1. Tiroler Kinder-Klimakonferenz

Auch Kleine können Großes bewirken. Bis zum Jahr 2050 will Tirol seinen Energiebedarf selbst decken. Um die junge Generation verstärkt in das Thema der Tiroler Energieunabhängigkeit einzubinden wurde heuer die 1. Tiroler Kinder-Klimakonferenz abgehalten.

Darstellung

Mit der Veranstaltung der 1. Tiroler Kinder-Klimakonferenz bekamen 18 Volksschulklassen (2 aus jedem Bezirk) die Möglichkeit aktiv zur Gestaltung der Tiroler Energieautonomie beizutragen. Jede teilnehmende Klasse hat vorab zwei Workshops absolviert, in denen die SchülerInnen den Zusammenhang zwischen Energie und Klimaschutz kennen lernten. Sie haben erfahren, wofür Energie im täglichen Leben eingesetzt wird, welche Energieträger in Tirol und weltweit zum Einsatz kommen und welche für die Zukunft entwickelt werden. Die Ideen und Visionen der SchülerInnen wurden im zweiten Workshoptag handwerklich umgesetzt. Jede Klasse gestaltete ein Holzpuzzleteil ihres Bezirkes mit den Visionen und Wünschen für das Tirol der Zukunft. Das Ergebnis war die Präsentationsgrundlage der Maßnahmen am Konferenztag. Am Konferenztag selbst tauchten die Kinder in Form von Erlebnisworkshops spielerisch in weitere Themen der Energieunabhängigkeit ein. Diese wurden von einer Bandbreite an Tiroler Initiativen, Organisationen, Vereinen und Unternehmen durchgeführt, die die Kinder so kennenlernen konnten. Während einige SchülerInnen auf der Brachfläche in Zirl 100 Pflanzen setzten, haben sich andere mit dem Imkerverein Zirl Möglichkeiten für den Schutz der Bienen überlegt und wieder andere suchten gemeinsam mit dem Umweltbildungsverein Natopia nach den heimischen Lebewesen am nahegelegen Bach. Gestärkt durch ein vegetarisches, saisonales und regionales Mittagessen des feld-Verein zur Nutzung von Ungenutztem versammelten sich die Kinder im großen Saal und waren nun überaus motiviert, ihre Forderungen an die Politik zu überreichen. Energiebündel – Jetzt reden wir! „Exotische Früchte gibt es bei uns nicht. Deshalb müssen sie von weit her transportiert werden und das schadet der Umwelt. Wir, die Volksschule Prutz, wollen ein Gewächshaus bauen, in dem wir Bananen, Kiwis und Ananas anbauen. Das Gewächshaus soll mit Solarenergie betrieben werden.“ Das war eine der vielen Forderungen, die die Kinder einbrachten und mit der sie einen Teil der Konferenz gestalteten. Alle Klassen bekamen die Möglichkeit, ihre Visionen in die Veranstaltung einfließen zu lassen und es zu ihrem persönlichen Event zu machen. Über die Kreativität und Offenheit der Kinder konnten die Erwachsenen nur staunen. Doch wie realistisch sind diese Ideen? „Wir wünschen uns mehr Fahrgemeinschaften mit E-Autos. Diese Fahrgemeinschaften sollen auf Säulen in allen Orten ausgehängt werden, damit man weiß, wo sich wer befindet“, lautet die Forderung der Volksschule Hopfgarten. Ganz so abwegig ist der Vorschlag der Buben und Mädchen nicht. Ingrid Felipe, Tirols LHStvin für Umwelt und Mobilität, versichert, dass bereits an so einer Idee gearbeitet wird. Und was passiert nach der Konferenz mit den zahlreichen Forderungen? Eine meterlange Liste aller Punkte und Anregungen wurde gegen Ende der Konferenz den PolitikerInnen überreicht. Die Inhalte werden im Landtag weiterbearbeitet und sind somit von großer Bedeutung für die Zukunft Tirols und die der jüngsten Generation.

KooperationspartnerInnen

Haupt-Kooperationspartner: Energie Tirol, TIWAG, Kinderbüro, VVT Weitere Partner: Alpenverein, B4, Bio Austria, Darbo, Ekiz Zirl, Elternverein Zirl, Ferrarischule Innsbruck, Freiwillige Feuerwehr Zirl, Gemeindepolizei Wattens, Gemeinschaftsgarten Zirl, hollu, HTL Imst, IKB, Imkerverein Zirl, Institut für Geographie der Universität Innsbruck, Jakob Winkler, Klimabündnis Tirol, Koordinationsstelle für Fledermausschutz und –forschung in Österreich, Landesschulrat Tirol, Marktgemeinde Zirl, MPREIS, Land(P)art, Recheis, Tirol Milch, Tischlerei Lüth, Umweltverein, Verein für Tier- und Naturschutz in Österreich, Naturfreunde, Blitzkneisser, FabLab Innsbruck, feld-Verein zur Nutzung von Ungenutztem, Grüne Schule, KlimaClown, Natopia, RatzFatz, Raum 24

Schwierigkeiten und Erfolge bei der Umsetzung

Eine Veranstaltung mit über 300 Kindern so zu organisieren, dass alle zufrieden und glücklich nach Hause gehen und gleichzeitig noch was gelernt haben war wahrscheinlich die größte Herausforderung. Am Ende, war die Veranstaltung ein voller Erfolg.

Ergebnisse / Produkte

Ziel war es die Kinder an die Themen Energie und Klimaschutz heranzuführen und ihre ganz konkreten Wünsche und Forderungen abzuholen. Es ging darum, die Ideen glaubwürdig und ehrlich wertzuschätzen und ihnen zu zeigen, dass sie etwas bewirken können.

Öffentlichkeitsarbeit

Die 1. Tiroler Kinder-Klimakonferenz war in allen wichtigen Tiroler Medien vertreten (u.a. ORF-Beitrag in Tirol heute, Artikel in der Tiroler Tageszeitung inkl. Berichterstattung in der Kinderseite Toni Times, Ö3-Beitrag, Tirol TV, Bezirksblätter, Gemeindezeitungen...)

Finanzierung

öffentlich finanziert

Bezug zu den Kriterien der Bildung für nachhaltige Entwicklung


Wertorientierung am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung
Die Energiewende wird kommen. Eine zentrale Rolle spielt vor allem das Nutzerverhalten, aber auch die Umstellung auf erneuerbare Energieträger. Ein wichtiger Aspekt ist vor allem die Bewusstseinsbildung der „VerbraucherInnen von morgen“ im Umgang mit vorhandenen Ressourcen. Im Rahmen der 1. Tiroler Kinder-Klimakonferenz bekamen die SchülerInnen die Möglichkeit aktiv zur Gestaltung der Tiroler Energieautonomie beizutragen und sich auf zukünftige Herausforderungen vorzubereiten. Sie haben den Zusammenhang zwischen Energie und Klimaschutz kennengelernt, erfahren wofür Energie im täglichen Leben eingesetzt wird, welche Energieträger in Tirol und weltweit zum Einsatz kommen und welche für die Zukunft entwickelt werden. Zudem wurden konkrete Ideen und Visionen der SchülerInnen abgeholt.

Zukunftsorientierung
Die Themen Energieautonomie und Klimaschutz sind die Inbegriffe einer Zukunft im Sinne der Nachhaltigkeit. Im Rahmen der 1. Tiroler Kinder-Klimakonferenz konnten die SchülerInnen einiges über diese Themen lernen und sich im Austausch mit wichtigen EntscheidungsträgerInnen selbst aktiv in die Gestaltung der Enerigezukunft Tirols einbringen.

Globale Perspektive
Spricht man von Energie muss man immer auch über den Zusammenhang zwischen global und regional sprechen. Die Kinder haben gelernt inwieweit sie lokal von globalen Energieversorgern abhängig sind - sei es Wind- und Wasserkraft aus Norwegen oder Öl und Gas aus dem Nahen Osten. Gleichzeitig haben sie erfahren, dass Tirol andere Wege gehen, denn umweltfreundliche und leistbare Energie bedeutet lokal bessere Lebensqualität für die Menschen in Tirol – jetzt und in Zukunft.

Kritisches Denken und Problemlösen
Die Kinder wurden dazu angeregt in Utopien zu denken - sie wurden nicht darin beschränkt sich Dinge zu wünschen/Forderungen zu stellen, die bereits heute realistisch/einfach umsetzbar sind, sondern sollten visionär denken: Forderungen wie PV-Paneele auf allen Seilbahnkabinen oder Gewächshäuser für exotische Früchte mögen etwas absurd klingen, aber wer weiß wie lange noch und vielleicht können solche Ideen zu weiteren ähnlichen aber einfacher umsetzbaren Ideen führen.

Partizipationsorientierung
Die Kinder haben einen Maßnahmenkatalog entwickelt den sie wichtigen Entscheidungsträgern aus Politik und Energieversorgungsunternehemen vorgestellt haben. Jede Klasse hat eine Vielfalt an Forderungen entwickelt und so die Energiepolitik Tirols aktiv mitgestaltet.

Partnerschaften und Netzwerke
Zur Umsetzung dieses Projekts wurden vielfältige PartnerInnen mit ins Boot geholt. Vereine und Organisationen die sich mit den Themen Energie und Klimaschutz im weiteren Sinne beschäftigen haben auf ehrenamtlicher Basis mit den Kindern Workshops gestaltet und umgesetzt.
Letzte Änderung: 18.09.2017
zurück zur Übersicht
Ausgezeichnet mit:
Wap Ausgezeichnet

Wirkungsbereiche


Tirol

Laufzeit


01.02.2017 - 29.06.2017

Bildunsgbereiche


Vorschule + 1.-4. Schulstufe

Themenbereiche


Abfall und Beschaffung
Energie
Klima- und Umweltschutz
Konsum
Land- und Forstwirtschaft
Mobilität
Natur / Biologische Vielfalt
Wasser

Durchführende Organisation

Größere Kartenansicht