Sekundärerfahrungen, welche auch als 'Leben aus zweiter Hand' bezeichnet werden – Erfahrungen, die durch die Beschreibung Anderer kennengelernt werden, wozu größtenteils auch schulischer Unterricht und Medienkonsum gehören. Innerhalb Dornbirn eingebeetet werden Möglichkeiten zu Primärerfahrungen geschaffen: Dinge mit der eigenen Hand, den eigenen Augen, Füßen, Ohren, dem eigenen Körper zu erfahren: zu erleben, wie die selbst in die Erde gesetzten Samen sprießen und erste Keimblätter daraus hervorbrechen, welche Schmetterlinge auf welchen Blüten landen, wie es ist, einer Spinne beim Bau ihres Netzes zuzusehen und Regenwürmer in der aufgewühlten Erde zu entdecken, wie unter den Radieschenblätter plötzlich rote Knollen aus der Erde drängen und die erst winzigen Köpfchen des Blumenkohls immer größer und größer werden - respektive, wie sich diese Lebewesen und Dinge anfühlen, anhören, wie sie sich unter der eigenen Verantwortung und Pflege, im Wandel der Jahreszeiten, verändern. Im Rahmen der Primärerfahrung eröffnen sich immer wieder neue Perspektiven, zeigen sich neue Seiten, neue Eigenschaften, welche das Kind auf umfassende Weise kennenlernt. Durch die Beobachtung von Tieren und Pflanzen kann das Kind eine enge Verbindung zur Natur entwickeln, welche in seinem späteren Leben zum Maßstab für seine eigene Haltung der Umwelt gegenüber werden wird. Zahlreiche Studien belegen, dass Primärerfahrungen in der Natur Lebenskompetenzen von Kindern wesentlich stärken kann, was bedeutet, dass Selbstvertrauen, Selbstbehauptung, die Entwicklung von Empathie und Sozialverhalten, psychomotorische Kompetenz, Kommunikationsfähigkeit und zwischenmenschliche Beziehungen, Konfliktfähigkeit und Frustrationstoleranz, Widerstand gegenüber Gruppendruck, ein konstruktiver Umgang mit Gefühlen, wie Stress und Angst, kritisches Denken, Problemlösefähigkeiten sowie Entscheidungs- und Handlungskompetenz gefördert werden. Die Erfahrungswelt der natürlichen Räume bietet einen Ausgleich zu unserer technisierten Umwelt und den Aufenthalt in geschlossenen Räumen, von Computer und Fernseher. Denn die neuen Medien können und dürfen die unmittelbare Auseinandersetzung mit der Umwelt nicht ersetzen. Die Gehirnforscher wissen schon seit langem: Die Naturerfahrung ist die Grundlage allen Lernens. Der amerikanische Journalist und Buchautor Richard Louv hat einen Begriff geprägt, der in viele Diskussionen Eingang gefunden hat: den des Natur-Defizit-Syndroms. Dies ist der Preis den wir - vor allem unsere Kinder - zahlen, wenn wir uns von der Natur entfremden, dazu gehören eingeschränkte Sinneswahrnehmung, Aufmerksamkeitsdefizite und höhere Anfälligkeiten gegenüber physischen und emotionalen Beeinträchtigungen, die allesamt die Fähigkeiten reduzieren, ein gutes, glückliches Leben zu führen. Unter Naturverbindung verstehen wir ein alle Sinne ansprechendes In-Beziehung-Treten mit der natürlichen Umwelt. Im Gegensatz zu konservativer Umweltbildung geht es darum, dass Natur einfach nur erfahren werden darf – ohne dass darin ein Bildungsauftrag gesehen wird. Das Ziel ist nicht Wissen anzuhäufen, sondern gemeinsam bedeutsame und lebendige Erfahrungen zu machen. Durch diese Verbundenheit kann auf natürliche Weise eine Einstellung des Hütens und Erhaltens der Natur entstehen. „Je mehr Sinne beim Lernen beteiligt sind, desto besser prägt sich einem Kind die neue Erkenntnis ein. Das beste Spielmaterial bietet dabei die Natur. Wenn Kinder zum Beispiel mit Blättern spielen, tun sie das mit mehreren Sinnen gleichzeitig. Sie nehmen den harzigen Geruch wahr, fühlen die Blattadern, unterscheiden verschiedene Farbtöne, verändern die Form des Blattes durch Zerrupfen oder Falten. Kinder lernen also durch unmittelbares Erleben.“ (Gerald Hüther)

Interne offene Lernprozesse
Im Offenen Garten, vor allem beim Buffet danach und im Offenen Team-Treffen wird gemeinsam geplant, Ideen gesponnen, über aktuelle Ereignisse gesprochen. Wenn mal jemand grad akut unter 'Weltschmerz' leidet, weil ihm zb. irgendein aktuelles ökologisches Desaster zusetzt, besteht dort ein Raum, um derartiges anzusprechen und durch das Teilen in der Gruppe und das Wissen und Fühlen, die anderen verstehen und teilen dies, wirds oft leichter und man kommt aus den oftmaligen Ohnmachtsgefühlen wieder besser raus und kann neue Motivation fassen.

Partnerschaften und Netzwerke
Mit verschiedensten Instiutionen & Vereinen/Personen pflegen wir ein Kooperations- oder Hilfestellungs-Verhältnis. Dadurch wird in sich ständig verändernden und übergreifenden Kleinteams gewerkelt. So kommen unterschiedlichste Menschen & Insititutionen zusammen - gemeinsam haben sie alle im übergreifenden Sinne 'Ein gutes Leben für Alle' - mit unterschiedlichen Herangehensweisen und Schwerpunkten. Einige der Institutionen: Bäuerliches Schul-& Bildungszentrum Setzlingsproduktion; Know How, Gartenwerkzeuge und Bodenbearbeitungsmaschinen HTL Weiterentwicklung „SMARTes Hochbeet“ (zb. Anbindung an lokales LoRa-WAN) Eltern-Kind-Zentrum Stellt Veranstaltungsräume zur Verfügung, bewirbt Projekt, gemeinsame Workshops Fachhochschule „Queerbeet“-Projekt der FH als „Vorreiterprojekt“, Zusammenarbeit mit Studenten/Professoren, Herstellen der Schilder und Logos durch in Testlauf befindlichem Holzlaserverfahren Wandeltreppe Initiative für Vernetzung aller nachhaltigen Bewegungen in Vorarlberg/Bodenseeraum Offener Kühlschrank Teilen von Lebensmitteln - Gegen Lebensmittelverschwendung Bodensee Akademie Know How im Bereich Bepflanzung/Blühwiesen/Insektennahrung Ökologie-Institut Bewerbung & Unterstützung im Bereich „Öffentliche Förderungen/Finanzierung“ Naturschutzbund Bewerbung, Know How Talente Tauschkreis Vorarlberg Allmenda Vorarlberg Caritas INATURA Bewerbung, Kooperation in Form von Workshops in Abstimmung OGV Veranstaltungen und Workshops Krautblog Unterstützung bei Umsetzung Lebenshilfe & Verein Füranand Arbeit mit (jungen) beeinträchtigten Menschen,Hochbeetpatenschaften übernehmen Dornbirner Jugendwerkstätten Haben SMARTes Hochbeet entwickelt, unterstützen im Aufbau des Pilotgartens AQUAmühle Hochbeetpatenschaft durch Kinder der interkulturellen Kindergruppe Panama JUGENDARBEIT MÄDCHENTREFF Betreuung eines Hochbeets, Mitwirken im Garten Sonderschule Dornbirn Neben den oben angeführten Kooperationspartnern haben wir eine Vielzahl an öffentlichen Stellen, Privatpersonen und anderen Stakeholdern. Wir haben für eine zielgruppengetreue Kommunikation „Cluster“ gebildet und informieren diese je nach Thema. Unsere Kerngruppenmeetings sind öffentlich zugänglich und werden immer für alle ausgeschrieben. Wir haben über die oben angeführten Organisationen Zugang zu einem großen Pool an ExpertInnen und „zapfen“ diesen bei Bedarf an. Bei verschiedenen Veranstaltungen (Gartentag, OGV Funktionärstagung, Dornbirner Herbst, Dornbirner Spielefest, …) sprechen wir immer wieder mit bis dato noch nicht involvierten Personen, um Meinungen und Ideen abzuholen.
Letzte Änderung: 30.08.2019
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Wirkungsbereiche


Vorarlberg

Laufzeit


10.05.2019 - Projektende offen

Bildunsgbereiche


Kindergarten
Vorschule + 1.-4. Schulstufe
5.-13. Schulstufe
Außerschulische Jugendbildung
Erwachsenenbildung
Bildungsprojekte im ländlichen Bereich

Themenbereiche


Energie
Gesellschaft, Politik
Gesundheit/Ernährung
Interkulturelle Bildung und Friede
Klima- und Umweltschutz
Konsum
Land- und Forstwirtschaft
Natur / Biologische Vielfalt
Wasser
Stadt & Land nachhaltig entwickeln