LEBENSART für MIGRANTiNNEN

MigrantInnen haben großen Bedarf an Information über ein gutes Zusammenleben in Österreich z.B. zu Themen wie Wohnen, Energie sparen, Abfalltrennung, Bildung, konkrete regionale Gepflogenheiten, kommunale Angebote, Berufstätigkeit bis hin zur Gleichberechtigung von Frauen. Für sie haben wir eine niederschwellige Informationsdrehscheibe für den Raum St. Pölten aufgebaut, die Angebote der regionalen Organisationen vorstellt,zu Aktivitäten einlädt, die Vernetzung mit ÖsterreicherInnen unterstützt und nachhaltige Informationen (z.B. Energie sparen..) auf die Zielgruppe zugeschnitten produziert.

Darstellung

Projektziel: MigrantInnen sollen durch ein sehr niederschwelliges Informationsangebot unterstützt werden, damit sie so rasch als möglich Teil unserer Gesellschaft werden können. Maßnahmen: MigrantInnen sind nicht über Printprodukte zu erreichen. Sie kommunizieren digital. Wir haben daher zwei digitale Kanäle aufgebaut: a) Die öffentliche facebook-Gruppe „LEBENSART für MigrantInnen“, die dem Dialog dient, in der Beiträge angeteasert und Veranstaltungen angekündigt werden. b) Die Website „Miteinander in St. Pölten“ für ausführlichere und strukturierte Informationen. Das Informationsangebot holt MigrantInnen bei ihren Herausforderungen und Problemstellungen ab und bietet Lösungsansätze. Grundsatz dafür: Die MigrantInnen sollen selbst aktiv werden und Hilfe zur Selbsthilfe bieten. Ein weiterer Fokus liegt auf der Vernetzung von MigrantInnen mit ÖsterreicherInnen. Integration kann nur gelingen wenn sich keine abgeschotteten Inseln bilden, sondern Begegnung stattfindet. Die Information erfolgt in deutscher Sprache, damit MigrantInnen deutsch lernen. Das Gesicht nach außen – eine Migrantin: Asya Khalef ist eine kurdisch/syrische Migrantin und für dieses Projekt das Gesicht nach außen. Sie kennt die Sorgen und Nöte der MigrantInnen und weiß, mit welchen Themen und Argumenten sie gut zu erreichen sind. Die Themenauswahl und die entsprechende Qualität der Information werden durch das Verlags-Team auf Basis der Verlagsrichtlinien sichergestellt.

KooperationspartnerInnen

* Soziale Organisationen wie Diakonie, Caritas oder ÖIF * Öffentliche Einrichtungen wie die Stadt St. Pölten und das Land NÖ * Engagierte Unternehmen * Engagierte BürgerInnen

Schwierigkeiten und Erfolge bei der Umsetzung

Es ist nicht möglich für diese Arbeit ausreichend finanzielle Unterstützung zu bekommen. Wir führen das Projekt trotzdem – mit weniger Pesonaleinsatz – weiter und finanzieren es über die Einnahmen aus den anderen Produkten des Verlags.

Ergebnisse / Produkte

Ergebnisse per 11. September 2018 1. Mitglieder der facebook-Gruppe: Am 11. September 2018 waren 1.010 Menschen Mitglied in der facebook-Gruppe. Ziel war es bis Ende 2018 1.000 Mitglieder zu gewinnen um eine gewisse Breite zu erreichen. 2. Vorstellen der Angebote regionaler Organisationen (z.B. Land, Stadt, Caritas/Diakonie, Gartenprojekte etc.) und MigrantInnen ermutigen, an Veranstaltungen teilzunehmen und anschließend in der Gruppe darüber zu informieren: Ergebnis: Es wurden wöchentlich durchschnittlich drei bis vier Beiträge gepostet, darunter Veranstaltungen, Jobangebote, Bildungsangebote gepostet und zu den jeweiligen Websites verlinkt. Die Informationen werden geschätzt (ausschließlich positives Feedback, siehe Likes und Kommentare). Deutlich mehr als die Hälfte des Response und viele konkrete persönliche Fragen und Anregungen kommen interessanterweise über Mail, WhatsApp oder Messenger direkt zur Projektbetreuerin. Wir greifen diese Themen anschließend auf und lassen sie in die weitere Themensetzung einfließen. MigrantInnen nehmen aufgrund unserer Informationen an Veranstaltungen teil. Eine konkrete Zahl lässt sich nicht nennen, weil wir kaum Rückmeldungen von den TeilnehmerInnen selbst bekommen. Allerdings wissen wir aus Gesprächen mit MultiplikatorInnen und Organisationen, dass die Information ankommt und MigrantInnen z.B. an ÖIF-Kursen, Theatervorstellungen, Kurse zur Elternbildung des Kath. Bildungswerks etc. teilgenommen haben. 3. Ein wesentlicher Baustein der Arbeit sind Interviews um Einblick in das Denken und Handeln einzelner Personen zu erhalten und so mehr Verständnis füreinander zu erzeugen. Ergebnis: Bisher wurden elf ausführliche Interviews mit MigrantInnen und ÖsterreicherInnen durchgeführt. Die Interviews wurden jeweils auf der facebook-Gruppe angeteasert und auf der Website „Miteinander in St. Pölten“ ausführlich gebracht. Die InterviewpartnerInnen stammen aus unterschiedlichen Kulturen und unterschiedlichen Berufen (Gastronomie, Kinderpsychologin, Handel, Büro, Forschung etc.) um unterschiedliche Zugangsweisen bzw. Know-how sichtbar zu machen. Die Interviews weisen besonders hohe Zugriffe auf. Das bedeutet, dass sich die Leute sehr interessieren und Vorbilder sehen wollen. Interviews werden somit ein wesentlicher Baustein der Informationsarbeit bleiben. 4. Wir haben Beiträge über nachhaltiges Leben auf die Zielgruppe zugeschnitten produziert und online gestellt (vom Energie sparen über saisonale Lebensmittel, Bärlauch pflücken bis hin zum Gewaltschutzgesetz). Manche Themen werden sehr gut angenommen, manche kaum. Das scheint ein gegenseitiger Annäherungsprozess zu sein. 5. Kontaktaufnahme mit Organisationen und Unternehmen um das Andocken von MigrantInnen zu erleichtern und gemeinsame Themen zu finden: Am 6. Oktober 2017 wurde eine Fokusgruppe mit VertreterInnen aus Sozialorganisationen und MultiplikatorInnen der MigrantInnen abgehalten und mit ihnen Themenschwerpunkte und Anliegen besprochen, die bis dahin stattgefundene Arbeit evaluiert und die weitere Vorgangsweise besprochen. Ergebnis: Die Arbeit und der Austausch werden sehr geschätzt und sollen in dieser Art und Weise weitergeführt werden. Von August bis Dezember 2017 wurden 19 Gespräche mit den verschiedensten Organisationen und Unternehmen (Caritas, Diakonie, ÖIF, Gastronomie etc.) geführt, um Themen zu erheben und deren Kommunikation zu planen. Derzeit bereiten wir z.B. eine Serie zum Thema „Wie funktioniert unser Gesundheitssystem?“ vor. Im Frühjahr könnten wir uns beispielsweise eine Serie rund ums „Gärtnern in Österreich“, gemeinsam mit Natur im Garten vorstellen. Ein Dauerbrenner sind die migrationsspezifischen Themen wie Werte, Arbeit, Bildung, Integration und Gesundheit.

Öffentlichkeitsarbeit

Die Öffentlichkeitsarbeit läuft vor allem über Mundpropaganda.

Finanzierung

privat finanziertSponsoring, Spenden, Stiftungen

Bezug zu den Kriterien der Bildung für nachhaltige Entwicklung


Wertorientierung am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung
Das Projekt thematisiert Themen der MigrantInnen und setzt sie in Bezug zu nachhaltigen Themen (Geschlechtergerechtigkeit, verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen etc.), im Dialog mit ihnen.

Mehrperspektivität/Transdisziplinarität
Die aktuellen Themen der Mitglieder werden aus den jeweils relevanten Blickwinkeln beleuchtet. Z.B. Mülltrennung - Umweltschutz - Kosten, Ausbildung - Lehrlinge - Frauen, Wohnungssuche - Energie - Betriebskosten,... Vor allem in den Interviews wird Wert darauf gelegt, einen Blick auf die Denkweise von MigrantInnen und ÖsterreicherInnen zu ermöglichen.

Zukunftsorientierung
Ja, indem regelmäßig Fragen aufgeworfen und neue Themen eingebracht werden.

Partizipationsorientierung
Die Projektmitglieder bringen ihre Fragen ein, wir recherchieren und bieten die entsprechenden Informationen. Gleichzeitig versuchen wir sie zu motivieren, selbst auch Inhalte zu posten (Rezepte, Veranstaltungen, an denen sie teilgenommen haben, Tipps für Jobs etc.).

Lebenswirklichkeit der Lernenden
Die Lebenswirklichkeit der Lernenden ist unser Ausgangspunkt. Wir greifen ihre Anliegen auf und setzen sie in Bezug zu einer nachhaltigen, zukunftsfähigen Entwicklung.

Partnerschaften und Netzwerke
Wir sind selbst sehr stark vernetzt mit allen Akteuren vor Ort und versuchen unsere Mitglieder dazu zu bringen, selbst aktiv zu werden und raus zu gehen.
Letzte Änderung: 11.09.2018
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Wirkungsbereiche


Niederösterreich

Laufzeit


01.03.2017 - Projektende offen

Bildunsgbereiche


Außerschulische Jugendbildung
Erwachsenenbildung
Kommunale Bildungsprojekte

Themenbereiche


Abfall und Beschaffung
Energie
Gesundheit/Ernährung
Gleichstellung von Frau und Mann
Interkulturelle Bildung und Friede
Klima- und Umweltschutz
Konsum
Menschenrechte
Mobilität
Natur / Biologische Vielfalt
Wasser

Durchführende Organisation

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