Green Village

Ein Energiedorf zum Angreifen - Ausbildungs-Partnerschaft zwischen Schule und Wirtschaft im Bereich Erneuerbarer Energie.

Darstellung

Der Aufbau des Green Village erfolgte durch die Werkstätten Lehrer gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern. Über 120 Partnerfirmen unterstützen kostenlos mit ihren Produkten und Dienstleistungen das Projekt. Beispielgebend bei diesem Projekt ist auch die Zusammenarbeit mit der HTBLVA Ortweinschule (Hoch-und Tiefbau). Beide Schulen arbeiten gemeinsam an der Initiative „Energiewende“. Im Green Village wird nicht nur lehrplankonform ausgebildet, sondern es werden zusätzliche Spezialausbildungen, Projektarbeiten und Diplomarbeiten angeboten. Neben der fachlichen Ausbildung werden die Bewusstseinsbildung und die Begeisterung für die Erneuerbaren Energien intensiv gefördert. Die etwa 500 Schülerinnen und Schüler, die pro Jahr ausgebildet werden, haben die große Chance mit dieser Ausbildung die Welt positiv zu verändern. Unsere Schüler und Schülerinnen tragen Ihre Begeisterung und ihr Wissen in Ihre Familien und Ihren Freundeskreis, der Multiplikationsfaktor ist daher riesengroß!

KooperationspartnerInnen

Photovotaik Austria TÜV-Akademie Austria Umweltbildungszentrum Steiermark Abteilung 15 des Landes für Energie, Wohnbau, Technik 120 Partner aus Industrie und Gewerbe

Schwierigkeiten und Erfolge bei der Umsetzung

Die zur Ausbildung zur Verfügung stehenden Lehrmittel waren bis 2013 ein PV-Modul und viele Power-Point-Folien! Eine fachpraktische Ausbildung hat aber mit „begreifen“ - angreifen und ausprobieren - zu tun. Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, ist, gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern sowie den Werkstätten-Lehrern, die Idee zum Bau des „Green Village“ entstanden - ein Energie Dorf zum Angreifen, das den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gibt, im fachpraktischen Unterricht Betriebsmittel und Anlagen zu errichten, zu überwachen, zu steuern, zu regeln und zu warten und nicht zuletzt, um ihnen die Freude und den Innovationsgeist für erneuerbare Energien zu vermitteln. Ein solches Projekt kostet natürlich sehr, sehr viel Geld, das die Schule nicht zur Verfügung hatte. Auch vom Bund konnten wir auf Grund der angespannten Finanzlage keine finanzielle Hilfe erwarten. Es war daher Eigeninitiative gefragt! Finanzielle Ausgangssituation Es werden für dieses Projekt aus dem laufenden Schulbudget keine finanziellen Mittel bereitgestellt. Auch vom Bund stehen keine Sondermittel zur Verfügung, also 0 € Budget, dafür hoch motivierte Schülerinnen, Schüler und Lehrer. Da wurde die Idee geboren, gemeinsam mit Firmen eine nachhaltige Partnerschaft aufzubauen. Die Wirtschaft benötigt in den kommenden Jahren, um die großen Herausforderungen zu lösen, engagierte, hoch motivierte und bestens ausgebildete Fachkräfte. Unsere Partnerfirmen haben erkannt, dass der Grundstein für gut ausgebildete Ingenieure in einer praxisnahen HTL-Ausbildung gelegt wird.

Ergebnisse / Produkte

Die Auflistung der eingebundenen Energieformen und Technologien zeigt, wie ambitioniert das Projekt Green Village konzipiert ist: • 12 Photovoltaik-Anlagen mit Unterkonstruktionen verschiedenster Hersteller, je etwa 1,5 kWp • 15 Wechselrichter verschiedenster Hersteller • 2 Solarthermie-Anlagen (Vakuum- und Wannenkollektoren) • 2 Kraft-Wärme-Kopplung-Anlagen mit Stirlingmotor • 3 Wärmepumpen-Anlagen (2x Luft/Wasser, 1x Sole/Wasser) • 1 Biomassekessel (Pellet und Hackgut) • 5 Infrarotheizungen • 1 Deckenheizung und Kühlung • 2 Radiatoren • 3 Pufferspeicher mit je 1000l • 6 Stromspeicher • Visualisierung, Steuerung und Automatisierung mit verschiedensten Smart Home-Lösung • 1 Elektrotankstelle und 1 Elektroauto Die Schülerinnen und Schüler wurden von Beginn an aktiv und gleichberechtigt in das Projekt eingebunden. Gemeinsam mit den Werkstätten-Lehrern wurden die Planunterlagen erstellt und die bereitgestellten Betriebsmittel und Materialien verbaut. Die Herausforderung lag darin, die verschiedensten Anlagen und Betriebsmittel „schülergerecht“ in das Green Village zu integrieren, sodass ein Forschen, Lehren und Experimentieren ungehindert möglich ist. Die Schülerinnen und Schüler waren hoch motiviert und stolz auf das Projekt. Hunderte freiwillige Stunden wurden von den Schülerinnen, Schülern und Lehrern geleistet, um das gemeinsame Ziel zu erreichen.

Öffentlichkeitsarbeit

AUSZEICHNUNGEN 2014 BHMS- Award 2015 nominiert zum Österreichischen Klimaschutzpreis 2015 Österreichischer Solarpreis 2016 Energy Globe Styria

Finanzierung

Sponsoring, Spenden, Stiftungen

Bezug zu den Kriterien der Bildung für nachhaltige Entwicklung


Wertorientierung am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung
Um das Generationenprojekt Energiewende erfolgreich zu schaffen brauchen wir die richtige Kommunikation und praxisnahe Lehrmittel, die die Schülerinnen und Schüler motivieren, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, die komplexen Hintergründe der Energiewende in einem Lernprozess zu verstehen und schließlich die Notwendigkeit mancher Vorgänge leichter zu akzeptieren. Im Green Village wird nicht nur lehrplankonform ausgebildet, sondern es werden zusätzliche Spezialausbildungen, Projektarbeiten und Diplomarbeiten angeboten. Ausgebildet werden Schülerinnen, Schüler und Studierende aller Fachrichtungen der HTBLVA-BULME, von der Elektronik und Technischen Informatik über Elektrotechnik, Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen bis zur Mechatronik. Neben der fachlichen Ausbildung werden die Bewusstseinsbildung und die Begeisterung für die Erneuerbaren Energien intensiv gefördert. Die etwa 500 Schülerinnen und Schüler, die pro Jahr ausgebildet werden, haben die große Chance mit dieser Ausbildung die Welt positiv zu verändern. Unsere Schüler und Schülerinnen tragen Ihre Begeisterung und ihr Wissen in Ihre Familien und Ihren Freundeskreis, der Multiplikationsfaktor ist daher riesengroß!

Mehrperspektivität/Transdisziplinarität
Eine fachpraktische Ausbildung hat mit „begreifen“ angreifen und ausprobieren zu tun. Im Bereich Erneuerbarer Energie vor allem mit Bewusstseinsbildung und Begeisterung. Mit dem Green Village haben SchülerInnen die Möglichkeit an einem Ort sämtliche Erneuerbare Betriebsmittel kennenzulernen und diese zu betreiben. Man nimmt ihnen damit Ängste oder Vorurteile. Sie können selbst erfahren welche Wärme- und Stromerzeuger lassen sich gut, welche weniger gut miteinander kombinieren, welche Rahmenbedingungen müssen erfüllt werden um einen nachhaltigen Erfolg zu gewährleisten etc. Die Kombination Theorie und Praxis wird im Green Villag gelebt. Der Vorteil für die SchülerInnen liegt auch darin, dass sie sich in anderen theoretischen Gegenständen intensiv mit den Themen Klimawandel, Energiewende und Erneuerbare Energien auseinandersetzen.

Zukunftsorientierung
Unsere Ziele sind die Vorgaben der EU Richtlinie 2010/31: „Alle neuen Gebäude müssen ab 2020 „nahezu energieautark“ sein (Fast-Nullenergie-Gebäude auf Basis des Primärenergieeinsatzes); durch entsprechend hohe Energieeffizienzstandards und Einsatz dezentraler erneuerbarer Energieträger, und die Ziele des Klimavertrages von Paris: mit dem Ziel die Erderwärmung auf weniger als zwei Grad Celsius zu begrenzen, womöglich gar auf 1,5 Grad. Dazu müssen die globalen Netto-Treibhausgasemissionen in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts auf null reduziert werden, umzusetzen. Mit diesen aktuellen Vorgaben wird die Motivation der Schülerinnen und Schüler im höchsten Maße gefördert, denn Sie sehen es als Herausforderung diese Vorgaben im Green Village bestmöglich umzusetzen.

Globale Perspektive
Im Green Village wird Strom und Wärme erzeugt und dadurch CO2 eingespart. Die von den SchülerInnen errichteten Anlagen erzeugen etwa 8370 kWh/a elektrische Energie. Diese Energie wird in das Schulnetz einspeist. So sparen wir etwa 3.461 kg CO2/a ein. Die CO2 Einsparung unserer nur zeitweise in Betrieb befindlichen PV- und Solarthermie Anlagen sind nicht berücksichtigt. So lernen die SchülerInnen unmittelbar die positiven Auswirkungen kennen. Nachhaltigkeit: Eine Nachhaltigkeit ist garantiert! Es werden Generationen von Schülerinnen und Schüler durch das Green Village zu Mentoren und Speziallisten für die Erneuerbarer Energie. Das Generationenprojekt Energiewende braucht Kommunikation!

Kritisches Denken und Problemlösen
Es gibt immer verschiedenste Lösungsmöglichkeiten. Im Green Village haben die SchülerInnen die Möglichkeit verschiedenste Technologien miteinander im Echtbetrieb zu kombinieren. Das Ziel ist vorgegeben: 0 % CO2 Emissionen und 100 % Erneuerbar.

Methodenvielfalt
Green Village: Energie Dorf zum Angreifen. Das den Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit gibt im fachpraktischen Unterricht Betriebsmittel und Anlagen zu errichten, zu überwachen, zu steuern, zu regeln und zu warten. Und um Ihnen die Freude und den Innovationsgeist für Erneuerbare Energien zu vermitteln. Alle wichtigen Kompetenzen werden im Green Village praxisgerecht umgesetzt.

Partizipationsorientierung
Wichtig war uns, dass die Schülerinnen und Schüler von Beginn an aktiv und gleichberechtigt in das Projekt eingebunden wurden. Gemeinsam mit den Werkstätten Lehrern wurden die Planunterlagen erstellt und die bereitgestellten Betriebsmittel und Materialien verbaut. Die Herausforderung lag darin die verschiedensten Anlagen und Betriebsmittel „Schülergerecht“ in das Green Village zu integrieren. Sodass ein forschen, lehren und experimentieren ungehindert möglich ist. Die Schülerinnen und Schüler waren hochmotiviert und stolz auf das Projekt. Hunderte freiwillige Stunden wurden von den Schülerinnen, Schüler und Lehrer geleistet, um ihr Ziel zu erreichen. Im Green Village werden die verschiedensten Technologien wie Photovoltaik, Windenergie, Wärmepumpe, Biomassekessel, Kraft-Wärme-Kopplung, Solarthermie, kontrollierte Wohnraumlüftung, Infrarotheizung, Speicherung im Echtbetrieb eingesetzt und miteinander kombiniert. Ein wesentlicher Teil ist die Überwachung, Steuerung, Regelung und das Monitoring der gesamten Betriebsmittel (Smart Home). In Zusammenarbeit mit der der HTBLVA- Ortweinschule (Hochbau) wird auch der bauliche Aspekt von Gebäuden unseren Schülerinnen und Schüler übermittelt. Diese Kooperation trägt wesentlich zur Erweiterung der Ausbildung bei.

Lebenswirklichkeit der Lernenden
Die Energiewende betrifft uns alle. Das Erlernte können unsere SchülerInnen auch im privaten Lebensalltag umsetzen. Einige Eltern haben auf Anregung ihrer Kinder schon Photovoltaikanlagen errichtet. Unsere SchülerInnen werden mit dem Erlernten "die Welt retten". Denn diese Generationen sind es, die nach 2050 die Welt in ein neues Zeitalter ohne fossile Brennstoffe führen wird.

Interne offene Lernprozesse
Jedes Projekt im Green Village wird über ein Monitoring überwacht. Die SchülerInnen bekommen Aufgabenstellungen ihr Projekt eine Woche lang zu beobachten um daraus Schlüsse zu ziehen. Diese Erfahrungen dienen als Diskussionsgrundlage für Verbesserungen oder Optimierungen. Green Village ist das Größte Ausbildungszentrum für Erneuerbare Energien in Österreich, da ist Qualität und Aktualität das Wichtigste. Da wir auch Ausbildungen im Rahmen von PVA und TÜV anbieten sind wir immer am letzten Stand der Technik und werden durch diese Institutionen evaluiert.

Partnerschaften und Netzwerke
Energietage an der BULME: unsere SchülerInnen schlüpfen einmal pro Jahr eine Woche lang in die Rolle eines Wissensvermittler für andere Schulen. SchülerInnen der 4. Klasse Volksschule und der 3. Klasse NMS oder AHS haben seit 2015 jedes Jahr im Sommersemester die Möglichkeit, einen Vormittag lang das Green Village zu erforschen. Im Rahmen eines Stationenbetriebes werden verschiedene Anwendungsmöglichkeiten aus den Bereichen Strom und Energie gezeigt. Präsentation von umweltfreundlichen Energieträgern auf kleinstem Raum anwendungsorientierte Ausbildung von SchülerInnen Bekanntmachung des Green Village durch Workshops, Exkursionen und Seminare Förderung des Energie-Bewusstseis bei SchülerInnen und Lehrpersonen
Letzte Änderung: 31.08.2018
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Wirkungsbereiche


Steiermark

Laufzeit


31.08.2013 - Projektende offen

Bildunsgbereiche


5.-13. Schulstufe
Hochschulbildung
Außerschulische Jugendbildung
Erwachsenenbildung
Betriebliche Aus- und Weiterbildung
Kommunale Bildungsprojekte

Themenbereiche


Energie
Klima- und Umweltschutz
Mobilität

Durchführende Organisation

HTL-Bulme Graz-Gösting

Ibererstraße 15

8051 Graz

0699/15026556 weg@bulme.at
http://www.green-bulme.at
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