Ausbildungsschwerpunkt "mutig&fair"

Zur Umsetzung der Menschenrechtsbildung wurde an der Pädagogischen Hochschule Steiermark für das Bachelorstudium Lehramt Primarstufe das Curriculum für den Schwerpunkt „mutig & fair leben – Bildung für die Weltgesellschaft“ entwickelt. Langfristig soll dadurch ein Selbstverständnis des pädagogischen Berufsfeldes als Menschenrechtsprofession entstehen.

Darstellung

Durch diesen Schwerpunkt für angehende VolksschullehrerInnen wird in drei Semestern und einem Gesamtarbeitsumfang von 30 ECTS am Aufbau von Haltungen, Einstellungen und der Vermittlung von Methoden gearbeitet. Folgende Kompetenzen werden dabei erworben: Die AbsolventInnen verfügen über politische Urteils-, Handlungs- und Methodenkompetenz und können Lernenden Perspektiven zur Lebens- und Weltorientierung und Handlungsräume zur Wahrnehmung von Verantwortung im eigenen Leben eröffnen. Sie sind in der Lage, SchülerInnen zur aktiven und verantwortungsbewussten Lebensgestaltung innerhalb der Gemeinschaft hinzuführen und können Impulse zur bewusst geplanten Auseinandersetzung mit den Themenbereichen Demokratie, Menschlichkeit, Zivilcourage, Gewaltlosigkeit, Konfliktlösungskompetenz, Toleranz, Solidarität, Achtsamkeit und Verantwortung für sich selbst, die Gemeinschaft und die Welt als Gesamtes setzen. Dieser Schwerpunkt sensibilisiert und qualifiziert PädagogInnen in drei Semestern für einen aktiven und konstruktiven Umgang mit Wertefragen im schulischen Umfeld und der Alltagswelt. Die Studienangebote orientieren sich dabei stark am Transfer der erarbeiteten Inhalte in die pädagogische Arbeitswelt. Die Grundlage bilden die Grundwerte der europäischen Gesellschaften, Geschichte und philosophische Grundlagen der Menschenrechte, den Schutz der Menschenrechte durch Staaten und andere Menschenrechtssysteme und menschenrechtliche Herausforderungen im Alltag sowie deren Konsequenzen für die Unterrichtpraxis. Im Sinne globaler Verantwortung gelangen zentrale Dimensionen von Globalisierungsprozessen und ihre Auswirkungen und globale Herausforderungen (z.B.: globale Umweltgefährdungen, Migration und Migrationsursachen, soziale und ökonomische Ungleichentwicklungen oder nachhaltige Entwicklung) ins Bewusstsein. Die theoretische Behandlung wird durch starke Anbindung an menschenrechtliche Fragestellungen im eigenen Alltag, im Kontext der eigenen Lebenswelt ergänzt durch Begegnungen mit VertreterInnen von NGOs, vulnerablen Gruppen und MenschenrechtsexpertInnen. Vertiefend werden die Möglichkeiten der Schuldemokratie, der Kinderrechte, des Asyl- und Fremdenrechts, des Umweltschutzes oder des Datenschutzes im Internet diskutiert und eine Sensibilisierung gegenüber demokratiefeindlichen und –freundlichen Strömungen angeregt. Neben Möglichkeiten der Förderung von aktivem Verhalten und von Zivilcourage bei Verstößen gegen die Menschenrechte gelangen Lernanlässe im schulischen Umfeld ins Bewusstsein. Die Fragen der geeigneten Methodik und Didaktik der Menschenrechtsbildung und Werteerziehung in der Primarstufe wird an konkreten altersgemäßen Themenfeldern behandelt. Zusätzlich zur inhaltlichen Schwerpunktarbeit an der Pädagogischen Hochschule Steiermark erhalten die Studierenden zwei Semester lang die Gelegenheit, die Inhalte in Praxisvolksschulen zu erproben, zu reflektieren und ihre Kompetenzen in Politischer Bildung und Menschenrechtsbildung im Handeln zu verankern. Damit werden die AbsolventInnen befähigt, die ihnen anvertrauten SchülerInnen langfristig zur verantwortungsbewussten Lebensgestaltung innerhalb der Weltgemeinschaft hinzuführen.

Ergebnisse / Produkte

Durch den Schwerpunkt „mutig & fair leben – Bildung für die Weltgesellschaft“ auf Basis von Menschenrechtsbildung und globalem Lernen wird zusätzlich zum Wissenserwerb gezielt am Aufbau von Haltungen, Einstellungen und der Handlungsbereitschaft gearbeitet, damit die Umsetzung demokratischer Rechte und Pflichten und der Menschenrechte im Alltag der Weltgesellschaft gelingen kann. Langfristig werden diese Inhalte in der pädagogischen Praxis der Volksschule Auswirkung zeigen: Durch Wissen, sensibleren eigenen Umgang mit den Themenfeldern Menschrechte und globaler Gerechtigkeit, aber auch durch didaktische Anleitung der SchülerInnen zum Aufbau eines reflektierten Bewusstseins wird Verantwortung in der Weltgesellschaft an die nächste Generation weitervermittelt.

Öffentlichkeitsarbeit

Ende September jeden Jahres wird dieses Schwerpunktangebot bei einer Großveranstaltung für alle StudienanfängerInnen beworben. Durch öffentliche Aktionen, beispielsweise am Tag der Menschenrechte 13.12.2017 unter dem Titel „Menschenrechten auf der Spur“ mit Präsentation von Kreativprojekten der unterschiedlichen Ausbildungen an der PHSt, wird auf diese Schwerpunktsetzung aufmerksam gemacht. Auch in einem Zeitschriftenartikel (N@HZ – Neue Hochschulzeitung) wird im Spätsommer 2018 dieses Studienangebot als Säule zur Umsetzung der Unesco-Ziele beschrieben. In einer Studienreihe der PHSt, die 2017 unter dem Titel „Refugees connected2learn“ erschien, findet sich eine genauere Darstellung der Inhalte und Hintergründe (Holzinger, A.; Gigerl, M. (2017): Bildung für die Weltgesellschaft. In: Pichler, E.; Pongratz, H. J. (Hrsg.) (2017): Refugees connected2learn. Integration von Geflüchteten – Umgang mit Diversität im pädagogischen Kontext (S. 197–209). Graz: Leykam).

Bezug zu den Kriterien der Bildung für nachhaltige Entwicklung


Wertorientierung am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung
Vor dem Hintergrund des Weltaktionsprogrammes Bildung für nachhaltige Entwicklung dient dieses Schwerpunktangebot dem Handlungsfeld 1: Es erfolgt damit eine Verankerung der Inhalte Menschenrechtsbildung und Werteerziehung im Curriculum Bachelorstudium Primarstufe

Mehrperspektivität/Transdisziplinarität
Komplexe Hintergründe der Bildung für die Weltgesellschaft werden aus den Blickwinkeln unterschiedlicher Disziplinen betrachtet.

Zukunftsorientierung
Auf Basis der UN-Menschenrechtskonvention erfolgt Wertevermittlung für 6-10 Jährige im schulischen Kontext.

Globale Perspektive
Zusammenhänge zwischen Verantwortung für sich selbst, für die Gemeinschaft in der eigenen Lebenswelt und globale Verantwortung werden hergestellt.

Kritisches Denken und Problemlösen
Das eigene Handeln im Alltag und in der pädagogischen Praxis werden durch dieses Studienangebot vermehrt auf ihre Passung für verantwortlichen, nachhaltigen Lebensstil hinterfragt.

Methodenvielfalt
Kreative und öffentlichkeitswirksame Methoden werden zur Umsetzung der Schwerpunktinhalte eingesetzt.

Partizipationsorientierung
Die Studierende lernen durch die Inhalte des Schwerpunktes demokratisches Bewusstsein zu entwicklen und zu vermitteln.

Letzte Änderung: 19.10.2018
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Wirkungsbereiche


Steiermark

Laufzeit


01.10.2017 - Projektende offen

Bildunsgbereiche


Hochschulbildung

Themenbereiche


Globales Lernen
Interkulturelle Bildung und Friede
Menschenrechte

Durchführende Organisation

PH Steiermark

Hasnerplatz 12

8010 Graz

+43 (0)316/8067- 6011 monika.gigerl@phst.at
http://www.phst.at
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