zam.wachsen - Integration durch Umweltbildung

Im Projekt „zam.wachsen“ haben wir ganz spezielle Umwelt-Workshops für Deutschkurse entwickelt, um Umweltthemen für MigrantInnen sprachlich verständlicher zu machen. Methoden aus Umwelt-, Fremdsprachen- und Theaterpädagogik sind dabei zusammengeflossen.

Darstellung

Hintergrund: ZuwanderInnen haben auf ihrem Weg zur Integration in eine Gesellschaft viele Hürden zu überwinden, verbunden damit gibt es jedoch wenige Möglichkeiten über die Umgebung, die regionalen Produkte oder den Umgang mit Abfall zu erfahren, insbesondere wenn man der deutschen Sprache noch nicht ganz mächtig ist. Ziel: Ziel des Projekts „zam.wachsen“ ist es, Bewusstseinsbildungsworkshops zu wichtigen Umweltthemen für Deutschlernende und -lehrende zu entwickeln und durchzuführen. Übergordnetes Ziel ist es, ein gutes Zusammenleben von zugewanderter und einheimischer Bevölkerung in Österreich zu fördern und die Akzeptanz von ZuwanderInnen in den Gemeinden zu erhöhen. Durch das Projekt werden Netzwerke zu weiteren Partnern der Zivilgesellschaft aufgebaut, die dazu führen sollen, Menschen im Integrationsbereich zu ermutigen weitere Initiativen im Umweltbereich in weiteren Bundesländern zu setzen. Das Projekt zam.wachsen fungiert somit als Impulsgeber, das umweltpädagogische Wege zu einem nachhaltigeren Alltagsleben für alle Bevölkerungsgruppen bereitet und für die Zukunft ebnet. Maßnahmen: Wir haben vier Themenmodule zu unterschiedlichen Sprachniveaus des europäischen Referenzrahmens entwickelt. Mit erlebnis- und theaterpädagogischen Methoden werden die TeilnehmerInnen an Umweltthemen herangeführt. • Abfall vermeiden, trennen und recyceln – Sprachniveau A1 (AnfängerInnen) • Ernährung – Sprachniveau A2.1 • Nachhaltiger Konsum – Sprachniveau A2.2 • Energie – Sprachniveau B1 (Fortgeschrittene) Die Module sind dem jeweiligen Sprachniveau angepasst, so dass alle Teilnehmenden aktiv an den Workshops teilnehmen können. Ein Workshop ist auf die Dauer von 2,5 Stunden ausgerichtet. Durchgeführt werden sie von eigens darin geschulten TrainerInnen von Global2000. Der von uns verwendete gebrauchsbasierte Sprachlernansatz ergänzt den traditionellen und systematischen Fremdsprachenunterricht, der sich überwiegend der Schriftsprache zuwendet. Wir versehen zudem die Workshops mit theaterpädagogischen Elementen. Kommunikation und pragmatischer Sprachgebrauch stehen im Vordergrund. Die theaterpädagogische Sprachförderung schafft Sprechanlässe in handlungsorientierten, situativen, natürlichen und zielgerichteten Kontexten, in denen die Lernenden ihr theoretisches sprachliches Wissen aktivieren und anwenden können. Dadurch stellen wir mit unseren Workshops ein innovatives Zusatzangebot für den derzeitigen DaF-Unterricht dar. Die Lernenden erhalten die Möglichkeit das Erlernte spielerisch anwenden zu können und lernen gleichzeitig die Grundlagen zu wichtigen Umweltthemen, wie etwa Abfallvermeidung und -trennung, Recycling, Konsum, Ernährung und Energie. Wir möchten vor allem gemeinnützigen Organisationen im Integrationssektor die Möglichkeit bieten, unsere Workshops in Anspruch zu nehmen. Außerdem werden weitere PädagogInnen in Form von Train the Trainer Workshops ausgebildet, um danach selbständig Workshops abzuhalten. Ein pädagogisches Handbuch für DaF-TrainerInnen soll außerdem unseren Wirkungskreis erweitern. Aktivitäten: Durchführen von 12 Workshops zu unseren vier Themen in den österreichischen Bundesländern Durchführen von 2 Train-the-Trainer Veranstaltungen (1 in Ost-, 1 in Westösterreich) Öffentlichkeitsarbeit, Verbreiten eines pädagogischen Handbuchs für DaF-TrainerInnen (Auflage: 500 Stück + digitale Downloads)

KooperationspartnerInnen

Fördergeber: BMNT (Sektion Abfallvermeidung), ARA, VKS Partnerorganisationen: Caritas Wien, Verein qualify for hope, Station Wien, Verein the connection, Verein o.kay zusammenleben, Frauentreff Piramidops, VHS Floridsdorf, VHS Götzis

Schwierigkeiten und Erfolge bei der Umsetzung

Unsere neuartigen Methoden wurden sehr gut von der Zielgruppe aufgenommen. Vor allem beim Sprachniveau A1-A2 (AnfängerInnen) erleichterten theaterpädagogische Elemente den TrainerInnen wesentlich den Zugang zu den Teilnehmenden, da sich diese dadurch mit geringen sprachlichen Kenntnissen zu Umweltthemen ausdrücken und aktiv einbringen konnten. Auf den Sprachniveaus B (Fortgeschrittene) konnten dafür Sprachdidaktische Elemente wesentlich intensiver eingebracht werden. Die Rückmeldung der TrainerInnen war bisher, dass die methodische Ausrichtung auch sehr gut dazu geeignet ist, didaktisch auf die individuelle Gruppendynamik zu reagieren, was für den generellen erfolgreichen Ablauf eines Workshopmoduls essentiell ist. Das Hinzufügen oder Weglassen einzelner Übungen ist aufgrund von Zeitknappheit oft notwendig, unsere entwickelten Konzepte lassen genau diese Flexibilität zu. Für die TrainerInnen liegt die größte Herausforderung darin, für die Teilnehmenden ausreichend Informationen zu nachhaltigen Themen zu bieten und sie gleichzeitig nicht zu sehr sprachlich zu überfordern. Als herausfordernd stellte sich auch heraus, dass die Sprachniveaus in den besuchten Kursen nicht immer allesamt den ursprünglichen Angaben im Vorfeld entsprachen. Hier bewährte sich der theaterpädagogische Ansatz insofern, als dass Menschen mit unterschiedlichen Sprachniveaus sich hier auch optimal einbringen können und jede/r nach dem eigenen Können aktiv an den Workshops teilnehmen kann. Die gewählten Themenkomplexe stellten sich als äußerst passend für die Zielgruppen heraus, und haben hohe Relevanz für deren Lebensbereiche.

Ergebnisse / Produkte

12 durchgeführte Workshops zu unseren vier Themen in den österreichischen Bundesländern 2 Train-the-Trainer Veranstaltungen (1 in Ost-, 1 in Westösterreich) Öffentlichkeitsarbeit, Verbreiten eines pädagogischen Handbuchs für DaF-TrainerInnen (Auflage: 500 Stück + digitale Downloads)

Öffentlichkeitsarbeit

2 Presseaussendungen Social Media: Twitter, Facebook (Reichweite: 10.000 pro Eintrag) Global2000 Newsletter: Reichweite 200.000

Finanzierung

öffentlich finanziert

Bezug zu den Kriterien der Bildung für nachhaltige Entwicklung


Wertorientierung am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung
In unseren Workshops gehen wir von den eigenen Erfahrungswelten der Teilnehmenden (TN) aus, greifen sie auf und stellen sie in einen globalen Zusammenhang. Durch die unterschiedlichen kulturellen Herkünfte der TN wird dieser Aspekt noch verstärkt- in angeleiteten Reflexionsprozessen werden Lösungsansätze gesucht und reflektiert, um zu einem verantwortungsvollen Umgang mit unserer Umwelt und Ressourcen im Rahmen der Möglichkeiten der eigenen Lebenswelt anzuregen.

Mehrperspektivität/Transdisziplinarität
Die Verwendung von pädagogischen Ansätzen mehrerer Fachdisziplinen ist das Kernstück unseres Projekts. Durch die Kombination aus Umweltpädagogik, Fremdsprachendidaktik und Theaterpädagogik kommt es zu einem einzigarten interdisziplinären Ansatz, der neue Formen des Lernens und Lehrens ermöglicht. Holistisches und vernetztes Denken wird dadurch sowohl von TrainerInnen als auch Lernenden in unseren Workshops gefördert und ermöglicht.

Zukunftsorientierung
Durch unsere innovativen Lernformen und die Intergration neuer pädagogischer Ansätze in den klassischen Fremdspracheunterricht, werden die kreativen Potentiale des Einzelnen gefördert und Möglichkeiten geschaffen, sich im Rahmen der eigenen (sprachlich eingeschränkten) Möglichkeiten kommunikativ auszudrücken. Wir möchten den TN nicht vorschreiben, was sie in Zukunft zu tun haben, sondern nach Erarbeitung eines Bewusstseins globaler und ökologischer Zusammenhänge gemeinsam Handlungsansätze für die Zukunft und in nächster Umgebung entwerfen und sie ermächtigen, durch unsere Impulse eigene Schritte im Alltag zu setzen.

Globale Perspektive
In unseren Workshops sind wir bestrebt, ökologische Fragestellungen lokal, regional und global zu betrachten und Auswirkungen und Zusammenhänge individueller und allgemeiner Lebens- und Wirtschaftsweisen zu verdeutlichen. Es ist uns besonders wichtig und methodisch vorgesehen, jeder/m Teilnehmer/in den Raum und die Zeit zu geben sich mithilfe unserer Übungen kommunikativ auszudrücken - unterschiedliche Sichtweisen können so wahrgenommen werden und begünstigen gegenseitiges interkulturelles Verständnis auf Augenhöhe.

Methodenvielfalt
Die Teilnehmenden unserer Workshops komme allesamt aus verschiedenen Lern- und Lehrkulturen. Gerade theaterpädagogischen Elemente sind für die meisten neu, ermöglichen jedoch Kommunikation auf weiteren Ebenen. Durch sachtes Heranführen der Methodik sowohl an die Lehrenden als auch Lernenden wird der Austausch untereinander gefördert. Unser Handbuch bietet entsprechende anwendungsorientierte Unterstützung, die die Moderations- und Beratunskompetenz der Lehrenden stärkt.

Partizipationsorientierung
In zam.wachsen berücksichtigen wir die Beteiligung von Frauen besonders. Deshalb sind auch Organisationen involviert, die spezielle Kursangebote für Frauen entwickelt haben, um unsere Workshops auch ausreichend in dieser Zielgruppe durchführen zu können. Das Wissen um nachhaltige Verhaltensweisen im Alltag ist bei vielen Frauen stark vorhanden bzw. das Interesse groß. Der Wissenserwerb stärkt ihr Selbstbewusstsein und wir bekamen auch regelmäßig die Rückmeldung, speziell von Frauen, dass sie durch unsere Workshops wertvolle Inputs für ihr Alltagsleben bekommen haben.

Lebenswirklichkeit der Lernenden
Die Anknüpfung an den individuellen Lebenswelten der TN ist Ausgangspunkt jedes Workshopmoduls (z.B. beim Thema Ernährung beinhaltet der Workshopeinstieg Vorlieben des persönlichen Speiseplans, bevor zu weiteren Übungen übergeleitet wird oder beim Thema Energie Alltagsgewohnheiten am Morgen der einzelnen TN). Die Module sind so aufgebaut, dass sie von der Einzelerfahrung im Alltag zu den größeren Zusammenhängen der Globalisierung und deren Auswirkungen auf die Umwelt und Lebenswelten anderer überleitet und am Ende wieder auf die individuelle Handlungsebene zurückführen. Die Workshops sollen die TN dazu ermächtigen, in ihren Lebenswelten zu Hause, in der Arbeit, im Konsum- und Freizeitverhalten oder in ihrem Mobilitätsverhalten Veränderungen zu bewirken und vor allem selbst zu handeln.

Interne offene Lernprozesse
Bei der Umsetzung setzen wir auf die Vernetzung von NGOs und sozialen Privatinitiativen im Integrationsbereich bzw. profitieren diese von unserem Blickwinkel auf den Umweltschutzbereich. Dieser Leitgedanke der Vernetzung ökologischer und sozialer Nachhaltigkeitsaspekte zeichnet das Projekt zam.wachsen im Sinne der BNE besonders aus.

Partnerschaften und Netzwerke
Bei der Umsetzung setzen wir auf die Vernetzung von NGOs und sozialen Privatinitiativen im Integrationsbereich mit uns als Umweltschutzorganisation bzw. sollen diese von unserem Blickwinkel auf den Umweltschutzbereich profitieren. Dieser Leitgedanke der Verschränkung ökologischer und sozialer Nachhaltigkeitsaspekte zeichnet das Projekt zam.wachsen im Sinne der BNE besonders aus.
Letzte Änderung: 30.08.2019
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Wirkungsbereiche


Gesamtösterreich

Laufzeit


01.04.2019 - 31.03.2020

Bildunsgbereiche


Erwachsenenbildung
informeller Bildungsbereich (NGO, Vereine, etc.)

Themenbereiche


Abfall und Beschaffung
Energie
Gesellschaft, Politik
Gesundheit/Ernährung
Klima- und Umweltschutz
Konsum
Mobilität
Natur / Biologische Vielfalt

Durchführende Organisation

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