Humor und Nachhaltigkeit

Das Projekt „Humor und Nachhaltigkeit“ zielt darauf ab, Jugendliche mittels Humor für nachhaltige Entwicklung zu begeistern. Studierende erstellen in einer Lehrveranstaltung des Instituts für Nachhaltigkeitsmanagement Storyboards für Videos im Stil einer Late-Night-Show, die nachhaltigkeitsbezogene Themen für Jugendliche ansprechend aufbereiten.

Darstellung

Das Projekt „Humor und Nachhaltigkeit“ zielt auf die didaktische Aufbereitung von Themen der nachhaltigen Entwicklung durch den Einsatz von Humor ab. Umweltschutz, soziale Verantwortung und nachhaltige Entwicklung werden von Jugendlichen häufig als „Spaßbremse“ wahrgenommen. Dieses Projekt setzt dazu einen Kontrapunkt und nützt verschiedene Arten des Humors, um relevante, glaubwürdige und wissenschaftlich korrekte Inhalte in Videos zu vermitteln. Es findet im Rahmen der vom Institut für Nachhaltigkeitsmanagement der Wirtschaftsuniversität Wien geleiteten Lehrveranstaltung „Nachhaltige Entwicklung“ im Masterprogramm Management statt. Dabei erstellten Studierende Storyboards für Videos im Stil einer Late-Night-Show (siehe u.a. Last week tonight with John Oliver), in welchen verschiedene Themenbereiche der Nachhaltigkeit für Jugendliche humorvoll aufgearbeitet werden. Diese Storyboards werden verfilmt und anschließend online zur Verfügung gestellt. Die fünf Storyboards legen den Fokus dabei auf die folgenden Themenbereiche: Elektromobilität, Fast Fashion, Bienensterben, Tourismus und Sharing Economy. Folgende didaktische Zielstellungen stehen im Fokus: Durch die Kombination von Nachhaltigkeit mit Humor sollen verschiedene Themen der nachhaltigen Entwicklung Jugendlichen besonders ansprechend vermittelt werden. Nachweislich führt der Einsatz von Humor in der Kommunikation zu mehr Aufmerksamkeit und positiven Emotionen und ist damit besonders für die Ansprache einer jungen Zielgruppe geeignet. Darüber hinaus gewinnen die Studierenden durch die Erstellung der Storyboards selbst einen fundierten Einblick in verschiedenste Themenbereiche nachhaltiger Entwicklung, erweitern ihre Kenntnisse anhand der ausgewählten Fokusbereiche und erfahren durch unmittelbare Anwendung, wie nachhaltigkeitsrelevante Probleme mittels Humor – insbesondere für die Zielgruppe Jugendliche – kommuniziert werden können. Als Einführung und Wissensgrundlage erhielten die Studierenden zu Beginn des Projekts thematischen Input zu nachhaltiger Entwicklung. Dies stellte auch die Basis für die Auswahl eines Fokusbereichs und die Einarbeitung in das spezifische Themenfeld dar. Bei der Anwendung humoristischer Techniken in der Nachhaltigkeitskommunikation erhielten die Studierenden Unterstützung von zwei ExpertInnen. Das Institut für Nachhaltigkeitsmanagement veranstaltete im Rahmen des Projekts eine Diskussionsrunde mit dem Schauspieler und Kabarettisten Florian Scheuba. Er bot interessante Einblicke in das „Handwerk des Humors“ und zeigte den Studierenden Möglichkeiten und Grenzen von Satire auf. Ein Improvisationsworkshop mit der Schauspielerin, Moderatorin und Trainerin Anita Zieher unterstützte die Studierenden in der humorvollen Aufarbeitung komplexer Nachhaltigkeitsthemen. In Folge konzipierten die Studierenden in Kleingruppen von 4-6 Personen die Storyboards für ihr geplantes Video in dem sie auch auf Ursachen und Wirkungen der ausgewählten nachhaltigkeitsrelevanten Problemstellungen eingehen. Im gesamten Prozess wurden sie von den Lehrenden des Instituts für Nachhaltigkeitsmanagement sowie von der Improvisationstrainerin Anita Zieher unterstützt. Im weiteren Verlauf des Projekts sollen die entwickelten Storyboards filmisch umgesetzt werden.

KooperationspartnerInnen

Anita Zieher (www.anitazieher.at)

Schwierigkeiten und Erfolge bei der Umsetzung

Da die Studierenden noch keine Erfahrung hinsichtlich der Konzipierung von Storyboards und der Erstellung von humoristischen Texten hatten, wurden externe ReferentInnen zur Unterstützung hinzugezogen. Durch externe Expertise und intensive Betreuung durch die Lehrenden meisterten die Studierenden die mit dem Einsatz von Humor in der Nachhaltigkeitskommunikation entstehenden Herausforderungen. Die Studierenden erstellten mit großem Engagement und Motivation qualitativ hochwertige Storyboards, welche ausgewählte Nachhaltigkeitsprobleme humoristisch und einprägsam aufbereiten. Eine weitere Herausforderung war es, inhaltliche Fehler in den Storyboards auszuschließen. Dies wurde mit zwei inhaltliche Feedback-Runden bewerkstelligt. Da sich die Studierenden selbstständig und mit hohem Interesse und Motivation in den gewählten Themenbereich (z.B. Sharing Economy und Fast Fashion) einarbeiteten, übertrafen die Ergebnisse der Storyboards die Erwartungen.

Ergebnisse / Produkte

Im Rahmen des Projekts entstanden fünf Storyboards zu ausgewählten Bereichen der nachhaltigen Entwicklung, welche im weiteren Verlauf des Projekts verfilmt werden. Diese richten sich an Jugendliche und werden online zur Verfügung gestellt. Die Videos im Stil einer Late-Night-Show adressieren folgende Themenbereiche: • Elektromobilität • Fast Fashion • Bienensterben • Tourismus • Sharing Economy Durch die Erstellung der Storyboards gewannen die Studierenden einen umfassenden Überblick über nachhaltige Entwicklung und vertieften ihre Kenntnisse anhand der ausgewählten Themenbereiche. Weiter machten sie sich mit Nachhaltigkeitskommunikation in Form von humorvoller Aufbereitung von nachhaltigkeitsrelevanten Problemen vertraut. Jugendlichen werden durch die Videos nachhaltigkeitsrelevante Problemstellungen auf humoristische – und somit didaktisch äußerst wirksame – Weise vermittelt. Sie erhalten darüber hinaus Hintergrundinformationen und Lösungsansätze.

Öffentlichkeitsarbeit

Geplant ist, die Videos auf der Internetseite der Wirtschaftsuniversität Wien online zur Verfügung zu stellen und über verschiedene Email-Verteiler zu bewerben.

Bezug zu den Kriterien der Bildung für nachhaltige Entwicklung


Wertorientierung am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung
Im Projekt „Humor und Nachhaltigkeit“ erstellten Studierende Storyboards für humorvolle Videos zu fünf aktuell relevanten Themenfeldern der Nachhaltigkeit: Elektromobilität, Fast Fashion, Bienensterben, Tourismus und Sharing Economy. Das Projekt stellt einen neuartigen Ansatz für die Vermittlung von nachhaltigkeitsrelevanten Problemstellungen dar. Humor wird dabei als Instrument genutzt, um die Kommunikation von nachhaltiger Entwicklung für Jugendliche didaktisch wirksam zu gestalten. Jugendliche erhalten so auf ansprechende Art wertvolle Einführungen in Problembereiche nachhaltiger Entwicklung und lernen zudem mögliche wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Lösungsansätze kennen. Der Einsatz von Humor zielt dabei darauf ab, das Interesse an nachhaltiger Entwicklung zu steigern und den potentiellen Lerneffekt zu vergrößern. Durch die Videos werden die Jugendlichen auf die Konsequenzen ihres alltäglichen Handelns aufmerksam gemacht und angeregt, ihren Lebensstil nachhaltiger zu gestalten.

Mehrperspektivität/Transdisziplinarität
Die Erstellung der Storyboards ist von einem Charakter der Transdisziplinarität geprägt: Die Studierenden erweiterten einerseits ihre Kenntnisse über spezifische nachhaltigkeitsrelevante Problemstellungen, andererseits konnten sie Erfahrungen mit Nachhaltigkeitskommunikation und dem Einsatz von Humor zur Wissensvermittlung sammeln. Die Storyboards setzen sich aus einer transdisziplinären Perspektive mit den gewählten Themenfeldern auseinander. Die Videos zu Themen wie etwa Bienensterben oder Sharing Economy machen den Jugendlichen grundlegende biophysikalische und ökonomische Zusammenhänge verständlich, gleichzeitig zeigen sie ebenso die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ursachen und Wirkungen der Problemstellungen auf.

Zukunftsorientierung
Die in den Storyboards und Videos behandelten Themenbereiche zeigen aktuelle Entwicklungen auf und gehen auf mögliche zukünftige Szenarien ein. Dabei werden individuelle Verhaltensmuster und gängige wirtschaftliche Praktiken in Zusammenhang mit gesamtgesellschaftliche Entwicklungen gesetzt und humorvoll skizziert. Des Weiteren werden zukunftsorientiere Lösungsvorschläge für die skizzierten Probleme aufgezeigt. Die Storyboards und Videos geben Jugendlichen dadurch Impulse, ihr Handeln zu überdenken.

Kritisches Denken und Problemlösen
Die Videos sensibilisieren die Jugendlichen und schaffen durch den humorvollen Ansatz Aufmerksamkeit und ein Problembewusstsein. Die Jugendlichen werden angeregt, eigene Gedanken und Verhaltensmuster kritisch zu hinterfragen. Durch die humorvolle Darstellung nicht nachhaltigen Verhaltens im Alltag wird Jugendlichen der Kontrast zu einem nachhaltigen Lebensstil aufgezeigt. Sie werden zur kritischen Reflexion eigener Handlungsweisen und zur Auseinandersetzung mit möglichen Lösungsansätzen angeregt. Die Studierenden, welche die Storyboards entwickelten, waren zudem gefordert, durch eine humoristische Darstellung und Kommunikation nachhaltiger Entwicklung gängige Denk- und Arbeitsmuster abzuändern.

Methodenvielfalt
In der Lehrveranstaltung wurde zur Vorbereitung der Storyboard-Erstellung auf unterschiedliche Methoden zurückgegriffen. Zusätzlich zu einführenden thematischen Input-Vorträgen zu nachhaltiger Entwicklung recherchierten die Studierenden eingehend zu den gewählten Fokusbereichen und diskutierten diese mit den Lehrenden. In der Erstellung der Storyboards wurden die Studierenden von Anita Zieher begleitet, um die Umsetzbarkeit der anschließenden Verfilmung der Skripte zu gewährleisten. Durch den Improvisationsworkshop mit Anita Zieher und die Diskussionsrunde mit Florian Scheuba bekamen die Studierenden wertvolle Tipps für das Verfassen der humoristischen Texte für die Skripte. Die humorvollen Videos im Stil einer Late-Night-Show dienen zur Sensibilisierung von Jugendlichen für spezifische Nachhaltigkeitsprobleme. Durch die humoristische Aufarbeitung der Themen wird das Interesse der Jugendlichen geweckt und der Lerneffekt erhöht. Abweichend vom gängigen Vortrags-Stil in Bildungseinrichtungen stellen die Kurzvideos und der Einsatz von Humor äußerst wirksame didaktische Mittel für die Bildung für nachhaltige Entwicklung dar.

Lebenswirklichkeit der Lernenden
Die Storyboards wurden so konzipiert, dass die daraus entstehenden Videos die Jugendlichen in ihrer Lebenswelt erreichen. Jedes Kurzvideo wird im Stil einer Late-Night-Show gestaltet und geht auf humorvolle Weise auf ein nachhaltigkeitsrelevantes Thema ein. Durch die Nähe zur Lebenswelt der Jugendlichen wird ein didaktisch äußerst wirksamer Lerneffekt erzielt. Auf Basis der Lösungsansätze in den Videos werden Jugendliche motiviert, diese auf ihre Verhaltensmuster im Alltag zu übertragen.

Letzte Änderung: 21.09.2018
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Gesamtösterreich

Laufzeit


15.03.2018 - Projektende offen

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Mobilität
Natur / Biologische Vielfalt
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