The Promise - ein Suchtpräventionstheaterstück

Projekt der Klasse 3E --> als Peereducation mit Einbezug aller SuS der Schule sowie einer öffentlichen Veranstaltung am Abend im Schulrahmen gesamte Schuljahr --> Erarbeitung des Themas Suchtprävention ( vor allem Alkoholmissbrauch) in Form von Workshops (auch die beiden Parallelklassen). Gemeinsame Entwicklung eines Theaterstückes nach der Vorlage des englischen Bilderbuches "The brown bottle" in engl. Sprache. Gemeinsam mit einer Suchttherapeutin m. Psychodramaaubildung sowie einer bildenden Künstlerin. Geplante Aufführung vor weiteren Schulen im Herbst.

Darstellung

Das Projekt vereint Suchtprävention mit künstlerisch-kreativer Arbeit sowie dem Erlernen der Fremdsprache Englisch unter dem Motto „Erleben und Lernen mit allen Sinnen“ Suchtprävention - ausgearbeitet von Michaela Legl (ausgebildete Suchttherapeutin, Psychodrama) Künstlerische Begleitung: Barbara Pacholik (Theatermalerin, Kinderatelier Kleckshof) Fächerübergreifend: Deutsch, Soziales Lernen, Englisch, Bildnerische Erziehung und Werken, Musikerziehung - vorbereitende Arbeiten während des ganzen Jahres Hintergrund In Österreich besteht ein signifikantes Gesundheitsproblem in Bezug auf problematischen Konsum von legalen und illegalen Suchtmitteln. Österreich steht europaweit an 3. Stelle im durchschnittlichen Jahresalkoholkonsum. Während Nikotinkonsum und Nikotinabhängigkeit in den meisten europäischen Ländern rückgängig sind, ist die Zahl der Nikotinkranken in Ö insbesondere bei Frauen steigend. Die Hemmschwelle und das Einstiegsalter für Cannabiskonsum sind weiterhin sinkend, eine hohe Anzahl von Jugendlichen sieht Cannabiskonsum als normale Alltagsbeschäftigung. In Bezug auf Jugendliche ist feststellbar, dass viele junge Menschen die Information über Suchtmittel häufig über konsumfreundliche Internetforen beziehen, die teilweise im Interesse am Vertrieb von psychoaktiven Substanzen gestaltet sind. Für Jugendliche haben diese Foren einen hohen Glaubwürdigkeitswert, ein reger Erfahrungsaustausch läuft über elektronische Netzwerke. Herkömmliche Suchtprävention, die hauptsächlich auf Information ausgerichtet ist, kann dazu oft kein sinnvolles Gegengewicht stellen, da die Interventionen meist zu kurz und die Protagonisten für die Jugendlichen nicht glaubwürdig sind. Daher bietet es ich an, Suchtprävention in einem kreativen Kontext anzubieten, indem die Beteiligten ein Verständnis für die Abhängigkeitsdynamik aufbauen können und in der Folge für objektive Informationen zugänglicher sind bzw. selbst ein Interesse daran entwickeln. Ziele Einer Klasse mit 23 SchülerInnen wird im Rahmen der Intervention die Möglichkeit gegeben, an einem sinnvollen suchtpräventiven Projekt teilzunehmen, welches gleichzeitig künstlerisch kreatives Talent entfalten hilft und die Praxis des Erlernens einer Fremdsprache erweitert. Dazu wird eine erprobte und evaluierte suchtpräventive Geschichte˟ – „The brown bottle“ von Michaela Legl dramaturgisch("The promise") umgeschrieben, sodass diese als Theaterstück erarbeitet werden kann. Durch die intensive Probe und die öffentliche Aufführung erlernen die TeilnehmerInnen das Wesen der Geschichte und damit die Dynamik von Abhängigkeitsprozessen und dessen Auswirkungen auf ihr familiäres und soziales Umfeld tiefgehend zu verstehen. Während des Prozesses wird eine zweite – Coaching – Ebene durch die Projektleiterin eingebaut, wo Dynamiken reflektiert, auf die individuelle Situation der TeilnehmerInnen eingegangen und bei gewecktem Interesse sinnvolle Information psychoedukativ vermittelt wird. Im Sinne der Peeredukation sind die TeilnehmerInnen im Anschluss des Projekts als Vermittler und Vervielfältiger der erarbeiteten Botschaften zu verstehen. Die Vorführung wird allen Schülern der Schule zugängig gemacht - mit anschließender Diskussion. ˟Das Theaterstück basiert auf dem Buch "The Brown Bottle" von Penny Jones, welches die Kinder vorab im Englischunterricht lesen und erarbeiten. Bereits im Vorfeld wurden während einer „Klippertwoche“ alle Klassen des Jahrgangs der 3. Schulstufe für das Projekt sensibilisiert und vorbereitet. Mit pädagogischen und psychotherapeutischen Methoden des Psychodramas werden die SchülerInnen auf das Thema eingestimmt, die aktive Einbindung im psychodramatischen Rollenspiel ermöglicht einen ersten aktiven wie emotionalen Einblick in die Thematik, nach dem Prinzip“ learningbydoing“. Künstlerisch - kreative Arbeit bildnerische Auseinandersetzung mit den zuvor gewonnenen Erfahrungen aus den Workshops - Entwerfen und Illustrieren der Hauptfiguren und des Bühnenbildes (Gliederung der Bühne); Gestalten der Kostüme bzw. Masken; Die Ausstattung der Bühne und der Masken erfolgt im Stil der Kunstrichtung "Pop - Art". Die SchülerInnen setzen sich intensiv mit den künstlerischen Techniken und Stilelementen der Pop - Art auseinander: ausgehend von der Entwurfsarbeit bis zur Reinzeichnung und Gestaltung der Bühnendekoration und der Masken. Kurze Musikstücke zwischen den Szenen werden von SchülerInnen instrumental eingespielt. Das Theaterstück dauert ca 25- 30 Minuten. Parallel zum Projekt wird den Eltern und Angehörigen der SchülerInnen im Sinne eines gesamtheitlichen Ansatzes auch in der Suchtprävention die Möglichkeit gegeben an einer abschließenden Reflektionsveranstaltung teilzunehmen. Diese Veranstaltungen werden im Sinne besserer Vermittlungsmöglichkeit von 2 Experten gendersensitiv durchgeführt. Methoden Psychodramatische und pädagogische Intervention über Workshop, Theaterarbeit und Prozess-Coaching Gezielte Vermittlung von Information zu Suchtproblemen durch qualifizierte SuchtberaterInnen Künstlerische Begleitung durch eine Theatermalerin - Entwurfsarbeit, Pop - Art, Aquarelltechnik, Bühnenbild, Film

Ergebnisse / Produkte

Es war und ist als KV eine faszinierende Möglichkeit zu beobachten, wie die SuS mit diesem Thema im Laufe des Schuljahres gewachsen sind und weiter wachsen. Von der ersten Konfrontation bis zum Weitergeben des selbst erworbenen Wissens zum Thema Sucht im Rahmen der Podiumsdiskussion. Auch das Erleben der SuS in den einzelnen Rollen sowie das "LEBEN" der einzelnen Rollen, was auch von ihnen artikuliert wurde, sind unschätzbare Erfahrungsmomente, die mit Sicherheit nachhaltig wirken.

Öffentlichkeitsarbeit

Die Theateraufführungen fanden bis jetzt einmal für die Erwachsenen als Abendvorstellung sowie eine Aufführung für 1.u. 2.Klassen und eine für die 3.u 4. Klassen statt. Geplant ist voraussichtlich noch eine Aufführung im größeren Rahmen für andere Schulen ( Anfrage der Krankenpflegeschule) im Herbst 2014. Veröffentlichung bis jetzt auf der Schulhomepage, bei weiterer Veranstaltung auch Beitrag in der lokalen Presse.

Finanzierung

privat finanziertSponsoring, Spenden, Stiftungen

Bezug zu den Kriterien der Bildung für nachhaltige Entwicklung


Wertorientierung am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung
Diese ist durch die Peeredukation unmittelbar gegeben. Den ZuschauerInnrn wird die Folge von Sucht eindrucksvoll geschildert. Sowohl den AkteurInnen als auch den ZuschauerInnen werden Werte vermittelt.

Mehrperspektivität/Transdisziplinarität
Durch die Erarbeitung des Themas in verschiedenster Art und Weise (sowohl inhaltlich als auch künstlerisch) ist diese klar gegeben.

Zukunftsorientierung
Den SuS, aber auch den Erwachsenen wird gezeigt, dass Sucht ein dramatisches Ende haben kann, doch wird der Mensch nicht mit dieser aussichtslosen Situation stehen gelassen. Das Theaterstück zeigt Aussicht auf positive Entwicklung..

Globale Perspektive
...insofern gegeben als dass dies ein Thema auf der ganzen Welt darstellt...

Kritisches Denken und Problemlösen
Das Thema Sucht wurde im Rahmen eines Workshops umfassend aufgearbeitet (versch. Aufstellungen, gruppendynamische Übungen etc.) Die SuS erarbeiteten das Thema auf verschiedensten Ebenen (bis hin zur künstlerischen --> Maskenherstellung)

Methodenvielfalt
gruppendynamische Übungen, Aufstellungen, Theaterspiel, handwerkliche und künstlerische Arbeiten-- Masken, Bühnenbild

Lebenswirklichkeit der Lernenden
Jeder der SuS hat höchstwahrscheinlich im engeren oder weitesten Sinne bereits mit dem Thema Sucht zu tun, umso größer ist der Auftrag der Schule, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

Interne offene Lernprozesse
Durch die verschiedenen Abschnitte des Projektablaufes ist ein offener Lernprozess automatisch gegeben. Es ist im weiteren ein öffentlicher Aushang von Kontaktadressen in der Aula organisiert, weitere Veranstaltungen zu diesem Thema sind fortlaufend geplant.

Partnerschaften und Netzwerke
... eine Zusammenarbeit mit Schulen im Umfeld ist in Planung.
Letzte Änderung: 17.04.2014
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Wirkungsbereiche


Niederösterreich

Laufzeit


09.09.2013 - 17.04.2014

Bildunsgbereiche


5.-13. Schulstufe

Themenbereiche


Gesellschaft, Politik
Gesundheit/Ernährung
Kunst und Kultur