ISCEC goes RES – ENERGY-PLUS-SCHULE. Selling Sunshine.

Umsetzung der Zielvorstellung, Schulen als Kompetenzzentren für eine nachhaltige, öko-soziale Wirtschaftsausbildung zu positionieren, indem sie durch RES-Anlagen und E-Tankstellen nachgerüstet werden und so zu Role-Models für Nachhaltigkeit in der Gemeinde und über Gemeindegrenzen hinaus, in der Region fungieren. Schulen sollen Role-Models für die Vermittlung von in der Zukunft notwendigen Werthaltungen sein ganz im Motto von ISCEC, der International School of Creativity, Excellence & Competence mit dem seit 2007 geltendem Mission Statement " We are guiding our Students into the Future by Creativity Trainings, Eco-Marketing & Eco-Management and by forming national & international (intercultural) Networks." Als Mittlere und Höhere Schule für kaufmännische Ausbildung auf Sekundarniveau und als BHAK für Berufstätige auch ab dem 5. Semester auf tertiärem Niveau verfolgen wir seit Jahren nicht nur eine sehr tiefgehende Wirtschaftsausbildung mit betriebswirtschaftlichem Schwerpunkt, sondern bilden unsere Studierenden auch nach einem volkswirtschaftlich enorm wichtigen sozio-ökonomisch nachhaltigem Bildungdschwerpunkt aus. In einer globalisierten Weltwirtschaft sollten nationale Grenzen nur von untergeordneter Bedeutung und keine Barrieren bei einer Zusammenarbeit zwischen Staaten sein.

Darstellung
Unsere beiden Projekte ISCEC - ENERGIE-PLUS-SCHULE BHAK BADEN und ISCEC - Selling Sunshine zeigen, dass wir nicht bloß über Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen oder Integration von Flüchtlingen Bewusstseinsbildung betreiben, sondern mit "Hands-on"-Projekten aktiv handeln. Unsere 70 kWp-PV-Anlage erzeugt pro Jahr ca. 70.000 KWh und vermeidet rd. 50t CO2 und andere Feinstaubpartikel jährlich. Dadurch wird der Import von ca. 7.000 l Erdöl oder 6.400 m³ Erdgas vermieden, Importkosten gespart, die Handelsbilanz dadurch verbessert und Geld bleibt in der österreichischen Volkswirtschaft, vor allem dann, wenn die Komponenten der RES-Anlagen vorwiegend in Österreich erzeugt werden. Dies ist bei unserem Schulprojekt ENERGIE-PLUS-SCHULE ein wesentliches Kriterium bei der Auftragsvergabe durch unseren Projektpartner ISCEC eU. Mit unserem Projekt wollen wir zukünftigen Entscheidungsträgern in der österreichischen Wirtschaft, im öffentlichen Dienst aber auch bei privaten Investitionen im Eigenheimbau oder beim Kauf eines Fahrzeuges zeigen, welch entscheidenden Unterschied man durch eine Veränderung des Kaufverhaltens in großen Mengen machen kann. “We can make a difference. Yes, we can. We are the ACTION heroes.” (quote: Gov. A. Schwarzenegger) Ein 40 KWh Lithium-Eisenphosphat Akku-Speicher ermöglicht peak-shaving und die Versorgung unseres Abendschulbetriebs mit gespeichertem Sonnenstrom. Eine Elektrotankstelle unseres Schulpartners ISCEC eU, der auch ein E-Car Sharing und Rental Service betreibt, unterstützt bei der Bewusstseinsbildung für E-Mobilität und ‚Sonnenstrom‘-Überschüsse besser zu vermarkten, als diesen um wenige Cents an das Netz des EVU einzuspeisen. Am 1. April 2016 wurde im Rahmen einer Schulfeier mit Sonnenstrom auf Induktionsplatten von unseren ‚international students‘ (Flüchtlinge und Asylwerber) gekocht “cooking on sunshine“ und die Einkäufe dafür wurden mit Elektroautos gemacht “Riding on sunshine“. Unseren 50 Studenten aus Afghanistan, Pakistan, Iran, Irak, Syrien und Somalia konnten wir mit unseren Projekten wieder Hoffnung und eine Perspektive für ein Leben in ihren Heimatländern nach Beendigung der Kriegswirren in diesen Ländern geben. Sie haben gelernt, wie man mit Sonnenschein El. Strom erzeugt, und mit Strom kann man kochen und somit wieder ein Restaurant betreiben, einen Backofen betreiben, Wasserpumpen betreiben, etc. und, wenn man diesen mit einem Akku speichert, in der Nacht bei einer LED-Lampe lernen und einen Laptop betreiben und sogar mit dem Rest der Welt verbunden sein. Durch Installation eines 40KWh Silizium-Eisen-Phosphat-Speichers wird Peak-shaving ermöglicht und wir können an der Schule rd. 40% des Strombedarfes durch Erzeugung von Sonnenstrom mit unserer PV-Anlage und Speicherung decken. Mit einer Elektrotankstelle, die ebenfalls von unserem Schulpartner ISCECeU errichtet wurde, wird Überschussstrom (speziell an Wochenenden und Ferienzeiten) zu günstigeren Konditionen für den Contractor als durch Einspeisung ins Netz der EVU vermarktet, eine Cooperation mit dem Contractor besteht auch im Rahmen eines E-Car-Sharing Modells, wodurch E-Mobilität bei Lehrkräften und Schülerinnen gefördert wird. Das Projekt "Selling Sunshine" entstand im Rahmen unserer humanitären Unterstützung für jugendliche Asylwerber, die die Wartezeit auf ihren Asylbescheid sinnvoll durch Erwerb von Deutsch- und Englischkenntnissen aber auch durch Qualifizierung im Rahmen eines geregelten Unterrichts zur Erreichung der Qualifikation als 'ordentlicher Schüler' im Rahmen des öst. Bildungssystems erreichen sollten. Anfänglich unbezahlt unterrichteten wir 50 Jugendliche und Erwachsene 31 Unterrichtsstunden pro Klasse in 2 Klassen von September bis Dez. 2015. Ab Dez. 2015 wurden dann die Lehrkräfte durch das BMB im Rahmen der 'Übergangsklassen' und deren Lehrplan bezahlt.

KooperationspartnerInnen
ISCEC eU Handels- und Beratungsunternehmen - Erneuerbare Energielösungen Dr. B. Zottl Gewerbeberechtigung für Handelsbetrieb und für E-Car Vermietung Sparkasse Baden: unterstützte Ankauf der 1. 5kWp-PV-Anlage Klimaregion Baden: Dr. G. Koch EUROSOLAR AUSTRIA RA Dr. H.O. Schmidt

Schwierigkeiten und Erfolge bei der Umsetzung
Finanzierung: Findung von Finanzpartnern und Förderungsmöglichkeiten im Rahmen von Energie-Einspar-Contracting-Lösungen, die diese RES-Projektmaßnahmen vorfinanzieren. Entwicklung eines Bürger-Beteiligungsmodells Die Übernahme von Haftungen durch einen kräftigen Finanzpartner stellt das größte Problem hinsichtlich Realisierung dar, da RES- Investments den Break-even Punkt erst nach ca. 10-12 Jahren erreichen. Die Förderung für solche Projekte soll als Abgeltung andernfalls entstehender Kosten und Folgekosten angesehen werden (wie Feinstaub- und CO2-, sowie Lärmvermeidung). Private Firmen, die als Energie-Contractors Investitionen in enormen Summen auf öffentlichen Gebäuden tätigen, sollten bes. gefördert werden, wenn sie sich dem Prinzip der 'nachhaltigen Beschaffung von RES-Anlagen mit einem hohen Anteil an heimischer Komponenten und Wertschöpfung verschrieben haben, um einen möglichst hohen volkswirtschaftlichen Gesamtnutzen durch Schaffung von Arbeitsplätzen in Österreich verschrieben haben. Das Projekt ISCEC goes RES - ENERGIE-PLUS-SCHULEN ist ein solches Projekt.

Ergebnisse / Produkte
Die Schulleitung verfolgt gemeinsam mit dem Projektpartner ISCEC eU die Ziele, ° die PV-Anlage um weitere 200kWp auf 270kWp auszubauen, ° den 40 KWh-Akkuspeicher um weitere 80KWh auf 120 KWh aufzuriggen, ° eine weitere E-Ladestation (DC-DC) zur bestehenden E-Ladestation für 4 E-Cars (AC-DC; 2x22 Amp, 2x3 Amp) zu errichten ° Einen Vertrag mit den Fahrschulen in Baden zu erreichen, damit diese ihre E-Cars an der Ladestation der Schule aufladen. (=> bessere Vermarktung v. Ökostrom als Einspeisung um 2-3 Cent in das Netz der EVU).

Öffentlichkeitsarbeit
a) Berichte in Lokalzeitungen und Schulnews b) BADENER Umweltpreis 2008 c) EUROSOLAR AUSTRIA Publikationen; EUROSOLAR Austria Preis 2010 für Schulen c) ENERGY GLOBE für Schulen (NÖ) 2008 Zahlreiche Schülerprojektarbeiten, die im Rahmen ihrer abschließenden Prüfungen Projekte über RES und alternative Finanzierungsformen machten.

Finanzierung
privat finanziert
Sponsoring, Spenden, Stiftungen

Bezug zu den Kriterien der Bildung für nachhaltige Entwicklung

Wertorientierung am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung:
Den Lernenden wird im Rahmen von Projekten und Projektarbeiten ermöglicht, sich mit den Werten des Schulleitbildes und einer nachhaltigen Entwicklung auseinanderzusetzen. Thematisiert werden durch das Bildungsprojekt die Folgen unseres jetzigen Handels für zukünftige Generationen und der Unterschied durch Maßnahmen, die wir durch eine Änderung in unserem Kosumverhalten erreichen können. Das Bildungsprojekt unterstützt eine Änderung unserer "Mental Maps", es wird bewusst gemacht, wie sehr wir unsere Zukunft und zukünftigen Lebensumstände durch eine nachhaltige, umweltschonende, öko-soziale (humanistisch-ethisch geprägt) Marktwirtschaft zum Wohle unserer Volkswirtschaft gestalten können. Als aktuelles Thema fließt bei uns die Flüchtlingsproblematik ein: Integration entwurzelter Jugendlicher aus anderen Erdteilen, Ländern und Kulturkreisen ist schwierig - vor allem ist es notwendig, diesen Menschen wieder die Möglichkeit zu geben, die notwendige Ausbildung für eine wirtschaftliche Tätigkeit zu vermitteln, sodass sie in unserer Volkswirtschaft beschäftigt werden können, sodass sie ihren Lebensunterhalt selbst verdienen können. "Selling Sunshine" ist ein Projekt zur Aktivierung persönlicher Ressourcen an Kreativität und bereits erworbenem Fachwwissen und Schaffung neuer Perspektiven. Ein Mensch mit Perspektiven und Zielen mobilisiert ungeahnte Energie und Commitment zu Erreichung dieser Ziele.

Mehrperspektivität/Transdisziplinarität:
Den Lernenden werden Themen wie Wirtschaftsthemen interdisziplinär und fächerübergreifend nähergebracht. Es wird Unterstützung zur Erkennung von Zusammenhängen zwischen ökologischen, ökonomischen, sozialen, politischen und gesellschaftlichen Faktoren gegeben und zu deren Analyse angehalten.

Zukunftsorientierung:
Fragestellungen werden kritisch im Unterricht lokal, regional und global betrachtet und die Lernenden werden Sichtweisen unterschiedlicher Kulturen vermittelt. Sie werden bei ihren Projektarbeiten von ihren coaches dabei unterstützt, kulturelle und politische Faktoren zu erkennen und zu analysieren. Die Studierenden werden dazu angeregt, die Auswirkungen lokaler und regionaler Entscheidungen auf globale Entwicklungen zu betrachten.

Globale Perspektive:
Fragestellungen auf lokaler, regional und global Basis werden erläutert. Die Studierenden werden dazu angehalten, Sichtweisen unterschiedlicher Kulturen wahrzunehmen und dabei kulturelle und politische Faktoren zu erkennen und zu analysieren. Auch die Auswirkungen lokaler und regionaler Entscheidungen auf globale Entwicklungen werden analysiert.

Kritisches Denken und Problemlösen:
Projektarbeiten im Rahmen der Abschließenden Prüfungen bieten den Lernenden die Möglichkeit, im Sinne eines ergebnisoffenen, selbstorganisierten Suchprozesses – in eigener Regie zu lernen und Probleme zu lösen. Methoden werden angewendet, die die kommunikativen Kompetenzen der Lernenden und einen Austausch untereinander fördern.

Methodenvielfalt:
Die Lernenden können sich im Zuge des Bildungsprojektes an konkreten Planungen beteiligen. Sie haben die Möglichkeit, bei bestimmten Vorhaben mitzubestimmen und mitzugestalten. Das Bildungsprojekt motiviert, sich auch in anderen Prozessen einzubringen.

Partizipationsorientierung:
Fachliche Zusammenhänge und Erklärungen werden in die lebensweltlichen Erfahrungen und Fragen der Lernenden eingebettet. Die Lernenden können Erkenntnisse oder Erfahrungen, die sie im Rahmen des Bildungsprojektes gemacht haben, in ihren Lebensalltag integrieren. => "Selling sunshine" = cooking on sunshine, riding on sunshine ... => creating new perspectives for the future.

Lebenswirklichkeit der Lernenden:
Die Lernenden erhalten neben den Handlungsphasen auch immer wieder Zeit für Reflexion, in der sie über die Erfahrungen, die sie im Bildungsprojekt selbst gemacht haben, nachdenken können. Es gibt eine offene Gesprächsatmosphäre, um gemeinsam über Bedürfnisse und Werte nachdenken können. Das Bildungsprojekt/der Unterricht wurde bereits mehrmals und wird immer wieder externen Evaluationen unterzogen.

Interne offene Lernprozesse:
Den Lernenden werden im Sinne eines kooperativen Lehrens und Lernens Schlüsselqualifikationen wie Teamfähigkeit und Gemeinsinnorientierung vermittelt. Eigene Kreativität und die Realisation von eigenen Ideen werden ermutigt.

Partnerschaften und Netzwerke:
Die Schulleitung unterstützt bei der Anbahnung von Partnerschaften und der Bildung von Netzwerken.

Letzte Änderung: 29.09.2016

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Wirkungsbereiche:
Niederösterreich

Laufzeit:
05.09.2003 - 29.09.2019

Bildunsgbereiche:
5.-13. Schulstufe
Hochschulbildung
Erwachsenenbildung
Kommunale Bildungsprojekte
informeller Bildungsbereich (NGO, Vereine, etc.)
Sonstiger

Themenbereiche:
Abfall und Beschaffung
Energie
Gesellschaft, Politik
Gesundheit/Ernährung
Gleichstellung von Frau und Mann
Globales Lernen
Interkulturelle Bildung und Friede
Klima- und Umweltschutz
Konsum
Kunst und Kultur
Land- und Forstwirtschaft
Medien
Menschenrechte
Mobilität
Natur / Biologische Vielfalt
Wasser
Wirtschaft
Stadt & Land nachhaltig entwickeln