Jauerlinger Saftladen

Logo Der Jauerlinger Saftladen ist ein Projekt gemeinsam mit den 7 Volksschulen im Naturpark. Kinder, Eltern und LehrerInnen lernen mehr über den Wert der Streuobstwiesen für Natur und Mensch. Durch die Produktion eines eigenen Apfelsaftes der Volksschulen, aus selbst gesammelten Äpfel, wird wieder ein Bezug zu traditioneller Landwirtschaft und zum Wert regionaler Produkte hergestellt.

Darstellung

Der Naturpark Jauerling-Wachau umfasst 11.500 Hektar und sieben Naturparkgemeinden. Die traditionelle Obstwirtschaft, insbesondere die Streuobstwirtschaft, ist in den letzten Jahrzehnten allerdings dramatisch zurückgegangen und hat keine ökonomische Relevanz für die landwirtschaftliche Produktion. Der Jauerlinger Saftladen schafft wieder Bewusstsein für ein traditionelles, regionales und qualitativ sehr hochwertiges Produkt. Ziele •Gemeinschaftliche Produktion von Apfelsaft aus traditionellen Obstbeständen/Streuobstwiesen mit den sieben Volksschulen der Naturparkgemeinden (Aggsbach Markt, Emmersdorf, Maria Laach, Mühldorf, Raxendorf, Spitz und Weiten). •Bewusstseinsbildung bei den SchülerInnen für traditionelle Landwirtschaft, Obstbau und Biodiversität. •Heranführung der SchülerInnen an die landwirtschaftliche Produktion/Praxis im Obstbau und der Saftproduktion •Bewusstseinsbildung bei der Bevölkerung (LehrerInnen, Eltern) für die oben genannten Themen •Bewusstseinsbildung zum Klimaschutz: Durch die Verwendung von einheimischen Produkten und der regionalen Produktion fallen keine weiten Transportwege und kaum CO2 an Maßnahmen: 1) Auswahl eines Sponsors und Motivs für das jeweilige Jahr, Informationsblatt zu der Tier- und Pflanzenart mit Bezug zu den Streuobstwiesen für die Volksschulen 2) Auswahl und Festlegung von geeigneten Obstbeständen in Abstimmung mit den jeweiligen GrundeigentümerInnen 3) Durchführung von Apfeltagen zum Sammeln der Äpfel mit den Schulen 4) Abfüllung und Produktion von Apfelsaft in Zusammenarbeit mit einem befugten landwirtschaftlichen Betrieb im Naturpark, Presseaussendung zum Sammeltermin 5) Zeichenwettbewerb zum Jahresthema (z.B. Biene, Luchs, Stieglitz...) 6) Im Rahmen einer Fach-Juryauswahl wird ein Siegerbild pro Jahr ausgewählt. Dieses ziert dann das Etikett der Apfelsaftflaschen. Presseaussendung zum Ergebnis des Zeichenwettbewerbes. 7) Siegerehrung und Besuch aller Volksschulen, Bewusstseinsschaffung für das Jahresthema. Presseaussendung für jede Schule/Gemeinde. 8) Verteilung des produzierten Apfelsafts an die teilnehmenden Schulen 9) Saftladenwanderung: Die drei Erstplatzierten des Zeichenwettbewerbes nehmen gemeinsam mit ihren Familien an einer Wanderung in der Gemeinde des Erstplatzierten teil. Presseaussendung zur Wanderung.

KooperationspartnerInnen

Volksschulen der sieben Naturparkgemeinden: Volksschule Aggsbach Markt, Volksschule Emmersdorf, Volksschule Maria Laach, Volksschule Mühldorf, Volksschule Spitz, Volksschule Raxendorf, Volksschule Weiten Obsthof Reisinger Kunstmeile Krems (Kunstvermittlung)

Schwierigkeiten und Erfolge bei der Umsetzung

Das Projekt ist abhängig von den jährlichen Wetterkapriolen und klimatischen Schwankungen - die Ernte ist nicht immer gleich, bisher konnten aber immer ausreichend geeignete Flächen zum Ernten gefunden werden. Teilweise mussten vereinzelte Schulen mit Bussen zu den Flächen gebracht werden, wenn diese weit ausserhalb des Ortsgebietes lagen.

Ergebnisse / Produkte

Im Schnitt werden pro Jahr knapp 3.000 Liter Apfelsaft produziert und werden den Schulen gratis zur Verfügung gestellt. Das Thema Regionalität und tradtionelle Landwirtschaft dringt durch die SchülerInnen zu den Eltern vor. Das Projekt hat einen unbezahlbaren Bekanntheitsgrad in den Gemeinden und der Region erreicht, und hat eine ausgezeichnete Basis für die Zusammenarbeit mit den Volksschulen in den Naturparkgemeinen geschaffen. Im Jahr 2017 wird die VS Maria Laach als Naturparkschule prädikatisiert, und die VS Raxendorf wird in den nächsten 2 Jahren folgen. Es ist geplant die Zusammenarbeit auf die NMS und Kindergärten auszuweiten.

Öffentlichkeitsarbeit

Das Projekt wird über die eigene Homepage, Facebook Gemeindezeitungen und über lokale und regionale Medien kommuniziert. Das Medienencho ist sehr groß, jährlich erscheinen an die 15 - 20 Artikel zu dem Projekt.

Finanzierung

öffentlich finanziertSponsoring, Spenden, Stiftungen

Bezug zu den Kriterien der Bildung für nachhaltige Entwicklung


Wertorientierung am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung
Jauerlinger Saftladen unterstützt die SchülerInnen dabei über Wert und Werdung von Lebensmitteln und landwirtschaftlichen Produkionsprozessen ("bäuerlichem Leben") zu reflektieren. Über das Projekt wird das einfache Produkt "Apfelsaft" in Wert gesetzt und die SchülerInnen können den Saft und dessen Erzeugung in einem globalen Kontext betrachten. Die SchülerInnen entwickeln dadurch einen verantwortungsvolleren Umgang mit Ressourcen direkt vor ihrer Haustür.

Mehrperspektivität/Transdisziplinarität
Das Projekt umfasst Themen aus verschiedenen Disziplinen - die SchülerInnen lernen mehr über Artenvielfalt in ihrer Umgebung, Landwirtschaft und über die gesundheitlichen Vorteile eines Naturproduktes. Sie nehmen auch an einem Zeichenwettbewerb teil, bewegen sich in der freien Natur bem Äpfelsammeln, und letztendlich machen die drei Erstplatzierten auch noch eine Wanderung im Naturpark.

Zukunftsorientierung
SchülerInnen lernen zu erkennen, dass ohne ihr Mittun in Zukunft eine wertvolle Ressource im Naturpark verloren geht.

Globale Perspektive
Die Produktion eines regionalen und einheimischen Apfelsaftes verdeutlicht den SchülerInnen den Unterschied zu weittransportierten Lebensmitteln/Getränken und die Folgen für den Klimawandel und den CO2-Aussstoß.

Kritisches Denken und Problemlösen
Die Auseinandersetzung mit dem drohenden Verlust eines traditionellen Naturprodukts regt SchülerInnen dazu an darüber nachzudenken warum es soweit gekommen ist, was sich in der Gesellschaft verändert hat so dass wir z.B. eher Apfelsaft in Plastikpackungen mit Äpfeln aus Südafrika für Geld kaufen anstatt unsere eigenen, kostenlosen und gesundheitlich einwandfreien Resourcen zu nutzen.

Methodenvielfalt
Die SchülerInnen lernen wie sie zu einem gesunden Naturprodukt kommen: Streuobstwiesen erhalten, Äpfel sammeln, Saft pressen - und sie erarbeiten gemeinsam die Zeichnungen für den Wettbewerb, tauschen sich über die Motive aus und diskutieren darüber, was das für ein Tier oder welche Pflanze das ist, die das jeweilige Motiv darstellt.

Lebenswirklichkeit der Lernenden
Durch die Produktion und Verwendung des eigenen Saftes erkennen die SchülerInnen den Wert einer regionalen Jause. Das Projekt durchdringt den alltäglichen Schulalltag,das Konsumverhalten und Konsumverständnis der SchülerInnen, deren Eltern und des Lehrpersonals.

Interne offene Lernprozesse
In den Schulen fliesst das Projekt in den Unterricht ein, wobei die Schwerpunkte in allen 7 Schulen unterschiedlich sind. Die SchülerInnen reflektieren über das "Sammelerlebnis", und auch der Zeichenwettbewerb bietet viel Raum für inhaltiche Gespräche, wo die SchülerInnen sich intensiv mit dem jeweiligen Motiv auseinandersetzen, z.B. im Vorjahr der Stieglitz.

Partnerschaften und Netzwerke
Das Projekt verbindet die Volksschulen enger mit den Gemeinden, mit mehreren landwirtschaflichen Betrieben in den Gemeinden. Der Naturpark bzw. das Schutzgebietsmanagement vernetzt durch das Projekt die Volksschulen untereinander.
Letzte Änderung: 17.08.2017
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Ausgezeichnet mit:
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Ausgezeichnet mit:
Ausgezeichnet als Dekadenprojekt

Wirkungsbereiche


Niederösterreich

Laufzeit


01.09.2011 - Projektende offen

Bildunsgbereiche


Vorschule + 1.-4. Schulstufe

Themenbereiche


Gesundheit/Ernährung
Klima- und Umweltschutz
Land- und Forstwirtschaft
Natur / Biologische Vielfalt

Durchführende Organisation

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