EDUGARD - Education in Gardens

Durch EDUGARD soll Gartenpädagogik grenzüberschreitend und nachhaltig in der Bildungslandschaft verankert werden. Denn Kinder und Jugendliche verbringen zunehmend mehr Zeit in Schule, Hort und anderen Einrichtungen, weshalb den Freiflächen einer Schule eine hohe Bedeutung nicht nur als Lernort, sondern auch für eine gesunde physische, mentale und soziale Entwicklung zukommt. Ein Schulfreiraum kann viel mehr sein als ein befestigter Pausenhof. Durch eine naturnahe und abwechslungsreiche Gestaltung kann er vielfältige Möglichkeiten für Bewegung, Sinneseindrücke, Erholung, soziale Interaktion oder handlungsorientiertes Lernen bieten. Statt still sitzend in geschlossenen Räumen können die SchülerInnen draußen ganzheitlich lernen. Die eher kopflastige Wissensvermittlung wird durch unmittelbare, sinnliche und damit nachhaltige Erfahrungen ergänzt. Vor allem für Projektunterricht sowie fächerübergreifende und offene Lernformen ist der Außenraum optimal geeignet und das nicht nur in Biologie und im Sachunterricht. Um PädagogInnen und Pädagogikstudierende in diesem Bereich zu stärken und auszustatten bieten wir Weiterbildungen und Workshops an.

Darstellung

EDUGARD ATCZ 65 (2016 - 2019) entstand im Rahmen des INTERREG V-A Österreich-Tschechische Republik und umfasst renommierte Projektpartner, die gemeinsam neue und grenzüberschreitende Bildungsprogramme für PädagogInnen, Studierende und SchülerInnen für das Lernen im Garten entwickeln und verbreiten. Im gemeinsamen Bildungsrahmen zeigen wir, durch welche Methoden und Aktivitäten die manuelle Geschicklichkeit, Sinneswahrnehmungen und die persönliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen im Rahmen des Unterrichts gefördert und das Interesse an Umweltthemen und naturwissenschaftlichen Weiterbildungen gesteigert werden kann. Durch EDUGARD soll Gartenpädagogik grenzüberschreitend und nachhaltig in der Bildungslandschaft verankert werden. Gartenpädagogik ist die Verbindung von gärtnerischer und pädagogischer Arbeit. Sie nutzt den naturnahen Garten mit seinen Natur- und Stoffkreisläufen und der biologischen Vielfalt als Lernraum zur Vermittlung von theoretischen Kenntnissen und praktischen Fertigkeiten. Hier ist sowohl eine gärtnerische Bildung als auch eine Vertiefung naturwissenschaftlicher und umweltrelevanter Themen möglich. Die Gartenpädagogik wirkt zudem in vielfältiger Weise auf die körperliche, seelische und soziale Entwicklung von Heranwachsenden. Sie richtet sich an Kinder und Jugendliche aller Altersstufen und Schultypen, an deren PädagogInnen sowie an Studierende einschlägiger Fachrichtungen.

KooperationspartnerInnen

Chaloupky- public benefit organization, school facilities for non-formal and further education; Groß Meseritz, Tschechien Lipka - school facility for environmental education; Brünn, Tschechien Bürgerverein Natur im Garten Tschechien - "Pírodní zahrada" Brünn, Tschechien Südböhmische Universität in Budweis, Tschechien Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik, Wien

Ergebnisse / Produkte

Ergebnisse vom Projektpartner "Natur im Garten" - Entwurf und Pilotvalidierung vom Fach Gartenpädagogik - mehrtägige Praktika für Hochschulstudenten - 2- tägige Einleitungskonferenz für Gartenpädagogik - Gemeinsamer grenzüberschreitender Wettbewerb zum Thema Gartennutzung im Unterricht - eintägige Workshops für Schulen - Seminare für Pädagoginnen zur Weiterbildung - grenzüberschreitende Expert Meetings und Erarbeitung eines gemeinsamen Bildungrahmens

Öffentlichkeitsarbeit

Druck von Plakaten mit projektrelevanten Inhalten zur Bewerbung des Projektes bei Projektveranstaltungen Roll ups für Projektveranstaltungen (in DE & CZ) Produktion von Samensäckchen Infofolder (Leporello) mit projektrelevanten Inhalten zur allgemeinen Bewerbung des Projektes und dessen Inhalten (in DE & CZ) Kurzfilm über Gartenpädagogik https://www.youtube.com/playlist?list=PLjTUCnTyJ-U0-BRSo9arwe3laPsySJDdB Produktion eines gartenpädagogischen Indoor-Spiels für Schulklassen Grenzüberschreitender Schulwettbewerb

Finanzierung

öffentlich finanziert

Bezug zu den Kriterien der Bildung für nachhaltige Entwicklung


Wertorientierung am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung
„Natur im Garten“ ist eine Initiative, welche die Ökologisierung von Gärten und Grünräumen in Niederösterreich und über die Landesgrenzen hinaus voranreibt. Die Kernkriterien der Aktion „Natur im Garten“ legen eine ökologische Bewirtschaftung und naturnahe Gestaltung fest. Gärten und Grünräume werden ohne Pestizide, ohne chemisch-synthetische Dünger und ohne Torf gestaltet und gepflegt. Sie behandelt den Nutz- und Ziergarten-Bereich genauso wie öffentliche Grün- und Freiräume. Eine positive und anregende Art der Vermittlung des Themas Ökologie gilt dabei als Grundsatz. Sie positioniert den naturnahen Garten und den Grünraum als Ort der strukturellen und geschmacklichen Vielfalt, der Gesundheit und der Lebensqualität. Kernaufgabe ist die Vermittlung von Wissen und Fertigkeiten zur ökologischen und naturnahen Gestaltung und Pflege: Es wird großer Wert auf biologische Vielfalt und Gestaltung mit heimischen und ökologisch wertvollen Pflanzen gelegt. Verschiedene Naturgartenelemente sowie die naturnahe Bewirtschaftung des Gartens gestalten diesen vielfältig und bieten ausreichend Lebensraum für eine bunte Tier- und Pflanzenwelt sowie einen ausgewogenen Naturkreislauf. Das Leitbild „gesund halten was uns gesund erhält“ überschneidet sich mit dem Kerngedanken der BNE, dass die Lebensgrundlage in Form eines gesunden Bodens auch für weitere Generationen in entsprechender Qualität verfügbar ist. Der Garten ist für die Gartenpädagogik ein begrenzter, von Menschen gestalteter Lern- und Lebensraum. GartenpädagogInnen setzen sich durch ihre Arbeit für eine verstärkte Nutzung dieses Außenraumes als bedürfnisgerechtem und partizipativ-gestaltbarem Lern- und Erlebnisraum für alle ein. Falls kein Garten gegeben ist, können Elemente wie beispielsweise mobile Pflanzgefäße für Höfe und Klassenzimmer gartenpädagogische Lernsettings in Teilen ermöglichen. Auch offene, kollektiv betriebene Gemeinschaftsgärten können für Angebote, Freizeitaktivitäten oder Nachmittagsgruppen genutzt werden. Die Gartenpädagogik versteht sich als pädagogische Praxis, die den Garten als sicheren und vertrauten Lernort für die Verknüpfung von sinnstiftendem Wissen und fachlicher, persönlicher und sozialer Kompetenzen in den Schulalltag einbaut. Ein wesentliches Ziel ist eine positive Persönlichkeitsentwicklung durch das Lernen von und mit der Natur sowie die Entwicklung eines Umweltbewusstseins, welches auf Nachhaltigkeit und ressourcenschonendem Verhalten basiert. In Zusammenarbeit mit Partnern in Bildung und Forschung gelingt die Etablierung von Green Care und Gartenpädagogik, die in den Lehrplänen pädagogischer Hochschulen verstärkt verankert werden soll.

Mehrperspektivität/Transdisziplinarität
Gartenpädagogik ist die Verbindung von gärtnerischer und pädagogischer Arbeit. Sie nutzt den naturnahen Garten mit seinen Natur- und Stoffkreisläufen und der biologischen Vielfalt als Lernraum zur Vermittlung von theoretischen Kenntnissen und praktischen Fertigkeiten. Hier ist sowohl eine gärtnerische Bildung als auch eine Bildung zu naturwissenschaftlichen und umweltrelevanten Themen möglich. Die Gartenpädagogik wirkt zudem in vielfältiger Weise auf die körperliche, seelische und soziale Entwicklung von Heranwachsenden. In der Schulpraxis bedeutet das, dass der Schulgarten als Lernsetting nicht nur in Biologie, sondern auch in Fächern wie Deutsch, Physik, Chemie bis Mathematik und Kreativfächern wie Bildnerische- und Musikerziehung und fächerübergreifend möglich ist. Sie wirkt durch den unmittelbaren Kontakt mit Lebewesen und natürlichen Materialien im Garten und Erfahrungslernen mit allen Sinnen. Das Flow-learning und projektbezogenes Lernen sind wichtige Methoden der Gartenpädagogik und fördert die Mehrperspektivität.

Zukunftsorientierung
Lebensstil, Bildung und Freizeitaktivitäten von Kindern und Jugendlichen haben sich in den letzten 20 Jahren wesentlich verändert. SchülerInnen verbringen zunehmend mehr Zeit in Schule, Hort und anderen Einrichtungen, weshalb den Freiflächen eine hohe Bedeutung nicht nur als Lernort, sondern auch als Freiraum für eine gesunde physische, mentale und soziale Entwicklung zukommt. Ein Schulfreiraum kann viel mehr sein als ein befestigter Pausenhof. Durch eine naturnahe und abwechslungsreiche Gestaltung kann er vielfältige Möglichkeiten für Bewegung, Sinneseindrücke, Erholung, soziale Interaktion oder handlungsorientiertes Lernen bieten. Statt still sitzend in geschlossenen Räumen können die SchülerInnen draußen ganzheitlich lernen. Die eher kopflastige Wissensvermittlung wird durch unmittelbare, sinnliche und damit nachhaltige Erfahrungen ergänzt. Vor allem für Projektunterricht sowie fächerübergreifende und offene Lernformen ist der Außenraum optimal geeignet und das nicht nur in Biologie oder im Sachunterricht. Auf tschechischer und österreichischer Seite steht man vor der großen Herausforderung, SchülerInnen für zukünftige naturwissenschaftliche und technische Ausbildungen zu motivieren. So sehr sich die Bildungslandschaft von Kindern und Jugendlichen von der realen in die virtuelle Welt verlagert, so sehr bleiben praktische Fertigkeiten in realen Lernumgebungen und der Erlangung praktischer Fähigkeiten wichtig. Es zeigt sich, dass die frühe Förderung manueller Fertigkeiten und Fähigkeiten die Kinder stärkt und sie für künftige Berufe vorbereiten kann. PädagogikstudentInnen werden durch die Eingliederung des Freifaches Gartenpädagogik in die Hochschulausbildung schon früh mit dem Thema Lernen im Garten in Kontakt gebracht. Dies birgt Potential von Beginn an den Garten als Lernraum in der Unterrichtsplanung mitzudenken und zu integrieren. EDUGARD ist als Projekt der Europäischen Territorialen Zusammenarbeit an dem Ausbau der grenzüberschreitenden Beziehungen im Bildungsbereich interessiert. Trotz 20-jähriger gemeinsamer EU-Mitgliedschaft müssen internationale Netzwerke stets gestärkt werden um Barrieren zwischen beiden Staaten vorzubeugen. EDUGARD trägt zur Stärkung der gemeinsamen Identität bei. Die 2-tägige Auftaktkonferenz zum Thema Gartenpädagogik wurde dieses Jahr erfolgreich von „Natur im Garten“ organisiert und durchgeführt. 350 PädagogInnen, StudentInnen, DirektorInnen, Stakeholder und InteressentInnen besuchten die Veranstaltung in Tulln und nahmen an Exkursionen zu Vorzeigeprojekten in Niederösterreich, Stakeholder- und gartenpädagogischen Workshops sowie vielfältigen Vorträgen teil. Durch positive Rückmeldungen bestärkt wird es im kommenden Jahr erneut eine Fachtagung zum Thema Gartenpädagogik geben.

Methodenvielfalt
Gartenpädagogik in Schulen ist nicht nur in Biologie, sondern auch in Fächern wie Deutsch, Physik, Chemie bis Mathematik und Kreativfächern wie Bildnerische- und Musikerziehung und fächerübergreifend möglich. Sie wirkt durch den unmittelbaren Kontakt mit Lebewesen und natürlichen Materialien im Garten und Erfahrungslernen mit allen Sinnen. Zentrale fachliche Inhalte der Gartenpädagogik sind: • Anbau, Pflege, Ernte und Verarbeitung von Gemüse, Kräutern und Obst, Arten- und Sortenvielfalt der Kulturpflanzen • Gärtnern im Jahreskreis, Phänologie • Pflanzenkrankheiten, Schädlinge und Nützlinge, Biologischer Pflanzenschutz • Elemente eines naturnahen Gartens wie Bäume, Sträucher, Blumenwiesen, Trockensteinmauern oder wilde Ecken • Vielfalt von wildlebenden Tieren und Pflanzen sowie ihren Lebensräumen im Garten • Bedeutung und Schutz des Bodens, Kompostierung und biologische Düngung, Stoffkreisläufe im Garten • Wirkung, Nutzung und Bedeutung von Wasser im Garten • Zierpflanzen, Gartengestaltung und -architektur • Kreatives Gestalten mit Naturmaterialien aus dem Garten • Den Garten mit allen Sinnen erleben • Generelles Umweltverständnis und Wertschätzung der Natur Zur Vermittlung der fachlichen Inhalte kommen mehre Formen und vielseitige Methoden zum Einsatz. Lehrende referieren in kurzen Vorträgen und leiten handlungs- und erlebnisorientierte Führungen und Workshops an. Methoden zum besseren Verständnis und Einfühlen der Thematik an sind u.a.: -Sinnesübungen und Sinnesspiele, die Garten-Erleben mit mehr als einen Sinn ermöglichen um ein ganzheitliches Erleben und Lernen anzusprechen -Bewegungsspiele, bei denen in der Rolle eines Tieres bzw. einer Pflanzen Zusammenhänge oder Abläufe dargestellt und erlebt werden -inhaltsbezogene Such- und Ratespiele zum Thema Garten -spielerische Wiederholungen von Inhalten um Wissen zu vertiefen -forschende Herangehensweise an aktuellen Problemen und Fragestellungen

Lebenswirklichkeit der Lernenden
Der Garten ist für die Gartenpädagogik ein begrenzter, von Menschen gestalteter Lern- und Lebensraum. Er wird im Allgemeinen als Lebens-und Erholungsraum angesehen und stellt einen Ort der Begegnung dar und einen Ort, der unterschiedliche Bedürfnisse erfüllen kann. Schon früh kommen Kinder spielerisch mit dem Garten in Kontakt und viele behalten sich positive, prägende Erinnerungen. Spielen im Laub und mit Freunden auf Entdeckungstour gehen, die ersten selbst gezogenen Pflanzen und die Freude über geerntetes Gemüse, erste Versuche und Erfolge handwerklicher und körperlicher Tätigkeiten und viele mehr. Lernen im Garten vermittelt die Fähigkeit sich neugierig, eigenverantwortlich und handelnd Wissen anzueignen. GartenpädagogInnen setzen sich durch ihre Arbeit für eine verstärkte Nutzung dieses Außenraumes als bedürfnisgerechtem und partizipativ-gestaltbarem Lern- und Erlebnisraum für alle ein. Gartenpädagogik stärkt die positive Beziehung der Heranwachsenden zur Natur und trägt wesentlich zur Entwicklung eines Umweltbewusstseins bei, das auf Nachhaltigkeit und ressourcenschonendem Verhalten basiert. Falls kein Garten gegeben ist, können Elemente wie beispielsweise mobile Pflanzgefäße für Höfe und Klassenzimmer gartenpädagogische Lernsettings in Teilen ermöglichen. Auch offene, kollektiv betriebene Gemeinschaftsgärten können für Angebote, Freizeitaktivitäten oder Nachmittagsgruppen genutzt werden.

Partnerschaften und Netzwerke
EDUGARD entstand aus dem EU-Regionalförderungsziels "Europäische Territoriale Zusammenarbeit" (ETZ 2014 – 2020) und umfasst renommierte Projektpartner aus der Tschechischen Republik und Österreich, welche die Gartenpädagogik erforschen, praktizieren und sie verbreiten wollen. Projektpartner erforschen spezifische Ansätze zur Nutzung von Schulgrundstücken und –gärten beider Länder und nutzt diese Momentaufnahme für die Planung grenzüberschreitender Bildungsprogramme. Die österreichischen Partner bringen dabei Erfahrungen insbesondere mit modernen und ökologischen Herangehensweisen für die praktische Ausbildung und Anbauarbeiten mit. Die tschechischen Partner setzen, auf naturwissenschaftliche Bildung, Forschungsmethoden und interdisziplinäre Beziehungen ausgerichtete Methoden ein. Die Partnerschaft zwischen Hochschulen, Bildungseinrichtungen und gemeinnützigen Organisationen fördert die Verbindung theoretischer und praktischer Verfahren und die Schaffung eines besseren gemeinsamen Bildungsrahmens. Das Projekt wird in Tschechien und Österreich ein Netzwerk von GartenpädagogInnen aufbauen und weitreichende Auswirkungen auf einzelne Schulen und das Schulwesen in den Regionen haben. Die Projektaktivitäten sind TeilnehmerInnen ungeachtet ihrer Rasse oder ethnischen Herkunft, ihrer Konfession oder ihres Glaubens, ihrer möglichen Behinderung oder ihrer sexuellen Orientierung zugänglich.

Weiterführende Dokumente


Roll-Up EDUGARD
Infofolder EDUGARD
Letzte Änderung: 18.09.2017
zurück zur Übersicht
Ausgezeichnet mit:
Wap Ausgezeichnet

Wirkungsbereiche


Niederösterreich
Wien

Laufzeit


01.09.2016 - 31.08.2019

Bildunsgbereiche


Vorschule + 1.-4. Schulstufe
5.-13. Schulstufe
Hochschulbildung
Erwachsenenbildung
Bildungsprojekte im ländlichen Bereich
Sonstiger

Themenbereiche


Gesundheit/Ernährung
Klima- und Umweltschutz
Natur / Biologische Vielfalt

Durchführende Organisation

Natur im Garten

Am Wasserpark 1

3430 Tulln

02742/74333 post@naturimgarten.at
http://www.naturimgarten.at
Größere Kartenansicht