Craftistas - FrauenWERKstatt

Logo In der FrauenWERKstatt können Mädchen und Frauen in Eigenarbeit und mit fachlicher Unterstützung selbst aktiv werden. Wir fördern kreative Aspekte durch praktisches und produktorientiertes Arbeiten und kombinieren technische Kenntnisse, handwerkliches Know-how, ökotechnische und ökologische Grundlagen mit mädchen- und frauengerechter Technikdidaktik.

Darstellung

Die FrauenWERKstatt ist offen für Frauen/Mädchen aller Generationen und unterschiedlichster Herkunft. Besonders angesprochen werden Frauen, mit und ohne Migrationshintergrund, die von Armut - insbesondere von Energiearmut - gefährdet und sozialer Ausgrenzung bedroht sind wie z.B. Alleinerziehende, Erwerbslose, Pensionistinnen, Frauen mit prekärer Beschäftigung etc. Diese werden eingeladen, auf technisch-handwerklichem Gebiet selbst aktiv zu werden. Basierend auf dem Konzept von Empowerment und Partizipation können Mädchen und Frauen bisher ungenutzte Stärken und Potenziale auf technisch-handwerklichem Gebiet entdecken. Es geht uns dabei um die Förderung und Stärkung der Eigenständigkeit und Eigeninitiative von Frauen und Mädchen, aber auch um die Schonung und das Bündeln von Ressourcen. Durch Eigenarbeit und Reparatur – anstelle von Neukauf – werden auch ökonomische Vorteile für die Einzelnen erzielt. Praktisches Tun und Ausprobieren schafft positive Lernerfahrungen, erweitert die persönlichen Kompetenzen und zeigt neue Lebens- und Arbeitsperspektiven auf. Aktives in die Hand nehmen, produktives Gestalten und Kooperation mit anderen Frauen/Mädchen bewirkt die Verbesserungen der eigenen Lebens- und Wohnsituation. Neues Wissen und Können im effizienten Umgang mit Energie kann Energiekosten vermindern und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. In der FrauenWERKstatt können Frauen mit fachlicher Begleitung • den Umgang mit Werkzeugen und Handmaschinen erlernen und üben • alltagstaugliche Produkte aus verschiedenen (Recycling-)Materialien herstellen und gebrauchte Gegenstände und Geräte reparieren • lernen, wie Energie sinnvoll und sparsam genützt wird • sich mit ökologischen und umweltpolitischen Fragestellungen beschäftigen, diese mit anderen diskutieren und gelerntes selbst weitergeben Den Nutzerinnen werden fachliches Know-how und Infrastruktur zur Verfügung gestellt. Damit erhalten sie die Möglichkeit die eigenen Lebensumstände produktiv zu gestalten und notwendige Veränderungen „in Eigenregie“ herbeizuführen. Do-it-yourself –Workshops In den DIY-Workshops lernen Frauen neben dem praktischen Umgang mit Werkzeugen und Maschinen auch den notwendigen theoretischen Hintergrund, um Arbeiten mit Holz oder Metall, im Elektrobereich oder bei Renovierungsarbeiten (z.B. Fliesen verlegen) fachgerecht durchführen zu können. Sie lernen an Hand praktischer Beispiele und erhalten Unterstützung bei der Planung eigener Projekte. In der Folge haben sie auch die Möglichkeit, die einschlägigen Werkzeuge und Geräte im Rahmen der Offenen Werkstatt zu benützen bzw. falls nötig für eigene Projekte aus zu leihen. Reparatur- und Recycling-Cafés Hilfe zur Selbsthilfe bei Reparaturen und Wartung, sowie der Nutzung von Recycling-Material fördert die Selbstständigkeit, entlastet das Haushaltsbudget und schont die Umwelt. Je nach Themenschwerpunkt geben kompetente Fachfrauen in angenehmer Atmosphäre Tipps zum Umgang mit Werkzeugen und Maschinen, überprüfen Geräte oder helfen bei Reparaturen. Energie-Cafés Energieberaterinnen zeigen Möglichkeiten, wie ohne große Investitionen Energie effizient genützt und Energiekosten eingespart werden können. Dabei wird besonderer Wert auf die Hilfe zur eigenen praktischen Umsetzung gelegt. So kann z.B. der Umgang mit Messgeräten, das Entlüften von Heizkörpern oder das richtige Abdichten von Fenstern und Türen gelernt und praktisch geübt werden. Offene Werkstatt-Nutzung In der Offenen Werkstatt werden ohne Themenvorgabe vorhandene Ressourcen (Raum, Werkzeuge, Maschinen, fachliche Kompetenz, Fachliteratur etc.) zur Verfügung gestellt. Hier kann frau eigene Projekte ausführen oder Werkstücke, die im Rahmen von Workshops, Reparatur- oder Energie-Cafés begonnen wurden fertigstellen bzw. daran weiter arbeiten.

KooperationspartnerInnen

• Verein Sunwork, Wien; www.sunwork.at • EBplus – Arge Energieberatung und Umweltbildung, Wien (vormals Arge Energieberatung Wien), www.ebplus.at • Handwerkerinnenhaus Köln, www.handwerkerinnenhaus.org (Kooperation i.R. von ERASMUS+ ab 2014 geplant)

Schwierigkeiten und Erfolge bei der Umsetzung

Die Do-It-Yourself Workshops für Frauen in der Offenen FrauenWERKstatt fanden von Beginn an überraschend guten Anklang. Auf Grund der begrenzten räumlichen Ressourcen mussten schon bei den ersten Aktivitäten z.T. Anmeldungen abgelehnt bzw. Zusatztermine organisiert werden. Die Offene FrauenWERKstatt ist nicht gewinnorientiert und wird eigenständig verwaltet. Die Vorbereitungs- und Startphase war von viel Eigenarbeit und hohem Eigenengagement geprägt. Den Nutzerinnen und Teilnehmerinnen der Workshops stehen häufig sehr geringe finanzielle Ressourcen zur Verfügung. Frauen und Mädchen soll deshalb ermöglicht werden die Werkzeuge und Maschinen auch ohne Bezahlung kostendeckender Beiträge nützen zu können. Für die laufende Finanzierung der Infrastruktur, der Programmorganisation, Vernetzungs- und Öffentlichkeitsarbeit, sowie für die fachliche Anleitung ist daher eine Förderung der Personal- und Sachkosten dringend notwendig. Trotz langjähriger Erfahrung der einzelnen „Betreiberinnen“ der Frauenwerkstatt in anderen Projekten gilt der Verein Craftistas allerdings als „start up“ und die Erlangung öffentlicher Förderungen gestaltet sich daher entsprechend schwierig.

Ergebnisse / Produkte

Das Projekt ist mit offenem Ende geplant. Im Rahmen des WERKstatt-Programms ist für das Jahr 2014 die Planung und Durchführung folgender Aktivitäten bzw. Angebote geplant: - 10 Do-it-yourself -Workshops - 10 Reparatur- und Recycling-Cafés - 10 Energie-Cafés - 10 Offene Werkstatt-Nutzungs-Termine - weitere Termine auf Anfrage Für sämtliche Aktivitäten sollen entsprechende Arbeitsunterlagen und Handouts erstellt bzw. überarbeitet werden. Weiters ist die Einrichtung einer Website geplant, die neben Informationen über das Projekt selbst durch die Downloadmöglichkeit der Handouts zu technisch-handwerklichen und Energiefragen auch konkrete Unterstützung für Frauen und Mädchen bieten soll.

Öffentlichkeitsarbeit

Informations- und Sensibilisierungsarbeit sind wichtige Teilbereiche unserer Öffentlichkeitsarbeit, um die gesellschaftliche Akzeptanz für das Thema „Mädchen und Frauen in Technik-Handwerk-Ökologie“ zu erhöhen und die Kompetenzen von Mädchen/Frauen sichtbar, hörbar, lesbar zu machen und zum Abbau von gesellschaftlichen Vorurteilen beizutragen. Die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen und Initiativen dient uns als Informationsplattform und zum Austausch neuer oder bewährter Ideen. Die Informations- und Sensibilisierungsarbeit beinhaltet die Durchführung von bzw. Teilnahme an (Informations-)Veranstaltungen, Medienarbeit sowie die Erstellung von Präsentationsmaterialien.

Finanzierung

öffentlich finanziertEinnahmen durch Mitgliedsbeiträge, Verkauf von Produkten, Kursen etc.Sponsoring, Spenden, Stiftungensonstige

Bezug zu den Kriterien der Bildung für nachhaltige Entwicklung


Wertorientierung am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung
Das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung stellt die Basis der Projektarbeit dar, wobei ökologische, ökonomische und soziale Zielsetzungen laufend verknüpft und mitgedacht werden. Basierend auf dem Konzept von Empowerment und Partizipation können Mädchen und Frauen bisher ungenutzte Stärken und Potenziale auf technisch-handwerklichem Gebiet entdecken. Damit wollen wir gesellschaftlichen Rollenbegrenzungen, Beschränkungen von Lebensoptionen und Diskriminierungen entgegenwirken, einen Beitrag zur Enttypisierung der internalisierten Gender codes und Geschlechterrollen leisten und für mehr soziale Gerechtigkeit und Gleichstellung der Geschlechter eintreten. Es geht uns dabei um die Förderung und Stärkung der Eigenständigkeit und Eigeninitiative von Frauen und Mädchen (self-reliance), aber auch um die Schonung und das Bündeln von Ressourcen. Durch Eigenarbeit und Reparaturen – anstelle von Neukauf – werden auch ökologische und ökonomische Vorteile für die Einzelnen erzielt. Praktisches Tun und Ausprobieren erweitert die konkreten Kompetenzen. Dadurch können positive Lernerfahrungen gemacht und neue Lebens- und mögliche Arbeitsperspektiven entwickelt werden. Aktives in die Hand nehmen, produktives Gestalten und Kooperation mit anderen bewirkt die Verbesserungen der Lebens- und Wohnsituation. Neues Wissen und Können im effizienten Umgang mit Energie kann Energiekosten vermindern und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Mehrperspektivität/Transdisziplinarität
Craftistas Wien – die Betreiberinnen der FrauenWERKstatt ist eine Initiative von Frauen mit Fachkompetenz in unterschiedlichen technisch-handwerklichen und sozialen Berufs- und Arbeitsfeldern. Wir engagieren uns für Geschlechtergerechtigkeit im Alltag und gesellschaftlicher wie beruflicher Teilhabe von Mädchen und Frauen in allen Berufs- und Arbeitsfeldern. Unsere Gruppe zeichnet sich durch Multiprofessionalität, Multikulturalität und das Engagement der Betreiberinnen für Frauen- und Mädcheninteressen im Bereich Technik-Handwerk und Ökologie aus. Wir arbeiten in professionsübergreifenden Teams, bringen ein breites Kompetenzspektrum an Fachwissen und vieljährige Berufserfahrung in den einzelnen Bereichen ein und verfolgen frauenpolitische, soziale und umweltpolitische Ziele. In unseren Workshops und Veranstaltungen bringen wir durch unser eigenes Tun und durch das Ansprechen von Frauen aller Generationen und unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft auch den Besucherinnen den Ansatz der Transdisziplinarität bzw. Mehrperspektivität näher.

Zukunftsorientierung
Ausgehend von der persönlichen Erfahrungswelt und momentanen Lebenssituation der Mädchen und Frauen geht es uns darum gemeinsam neue Perspektiven und Ideen für die Zukunft zu entwickeln, die einen sorgsamen Umgang mit materiellen und immateriellen Ressourcen mitdenken. Dabei schließen sich Spaß und Kreativität am Lernen heute und Einsparung von Energie und anderer Ressourcen durch Re- und Upcycling von Materialien etc. für morgen nicht aus.

Globale Perspektive
Wo immer möglich handeln wir nach dem Leitsatz „Global denken – lokal handeln“. Dieser Gedanke prägt viele alltägliche Entscheidungen wie z.B. den Umgang mit Materialien, Energieverbrauch, Einkauf und Beschaffung etc. und wird laufend in Diskussionsprozesse einbezogen.

Kritisches Denken und Problemlösen
Die Mitarbeiterinnen der FrauenWERKstatt verstehen sich nicht als „Lehrende“ im traditionellen Sinne, sondern als Begleiterinnen in einem Lernprozess. Ziel ist es, Neugierde im Bereich Technik, Handwerk, Ökologie zu wecken und eigene Problemlösungskompetenz zu fördern. Dies schließt auch die kritische Auseinandersetzung mit gängigen Lösungsmustern mit ein.

Methodenvielfalt
Ausgehend vom Diversity Ansatz werden die unterschiedlichen Vorerfahrungen und Vorkenntnisse der Besucherinnen im didaktischen Konzept berücksichtigt. Es wird einzeln, in Gruppen oder in Teams an konkreten Projekten gearbeitet, eigenes Ausprobieren ermöglicht und gefördert. Selbstlernphasen wechseln mit fachlicher Anleitung, Methodenvielfalt bestimmt das Lernen und Arbeiten in der Offenen FrauenWerkstatt. Parteilichkeit Parteilichkeit bedeutet in diesem Zusammenhang, Raum zu schaffen für Mädchen und Frauen, sie in ihrer Entwicklung zu unterstützen und ihre Autonomie und Selbständigkeit zu fördern. Technikorientierung / Mädchengerechte Technikdidaktik In die Vermittlung von technisch/handwerklichem Fachwissen und Fertigkeiten, sowie Fachtheorie werden ökologisch/ökotechnische Grundbildung einbezogen. Die mädchen- bzw. frauengerechte Technikdidaktik berücksichtigt die Lerninteressen, Lernerfahrungen und Fähigkeiten von Mädchen und Frauen im Umgang mit Technik/Handwerk. Fachtheorie und Bauen verbinden Das praktische Ausprobieren in Verbindung mit Theorie ermöglicht den Besucherinnen ihre individuellen Fähigkeiten, Vorlieben und Stärken zu erkennen. In der konkreten Arbeit wird an dem vorhandenen Wissen und der persönlichen Erfahrungswelt der Teilnehmerinnen angeknüpft. Blockaden vor Fachsprache und Techniktheorie werden durch praktisches Ausprobieren in Verbindung mit verständlichen Erklärungen abgebaut. Produkt- und Projektorientierung („learning by doing“) Das produkt- und projektorientierte Arbeiten und Lernen ermöglicht einen einfachen und anschaulichen Zugang zu Technik und Handwerk. Auf diese Weise können technische Probleme erkannt und exemplarisch gelöst werden.

Partizipationsorientierung
Basierend auf dem Konzept von Empowerment und Partizipation entdecken Mädchen und Frauen bisher ungenutzte Stärken und Potenziale auf technisch-handwerklichem Gebiet. Damit können sie nicht nur ihre eigene Lebenssituation verändern sondern werden auch selbst Gestalterinnen des Lernprozesses und ihrer Lebenswelt im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung. Dies erhöht auch deren Interesse, Selbstbewußtsein und Kompetenz, sich bei politischen und gesellschaftlichen Entscheidungen mit Bezug zu Technik und Naturwissenschaft einzubringen.

Lebenswirklichkeit der Lernenden
Im Mittelpunkt der Arbeit und in der Vermittlung von fachspezifischem Wissen und Know-how stehen die Teilnehmerinnen- und Kompetenzorientierung. Das bedeutet, bei den jeweiligen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Besucherinnen anzusetzen, sowie deren persönliche Erfahrungswelt und Lebenssituation zu berücksichtigen. Nachhaltigkeitskompetenz darf kein theoretisches Konstrukt sein. Vielmehr muss sie sich auf konkrete Alltagssituationen wie z.B. Effizienter Umgang mit Energie im eigenen Haushalt, Reparatur statt Neukauf etc. beziehen.

Interne offene Lernprozesse
Das Programm und die Art der Umsetzung der FrauenWERKstatt orientieren sich laufend an den Rückmeldungen der teilnehmenden Frauen und Mädchen. Die Betreiberinnen der FrauenWERKstatt bezeichnen und fühlen sich als Craftistas. So bezeichnen sich Aktivistinnen, die ihre Ziele mittels Handwerk (=craft) und durch “Selber-Machen“ (=activism) verfolgen. Frauen, die nicht nur teilnehmen wollen, sondern - selber ihr Wissen und Können mit anderen teilen wollen - an der Planung und Organisation von Workshops und Offener Werkstatt mitarbeiten möchten - Ideen haben, wie die Werkstatt noch besser genützt werden kann Sind herzlich willkommen selbst eine Craftista zu werden und sich verstärkt am Entwicklungsprozess des Projektes zu beteiligen.

Partnerschaften und Netzwerke
Die lokale und regionale Vernetzung mit sozialen Einrichtungen und Fraueninitiativen ist wichtiger Bestandteil unserer Arbeit und soll im nächsten Jahr weiter verstärkt werden. Bisher bestehen Kooperationen und Zusammenarbeit u.a. mit: • Verein Sunwork • EBplus, Energieberatung und Umweltbildung (ehem. Arge Energieberatung Wien) • Gebietsbetreuung • Wohnpartner • Teilnahme beim 6. Wiener Nachbarschaftstag • Teilnahme an „Wir in Ottakring und Penzing“ • SOHO in Ottakring • Ms Baltazars Laboratory • Femail Auf internationaler Ebene bestehen Kontakte zu Offenen Werkstätten für Frauen in Berlin und Köln. Eine Lernpartnerschaft (EU-Projekt) mit dem Handwerkerinnenhaus Köln ist in Planung.
Letzte Änderung: 02.12.2013
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Ausgezeichnet mit:
Ausgezeichnet als Dekadenprojekt

Wirkungsbereiche


Wien

Laufzeit


01.02.2013 - 31.12.2018

Bildunsgbereiche


5.-13. Schulstufe
Außerschulische Jugendbildung
Erwachsenenbildung
Kommunale Bildungsprojekte
informeller Bildungsbereich (NGO, Vereine, etc.)
Sonstiger

Themenbereiche


Abfall und Beschaffung
Energie
Gesellschaft, Politik
Gleichstellung von Frau und Mann
Globales Lernen
Klima- und Umweltschutz
Konsum
Wasser
Sonstiger

Durchführende Organisation

Craftistas Wien

Roseggergasse 33-35

1160 Wien

01-6672013 info@craftistas.at
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