Sustainable Development Stories – ein Pilotprojekt zu Open Learning an der WU

Studierende des WU Masterstudiengangs Management erstellen in einer Lehrveranstaltung des Instituts für Nachhaltigkeitsmanagements Open Learning Module, bestehend aus einem Video und Themenheft. Zielgruppe der Module sind Oberstufen-SchülerInnen, deren Verständnis von nachhaltiger Entwicklung durch den Einsatz der Module gefördert wird.

Darstellung

Das Projekt „Sustainable Development Stories – ein Pilotprojekt zu Open Learning an der WU“ des Instituts für Nachhaltigkeitsmanagement der Wirtschaftsuniversität Wien zielt auf die Förderung des Verständnisses von nachhaltiger Entwicklung von Oberstufen-SchülerInnen ab. Es findet im Rahmen der Lehrveranstaltung „Nachhaltige Entwicklung“ im Masterprogramm Management statt und wird von dem Gedanken „von Studierenden – für SchülerInnen“ geleitet. Ergebnis des Projekts sind von 30 Studierenden produzierte Open Learning Module, welche im Herbst 2017 über die Internetseite der Wirtschaftsuniversität online verbreitet bzw. den Lehrenden an Oberstufen zur Verfügung gestellt werden. Der inhaltliche Fokus der vier verschiedenen Module liegt dabei auf den Themenbereichen: Kunststoff & Umwelt, (Virtueller) Wasserverbrauch, Tierleid durch Konsum sowie Food Waste. Es ist geplant, basierend auf diesem Modell, künftig weitere Projekte bzw. Lehrveranstaltungen anzubieten, aus denen weitere auf nachhaltige Entwicklung fokussierte Open Learning Module hervorgehen. Jedes einzelne Open Learning Modul setzt sich aus einem einleitenden Video und begleitenden Themenheft zusammen. Dabei werden zwei didaktische Zielstellungen verfolgt: Die Videos sollen das Interesse der SchülerInnen wecken und sie aufgrund der Tatsache, dass das Thema der nachhaltigen Entwicklung nah an ihrer eigenen Lebenswelt aufgegriffen wird, sensibilisieren. Die Themenhefte sollen das Wissen der Schüler erweitern, indem sie die aufgezeigten Probleme vertiefen, Lösungsmöglichkeiten skizzieren und mit integrierten Aufgaben zum Nachdenken und Reflektieren des eigenen Handelns anregen. Des Weiteren erhalten die Studierenden durch die Erarbeitung der Open Learning Module selbst einen Überblick über nachhaltige Entwicklung, vertiefen ihr Wissen anhand ausgewählter Themen und erwerben Kenntnisse über die mediale Aufbereitung von nachhaltigkeitsrelevanten Problemen für den pädagogischen Einsatz. Zu Beginn des Projektes erhielten die Studierenden eine thematische Einführung zu nachhaltiger Entwicklung. Diese diente als grundlegende Wissensbasis und ermöglichte den Studierenden, sich später selbst für einen bestimmten Fokusbereich zu entscheiden und sich in diesen einzuarbeiten. Zur Unterstützung der Studierenden bei der Videoproduktion, wurden ihnen darüber hinaus Wissen über Video-Archetypen, Storyboard-Erstellung, Videodreh und Postproduktion vermittelt. In Kleingruppen von 4-6 Personen konzipierten die Studierenden u.a. Storyboards, Audiotexte und Design für ihr geplantes Video. Dabei wurden sie von den Lehrenden des Instituts für Nachhaltigkeitsmanagement sowie den KooperationspartnerInnen von Okto Community TV unterstützt. Nach dem erfolgten Dreh finalisierten die Studierenden ihre Videos mittels Schnitt und Vertonung in der Postproduktion. Zuletzt fertigte jede Studierenden-Gruppe unter Heranziehen geeigneter Literatur (aus Wissenschaft und Medien) ein Themenheft an.

KooperationspartnerInnen

Okto Community TV, http://www.okto.tv/

Schwierigkeiten und Erfolge bei der Umsetzung

Eine besondere Herausforderung des Projekts war die fehlende Erfahrung der Studierenden hinsichtlich Video-Design, -Dreh und -Schnitt. Mithilfe der Unterstützung von Okto Community TV und durch das große Engagement der Studierenden, konnte diese Herausforderung jedoch erfolgreich gemeistert werden. Es entstanden qualitativ-hochwertig anmutende Kurzvideos, welche ausgewählte Nachhaltigkeitsprobleme in einer spannenden Geschichte verständlich aufbereiten. Eine weitere Schwierigkeit ergab sich bei der Erstellung der Themenhefte. Die Studierenden mussten sich dabei selbstständig in einen spezifischen Bereich der nachhaltigen Entwicklung (z.B. Foodwaste und Virtueller Wasserverbrauch) einarbeiten. Um inhaltliche Fehler bei den Themenheften auszuschließen und deren Qualität zu sichern, waren zwei Feedback-Schleifen mit den Mitarbeitern des Instituts für Nachhaltigkeitsmanagement erforderlich. Aufgrund des hohen Interesses und der Motivation der Studierenden, konnten letztlich die Ergebnisse ihre eigenen Erwartungen sowie die der LehrveranstaltungsleiterInnen übertreffen.

Ergebnisse / Produkte

Ergebnisse des Projekts sind vier in sich abgeschlossene Open Learning Module zu ausgewählten Bereichen der nachhaltigen Entwicklung. Diese werden auf der Internetseite der Wirtschaftsuniversität Wien Lehrenden zur Verfügung gestellt. Zielgruppe der Module sind SchülerInnen in der Oberstufe. Jedes Modul besteht aus einem einleitenden Video und einem begleitenden Themenheft mit Aufgaben. Inhaltlich decken die Module die folgenden Bereiche ab: • Kunststoff & Umwelt • (Virtueller) Wasserverbrauch • Tierleid durch Konsum • Food Waste Durch die Erstellung der Open Learning Module erhielten die Studierenden einen generellen Überblick über nachhaltige Entwicklung und vertiefende Einblicke in einen ausgewählten Themenbereich. Weiter machten sie sich mit der medialen Aufbereitung von nachhaltigkeitsrelevanten Problemen für den pädagogischen Einsatz vertraut. Den SchülerInnen werden durch die Open Learning Module nachhaltigkeitsrelevante Probleme in ihrer alltäglichen Lebenswelt aufgezeigt. Sie erhalten darüber hinaus Hintergrundinformationen und Lösungsmöglichkeiten. Integrierte Aufgaben regen sie darüber hinaus zum eigenständigen Nachdenken und zur Reflexion ihres alltäglichen Handelns an.

Öffentlichkeitsarbeit

Geplant ist ein Online-Launch über die Internetseite der Wirtschaftsuniversität Wien. Weiter werden die Open Learning Module über die Website des Instituts für Nachhaltigkeitsmanagement und verschiedene Email-Verteiler beworben.

Bezug zu den Kriterien der Bildung für nachhaltige Entwicklung


Wertorientierung am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung
Im Projekt erarbeiteten sich Studierende Wissen zu vier aktuell relevanten Themenfeldern der nachhaltigen Entwicklung (Kunststoffabfälle, Food Waste, Tierleid, Wasserverbrauch) und erstellten darauf aufbauend Open Learning Module für SchülerInnen in der Oberstufe. In den Modulen erhalten die SchülerInnen einerseits vertiefende Einblicke in die Problembereiche und lernen was, Politik und Wirtschaft beitragen können. Anderseits werden sie für die Auswirkungen ihres eigenen Handelns sensibilisiert und mit Verteilungsfragen konfrontiert. Zusätzlich bekommen sie konkrete Vorschläge für einen verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen in ihrem Alltag aufgezeigt. Eine besondere Rolle kommt dabei der Darstellung von zukünftigen Entwicklungen und der Bedeutung von globalen Zusammenhängen zu.

Mehrperspektivität/Transdisziplinarität
Die von den Studierenden erstellten Open Learning Module beleuchten die gewählten Themenfelder aus einer transdisziplinären Perspektive. Die Themen, wie u.a. (Virtueller) Wasserverbrauch oder Food Waste, machen es dabei erforderlich, dass die SchülerInnen grundlegende biophysikalische Zusammenhänge verstehen, gleichzeitig sich aber auch über deren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ursachen und Wirkungen im Klaren sind. Im Rahmen der Diskussion von Lösungsmöglichkeiten werden darüber hinaus die Handlungsoptionen von verschiedenen Akteuren (Staat, Wirtschaft und Individuum bzw. Konsument) dargestellt.

Zukunftsorientierung
Bei den Open Learning Modulen wird ein besonderer Wert auf die Zukunftsperspektive gelegt. Der aktuelle gesetzliche Rahmen, gängige Praktiken in der Wirtschaft und typische individuelle Verhaltensmuster werden in den Themenheften reflektiert, um darauf aufbauend zukunftsorientierte Lösungsvorschläge von den SchülerInnen ableiten zu lassen. Die Module zwingen SchülerInnen dazu, eigenes Handeln zu reflektieren und gegebenenfalls zu ändern.

Kritisches Denken und Problemlösen
Die Open Learning Module wurden dahingehend konzipiert, den SchülerInnen die Zusammenhänge zwischen ihren alltäglichen Handlungen und den daraus resultierenden Wirkungen aufzuzeigen. Die Videos sensibilisieren die SchülerInnen und schaffen ein Problembewusstsein, welches in den Themenheften vertieft wird. Die SchülerInnen werden gezwungen, eigene Vorstellungen und Handlungsweisen kritisch zu hinterfragen. Aufgaben und die Diskussion möglicher Handlungsoptionen von Staat und Wirtschaft sowie eigener Möglichkeiten, regen dabei die SchülerInnen zur kritischen Reflexion über Lösungen der aufgezeigten Probleme an. Dies trifft jedoch nicht nur auf die SchülerInnen zu. Die Studierenden, welche die Module entwickelten, mussten sich ebenfalls intensiv mit den genannten Aspekten beschäftigen.

Methodenvielfalt
Im Projekt wurde zur Vorbereitung der Erstellung der Open Learning Module auf verschiedene Methoden zurückgegriffen. Neben thematischen Input-Vorträgen zu nachhaltiger Entwicklung, recherchierten die Studierenden verschiedene Video-Archetypen, welche zusammen mit den LehrveranstaltungsleiterInnen diskutieren wurden. In Workshops hatten die Studierende die Möglichkeit ihre Storyboards mit Unterstützung durch Okto Community TV zu erstellen, darüber hinaus erhielten sie eine Einführung in Benutzung von Kamera und Unterstützung bei der Post-Produktion der Videos (u.a. Schnittsoftware). Des Weiteren mussten sie für die Erstellung der Themenhefte eine inhaltliche Recherche tätigen und ein Themenheft verfassen. Die Module selbst setzen sich aus einem Einstiegsvideo und einem begleitenden Themenheft zusammen. Das Video dient zur Sensibilisierung der SchülerInnen für ein spezifisches Nachhaltigkeitsproblem, welches im Themenheft weiter vertieft wird. Durch Aufgabenblätter werden die SchülerInnen zu einer kritischen Auseinandersetzung und offenen Diskussion über das Problem und dessen mögliche Lösungen angeregt. Die Module werden online auf einer Lernplattform zur Verfügung gestellt und beinhalten weiterführende Literatur.

Partizipationsorientierung
Aufgrund des Projektdesigns war es den Studierenden freigestellt, auf welche Art der audiovisuellen Inhaltserstellung sie sich spezialisieren und in welchem thematischen Bereich nachhaltiger Entwicklung sie sich vertiefen wollten. Zu Beginn des Projekts konnte sich jede Studierendengruppe für einen bestimmten Video-Archetyp entscheiden. Basis dieser Entscheidung war eine intensive Recherche verschiedener Artchetypen sowie eine Diskussion mit den LehrveranstaltungsleiterInnen. Des Weiteren wählte jede Gruppe ein selbstständig ein Themenfeld aus. Als Entscheidungshilfe dienten hierbei die Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen. Neben der Wahl Themenfelds war den Studierenden auch die Ausgestaltung der Story sowie der spezifischen Inhalte der Themenhefte freigestellt.

Lebenswirklichkeit der Lernenden
Die Open Learning Module wurden dahingehend konzipiert, dass sie in der Lebenswelt der Studierenden bzw. SchülerInnen ansetzen. Jedes Video zeigt die Handlungen einer Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen im Lebensalltag und stellt eine Verbindung zu nachhaltigkeitsrelevanten Themenkomplexen her. Die darauf aufbauenden Themenhefte vertiefen diese komplexen Zusammenhänge und gehen auf die daraus resultierenden Wirkungen ein. Auf Basis von Handlungsoptionen und Aufgaben werden die SchülerInnen dazu angeregt, das erworbene Wissen auf ihre alltäglichen Handlungen zu übertragen.

Letzte Änderung: 20.09.2017
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Wirkungsbereiche


Gesamtösterreich

Laufzeit


15.03.2017 - Projektende offen

Bildunsgbereiche


5.-13. Schulstufe
Hochschulbildung

Themenbereiche


Gesellschaft, Politik
Globales Lernen
Klima- und Umweltschutz
Konsum
Natur / Biologische Vielfalt
Wasser
Wirtschaft

Durchführende Organisation

Institut für Nachhaltigkeitsmanagement, WU Wien

Welthandelsplatz 1, Gebäude D1, 2. Stock

1020 Wien

+43-1-31336-5133 florian.findler@wu.ac.at
http://www.wu.ac.at/sustainability
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